USB-C als Standard EU-Parlament stimmt für einheitliche Ladekabel

In der EU dürfen ab 2024 nur noch Smartphones und viele andere elektronischen Geräte mit einer USB-C-Ladebuchse verkauft werden. Das EU-Parlament segnete die Einführung eines einheitlichen Ladekabes ab. Die notwendige Zustimmung der EU-Mitgliedsländer gilt als Formsache. Außerdem sollen Verbraucher selbst entscheiden können, ob sie ein Ladekabel dazu kaufen wollen. Mit den Regelungen will die EU Tausende Tonnen Elektroschrott pro Jahr vermeiden.

Ein USB-C Ladeanschluss.
2024 müssen alle in der EU verkauften Smartphones und viele weitere elektronischen Geräte mit einem USB-C-Stecker ausgerüstet sein. Bildrechte: IMAGO / MiS

Nach jahrelangen Diskussionen hat das EU-Parlament die Einführung einheitlicher Ladekabel für Handys, Tablets und Kameras ab 2024 abgesegnet. Die Abgeordneten stimmten nach jahrelanger Diskussion nahezu einstimmig für einen Kompromiss zwischen Parlament und EU-Mitgliedsländern.

Ab 2024 sind USB-C-Stecker Standard

Danach wird der USB-C-Stecker zum Standard für viele elektronische Geräte. 2024 müssen damit alle Smartphones sowie Lautsprecher, Kopfhörer, E-Reader, Tastaturen Computermäuse oder Drucker ausgerüstet sein. Für Laptops wird die Regelung voraussichtlich ab 2026 gelten.

Außerdem muss auf den Verpackungen der Elektrogeräte darüber informiert werden, ob ein Ladegerät dabei ist oder nicht. Denn Hersteller müssen künftig ihre Geräte sowohl mit als auch ohne Ladegerät anbieten. Die Käufer sollen so selbst entscheiden können, ob sie ein Ladekabel mitkaufen wollen.

Der Einigung müssen noch die EU-Mitgliedsstaaten zustimmen. Das gilt als Formsache und soll EU-Angaben zufolge im Oktober passieren.

EU bemüht sich seit 2009 um einheitlichen Stecker

Ein USB-C (l-r), ein Apple Lightning und ein Micro-USB Kabel (l-r) sind nebeneinander zu sehen.
Derzeit gibt es drei Anschlüsse: USB-C (l-r), Apple Lightning und Micro-USB. Bildrechte: dpa

Es ist das erste Mal weltweit, dass Gesetzgeber entsprechende Vorgaben machen. Zuvor waren die Unternehmen daran gescheitert, selbst eine Lösung für die unterschiedlichen Ladebuchsen zu finden. Derzeit existieren noch drei verschiedene Systeme: der Mikro-USB-Anschluss, USB-C sowie Lightning von Apple.

Die EU-Kommission bemüht sich bereits seit 2009 um eine einheitliche Lösung bei den Ladekabeln. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen beim Kauf etwa eines neuen Handys kein neues Ladekabel müssen.

Die EU-Kommission will so Elektroschrott verringern. Ihren Angaben zufolge werden jedes Jahr eine halbe Milliarde Ladegeräte in Europa verschickt. Dadurch entstünden jedes Jahr zwischen 11.000 und 13.000 Tonnen Elektroschrott. Verbraucher sollen dank der Neuregelung jährlich bis zu 250 Millionen Euro weniger für unnötige Ladegeräte bezahlen.

Widerstand vor allem von Apple

Widerstand gegen den einheitlichen Standard kam vor allem von Apple. Der weltweit zweitgrößte Smartphone-Verkäufer hatte kritisierte, dass die Vereinheitlichung Innovationen ersticken werde. Auch der Digitalverband Bitkom warnte, dass Neuerungen wie kabelloses Laden ausgebremst werden.

Die Vorsitzende des Binnenmarktausschusses im EU-Parlament, Anna Cavazzini, sieht das anders. Die Grünen-Politikerin sagte, bei technischen Fortschritten könne das Gesetz leicht aktualisiert werden.

Für seine neuesten iPhones bietet Apple bereits kabelloses Laden an. Bei künftigen Modellen könnte der Konzern ganz auf kabelloses Laden umsteigen.

dpa, Reuters, AFP, MDR (jks)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. Oktober 2022 | 15:00 Uhr

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