Kirchliches Sozialprojekt Abgefahrene Idee einer Ökumene-Truppe in Radeberg

Zwei Männer im Alter um die 70 Jahre stehen in einem Raum, der voller Fahrräder. An den Wänden stehen nd hängen Fahrräder, die die Männer der krichlichen Initiative namens "Fahradeberg" aufpolieren und zum Ausleihen hinstellen.
Gert Loose (re.) und Mitstreiter Hans Krauß stehen inmitten gespendeter Fahrräder, die sie noch aufbereiten wollen. Bildrechte: Wolfram Nagel

Fahrräder ausleihen und wieder zurückgeben - dafür gibt es in jeder größeren Stadt Angebote. In Radeberg jedoch können sich Zweiradfreunde ein Radl kostenfrei ausleihen und drei Tage lang nutzen. Eine städtisch-kirchliche Initiative namens "FahrRadeberg" ermöglicht diese Gratis-Ausleihe. Nachdem wegen der Corona-Einschränkungen ein halbes Jahr lang Pause war, haben die Stationen nun wieder geöffnet. Auf dem Bahnhofsvorplatz, am Freibad, im Radeberger Stadtzentrum und am Stadion kann sich jeder ein orangefarbenes Fahrrad ausleihen. Im vorigen Jahr zählten die Ehrenamtlichen 200 Ausleihen.

Radeberger Ämter und Firmen helfen

Die kirchliche Initiative bekommt die Fahrräder von Spendern und arbeitet sie für die Ausleihe auf, erklärt Gert Loose. Der 67 Jahre alte Rentner ist einer von fünf Senioren, die die Bikes reparieren, orange spritzen lassen und Instand halten. Die Werkstatträume in der Oststraße nutzen sie kostenfrei von der Stadt. "Wir bekommen auch Unterstützung von einem Lackierzentrum in Radeberg", sagt Loose.

Jedes aufgearbeitete Fahrrad bekomme eine Nummer und Notizen zur Herkunft und Reparaturdaten. "Manche Räder werden auch gegen eine Spende an Bedürftige abgegeben. Andere wurden zu Kirchgemeinden in Rumänien gebracht", sagt Hans Krauß, der früher als selbstständiger Bürotechniker gearbeitet hat.

Sinnvolles tun für Umwelt und gegen Rentner-Langeweile

Vor fünf Jahren hatte Gert Loose in einer Kirchenzeitung über kostenlose Fahrradleihstationen im Münsterland gelesen. So etwas wollte der ehemalige Elektroingenieur in Radeberg auch aufziehen und dabei etwas für die Umwelt tun. Sein Motto: Fahrräder sollten nicht auf dem Schrott landen, sondern weiter genutzt werden. "Schnell schritten Mitglieder von sechs Radeberger Kirchgemeinden zur Tat. Wir haben uns mit der Stadt und dem Ordnungsamt zusammengetan", erinnert sich Loose an die Anfänge. Den ökumenischen Zusammenhalt der Kirchgemeinden in der Stadt nennt er "ziemlich gut".

Blick auf den Marktplatz der sächsischen Stadt Radeberg.
Radler können Radeberg mit kostenlosen Fahrrädern erkunden. Bildrechte: dpa

Krauß und Loose finden zudem: "Als Rentner muss man auch in seiner Freizeit irgendetwas Sinnvolles tun. So haben wir uns zusammengefunden und sind eine ganz dufte Truppe." Neben den Reparaturen und der Organisationsarbeit grillen die Initiatoren öfter mal oder unternehmen etwas zusammen.

Quelle: MDR/kk/wn

Dieses Thema im Programm des MDR MDR AKTUELL | 14.08.2020 | 11:53 Uhr

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