Katholische und evangelische Kirche Widerstand gegen Corona-Regeln bei Pfarrern absolute Ausnahme

Dass Pfarrer die Corona-Schutzmaßnahmen ablehnen, ist in Thüringen die absolute Ausnahme. Dem Bistum Erfurt sind zwei Fälle im Eichsfeld und der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland ist ein Fall in Sonneberg bekannt.

Ein Geistlicher auf der Kanzel
Das Geistliche entgegen der Corona-Schutzmaßnahmen handeln, ist in den beiden christlichen Kirchen in Thüringen die große Ausnahme. (Symbolbild) Bildrechte: Colourbox.de

Die großen christlichen Kirchen in Thüringen sehen Widerstand von Pfarrern gegen Corona-Schutzmaßnahmen als absolute Ausnahmen. Dem Bistum Erfurt sind zwei Fälle bekannt, die Evangelische Kirche Mitteldeutschland (EKM) weiß von einem Fall.

"Impfen ist Nächstenliebe"

Insgesamt gebe es keine Probleme, die staatlichen und kirchlichen Pandemie-Vorgaben umzusetzen, sagte der Sprecher des katholischen Bistums Erfurt, Peter Weidemann, MDR THÜRINGEN. Außerdem seien alle Priester bis auf einen gegen das Coronavirus geimpft.

EKM-Sprecher Ralf-Uwe Beck sagte, es sei nur ein Fall eines Pfarrers bekannt, der im Rahmen eines Corona-Protests aufgetreten ist. Andere ablehnende, öffentliche Agitation von Pfarrern oder die Nichteinhaltung von Schutzkonzepten seien nicht bekannt. Im Gegenteil, es herrsche große Zustimmung und positive Resonanz zum Beschluss des Kirchenparlamentes unter der Überschrift "Impfen ist Nächstenliebe".

EKM-Prüfungen gegen Pfarrer in Sonneberg laufen

Für Schlagzeilen und scharfe Kritik innerhalb und außerhalb der evangelischen Kirche hatte der Auftritt des evangelischen Pfarrers Martin Michaelis bei Corona-Protesten in Sonneberg gesorgt. Der Pfarrer, der selbst keine Gemeinde leitet, hatte am 5. Dezember 2021 im Rahmen eines Protestes gepredigt. Die Prüfungen zu dem Fall sind laut Beck noch nicht abgeschlossen. Die EKM beschäftigt in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Teilen Brandenburgs dem Sprecher zufolge rund 1.000 Pfarrer.

Bistum Erfurt sind zwei Fälle im Eichsfeld bekannt

Das katholische Bistum Erfurt hat laut Sprecher Peter Weidemann in zwei Fällen gegenüber Priestern im Eichsfeld eingegriffen. Ein Vorfall ereignete sich MDR THÜRINGEN-Informationen zufolge in Holungen. Ein ungeimpfter Pfarrer hatte sich dem Bistum zufolge mehrfach geweigert, gültige Corona-Tests vorzulegen. Einmal habe er nach korrekter Zurückweisung ein Altenheim auf anderem Wege trotzdem betreten. Außerdem habe ein Gottesdienst wegen eines fehlenden, zertifizierten Corona-Tests ausfallen müssen. Der Pfarrer habe auch an Corona-Protesten teilgenommen. Schließlich habe das Bistum den Pfarrer verwarnt und ihm auferlegt, der Bistumsleitung täglich gültige Testzertifikate vorzulegen, um weiter arbeiten zu dürfen. Inzwischen sei der Priester positiv auf das Coronavirus getestet worden und befinde sich in Quarantäne.

Einen weiteren Pfarrer hat das Bistum Erfurt laut Weidemann ebenfalls verwarnt. Der Priester im Ruhestand habe gegen eine stadtkirchliche Vereinbarung verstoßen und am Palmsonntag 2021 in Heiligenstadt eine kleine Prozession abgehalten. Außerdem habe er sich in "unangemessener Weise" in Briefen bei Politikern und dem Erfurter Bischof über die staatlichen und kirchlichen Corona-Schutzmaßnahmen beschwert. Nach der persönlichen Verwarnung habe es keine weiteren Vorfälle gegeben. Im Bistum Erfurt arbeiten 65 aktive, pastorale Priester sowie elf Ordenspriester.

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Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 23. Dezember 2021 | 05:00 Uhr

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