Ratgeber Wie bekommt man seine Pflanzen gut durch den Sommer?

Wann sollte man seine Pflanzen im Sommer gießen? Welche Rettungsmaßnahmen gibt es für vertrocknete Pflanzen? Was sollte man jetzt vermeiden? MDR SACHSEN hat bei Gartenbaumeisterin Helma Bartholomay nachgefragt.

Wann ist die beste Zeit zum Gießen?

Am Schönsten wäre es morgens, und zwar richtig durchdringend und kräftig, rät die Expertin. Wer das vor der Arbeit nicht schafft, sollte abends so gießen, dass die Pflanze möglichst trocken in die Nacht geht, d.h. die Blätter nicht völlig nass sind.

Was passiert, wenn man Pflanzen tagsüber gießt?

Dann komme es zum "Brennglaseffekt", sagt Helma Bartholomay - zu Verbrennungen. Zudem könne eiskaltes Wasser den schon erhitzten Pflanzen schaden.

Woran erkenne ich, wann eine Pflanze durstig ist?

Das sicherste Anzeichen dafür sei, dass Pflanzen leicht schlapp aussehen, sagt Helma Bartholomay.

Allerdings schützen sich Pflanzen auch gerade bei großer Hitze damit, sich etwas einzurollen und damit die Verdunstungsfläche zu verringern. Dadurch sehen sie etwas schlapp aus. Abends merkt man dann allerdings, dass sich die Pflanze wieder erholt.

Bei Blumenkästen oder Kübeln empfiehlt es sich, so die Garten-Expertin, diese anzuheben oder mal unten an der Wurzel fühlen, ob die Erde feucht ist. Die Methode, an der Oberfläche mit dem Finger zu prüfen, ist nicht immer eindeutig,

Welche Rettungsmaßnahmen für vertrocknete Pflanzen gibt es?

Wenn das Holz auch beschädigt ist, gerade bei Gehölzen oder Bäume, könne man die Blätter abmachen, teilweise etwas zurückschneiden, erklärt die Expertin. Meistens kommen aus den Achseln der Blätter dann neue Knospen zum Austrieb.

Bei Sträuchern und Stauden könne man durchaus auch zurückschneiden, wenn das Wurzelsystem noch in Ordnung ist. Dann können die Pflanzen wieder durchtreiben.

Wie schnell erholen sich verbrannte Bäume und Wälder wieder?

Das sei davon abhängig, ob die Rinde zerstört ist, welche Temperaturen vorgeherrscht haben, wie lange das Ganze war, ob die Wurzel noch intakt ist. Könnte sich die Pflanze selber aus der Wurzel, aus der Rinde wieder aufbauen? Und es hängt von den Pflanzenarten ab, sagt Helma Bartholomay.

Dazu gäbe es auch Forschungen: Wie können Baumbestände das wegstecken? Welche Pflanzen kann man dort pflanzen, um vor Ort eine Verbesserung zu erreichen?

Welche hitzeresistente Pflanzen eignen sich für den Garten besonders gut?

Zum Beispiel:

  • Kiefer
  • Gingster
  • Schlehe
  • Sanddorn
  • Fette Henne
  • Hauswurz
  • Lavendel
  • Salbei

Aktuell sollte man beim Neubepflanzen auf den Boden und die Bedürfnisse der Pflanze achten und "Pflanzfehler" vermeiden. Zum Beispiel keine Pflanzen auf Sand setzen, die viel Wasser benötigen, denn auf Sand versickert Wasser sehr schnell.

Was sollte man jetzt besser unterlassen?

Normalerweise würde man jetzt Sommer Steinobst schneiden, also Sauerkirschen, Süßkirschen nach der Ernte. Davon sollte man jetzt die Finger lassen, rät die Garten-Expertin. Auch mit dem Heckenschnitt sollte man warten.

Der Grund:

Zur Zeit bestehe die Gefahr, dass es zu Verbrennungen an den Pflanzen kommt.

Experten-Tipp:

  • Beerenobst mit einer alten Gardine abdecken und so vor Sonne schützen (Das sorge für etwas Schatten.)

Was hat es mit dieser Weisheit auf sich:

"Einmal gehackt ist dreimal gegossen."

Das meint, diese Verdunstung zu verringern. Es geht dabei darum, dass man die Kapillaren (dünnes Röhrchen) nach dem Regen, nach der Bewässerung unterbricht und damit die Verdunstung verringert. Alternative ist es möglich, den Boden abzudecken, also zu mulchen mit Grasschnitt, mit Laub, mit allem, was anfällt - um den Boden zu schützen.

Helma Bartholomay

Helma Bartholomay, Gartenexpertin bei MDR SACHSEN
Unsere Expertin: Gartenbaumeisterin Helma Bartholomay Bildrechte: Louisa Edelmann

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