Hilfsorganisationen und Taliban Welthungerhilfe will Afghanistan nicht verlassen

Die Deutsche Welthungerhilfe leistet seit Jahren wichtige Arbeit in Afghanistan: Sie kümmert sich um die Ernährungssicherung im Land und unterstützt Afghanen im landwirtschaftlichen Bereich. Auch jetzt will die Hilfsorganisation ihr Engagement fortsetzen und in Afghanistan bleiben. Laut der Sprecherin Christiane Pott gibt es Möglichkeiten, wie Hilfsorganisationen unter den Taliban ihre Arbeit machen könnten.

Ein Taliban-Kämpfer mit einer Wassermelone patrouilliert in der Stadt Ghazni südwestlich von Kabul, Afghanistan
Wie Hilfsorganisationen unter den Taliban arbeiten können, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Bildrechte: dpa

Die Deutsche Welthungerhilfe will ihr Engagement in Afghanistan auf jeden Fall fortsetzen. Das bestätigte die Sprecherin der Hilfsorganisation, Christiane Pott, MDR AKTUELL. Man habe in dem Land 14 laufende Projekte mit einem Volumen von etwa 17 Millionen Euro, die insbesondere die Ernährungssicherung und Verbesserungen im landwirtschaftlichen Bereich sicherstellen sollen.

Wegen der dramatischen humanitären Situation sei die Welthungerhilfe entschlossen, in Afghanistan zu bleiben. Laut Pott wäre es das falsche Signal, das afghanische Volk in dieser Not allein zu lassen.

Arbeit der Welthungerhilfe trotz Taliban möglich

Die Taliban hätten die Welthungerhilfe und auch andere Hilfsorganisationen bereits aufgefordert, die Arbeit wieder aufzunehmen, um die Ernährungslage im Land zu sichern. Bisher wurde die Deutsche Welthungerhilfe nicht von den Taliban bedroht. Laut Pott gibt es Möglichkeiten, wie Hilfsorganisationen den Menschen vor Ort unter den Taliban helfen könnten.

Nach Angaben der Sprecherin hat die Organisation bis auf eine Person alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter außer Landes bringen können. 173 lokale Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen seien auf der Liste des Auswärtigen Amtes und warteten auf ihre Ausreise.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. August 2021 | 06:00 Uhr

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