Gaza-Konflikt Waffenruhe zwischen Israel und Palästinensern in Kraft

Im Gaza-Streifen ist nach tagelangen schweren Kämpfen eine Waffenruhe zwischen Israel und militanten Palästinensern in Kraft getreten. Ägypten hatte zwischen den beiden Konfliktparteien vermittelt.

Panzerhaubitze der Israelischen Armee an der Greze zu Gaza
Panzerhaubitze der Israelischen Armee an der Greze zu Gaza: Entlang der gesamten Front scheigen nun die Waffen. Bildrechte: IMAGO / Xinhua

Nach tagelangen schweren Kämpfen haben sich Israel und die militanten Palästinenser im Gaza-Konflikt auf eine Waffenruhe geeinigt. Wie Israel und die radikalislamische Palästinenserorganisation "Islamischer Dschihad" in getrennten Erklärungen mitteilten, trat die Waffenruhe am Sonntagabend um 23:30 Uhr Ortszeit (22:30 Uhr MESZ) in Kraft. Nach Angaben der israelischen Koordinierungsstelle für Aktivitäten in den Palästinensergebieten öffnete Israel am Montagmorgen wieder seine Grenzübergänge zum Gazastreifen.

Vermittlung durch Ägypten

Das Nachbarland Ägypten hatte zwischen beiden Konfliktparteien vermittelt. Der "Islamische Dschihad" erklärte, Bestandteil der Waffenstillstandsvereinbarung sei die Freilassung des hochrangigen "Dschihad"-Mitglieds Bassam al-Saadi. Er war am vergangenen Montag von israelischen Kräften im Westjordanland festgenommen worden. Aus Israel lag zunächst keine Stellungnahme dazu vor.

Das israelische Militär hatte am Freitag die Militäraktion mit Luftangriffen gegen den "Islamischen Dschihad" im Gazastreifen gestartet. Bei den bis Sonntag anhaltenden israelischen Luftschlägen waren der Militärchef der von den USA und der EU als Terrororganistaion eingestuften Gruppe, Taisir al-Dschabari, sowie weitere Führungsmitglieder des "Dschihad" getötet worden.

900 Raketen auf Israel

Militante Palästinenser feuerten im Gegenzug mehr als 900 Raketen auf israelische Ortschaften, vor allem Süden des Landes ab. Auch die westlichen Vororte Jerusalems wurden ins Visier genommen. Berichte über Opfer und Schäden auf israelischer Seite gab es nicht. 160 Raketen schlugen nach israelischen Angaben im Gazastreifen selbst ein.

Nach palästinensischen Angaben gab es in Gaza 44 Tote und 360 Verletzte. Unter den Toten sollen auch 15 Kinder und vier Frauen gewesen sein. Die Palästinenser machten Israel dafür verantwortlich. Die israelische Armee betonte hingegen, fehlgeleitete Raketen des "Dschihad" seien für die zivilen Opfer im Gazastreifen verantwortlich. Es waren die schwersten Auseinandersetzungen zwischen Israel und Palästinensergruppen seit mehr als einem Jahr.

dpa/Reuters (dni)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. August 2022 | 06:00 Uhr

Mehr aus Politik

Ukraine-Krieg im September 1 min
Bildrechte: MDR
1 min 07.10.2022 | 08:02 Uhr

Seit Anfang September läuft eine großangelegte Gegenoffensive der Ukraine. Dabei konnten Streitkräfte viele russisch besetzte Regionen zurückerobern. So haben sich die Fronten verändert.

Do 06.10.2022 21:19Uhr 00:15 min

https://www.mdr.de/nachrichten/welt/osteuropa/politik/video-661894.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Mehr aus der Welt