Corona-Pandemie 2G-Pflicht in Thüringen beschlossen: Wo die neuen Corona-Regeln gelten

Das Thüringer Kabinett hat die 2G-Pflicht unter anderem für die Gastronomie, Beherbergungsbetriebe und Veranstaltungen beschlossen. Dort haben nur noch Menschen Zutritt, die gegen Corona geimpft oder davon genesen sind.

Plakate mit 2G : Geimpft oder genesen
In vielen Bereichen, unter anderem der Gastronomie, in Hotels und Sportstätten, gilt in Thüringen künftig eine 2G-Pflicht. Bildrechte: imago images/Bihlmayerfotografie

Das Thüringer Kabinett hat die Einführung einer 2G-Pflicht für weite Teile des öffentlichen Lebens beschlossen. Demnach soll unter anderem in der Gastronomie, in Beherbergungsbetrieben und zu Veranstaltungen nur noch Menschen Zutritt gewährt werden, die gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Covid-19-Erkrankung genesen sind. Das gaben Regierungsvertreter am Dienstag in Erfurt bekannt. Ein negativer Corona-Test reicht dann oftmals nicht mehr aus.

Die neuen 2G-Regeln sollen bereits in der laufenden Woche von den Kommunen umgesetzt und später in einer neuen Corona-Verordnung des Landes festgeschrieben werden.

Hier gilt die 2G-Pflicht in Thüringen

  • Gaststätten (innen und außen)
  • Reisebusveranstaltungen
  • Beherbergungsbetriebe
  • Bars, Diskotheken
  • Kulturelle Veranstaltungen
  • Fitnessstudios, Schwimmbäder, Saunen, Sporthallen
  • Freizeit- und Vereinssport
  • Freizeiteinrichtungen und -dienstleistungen
  • Körpernahe Dienstleistungen
  • Jagd-, Flug- und Hundeschulen
  • Prostitiutionsstätten
  • Orchester- (sofern Blasinstrumente verwendet werden) und Chorproben

Darüber hinaus muss 2G auch bei privaten Feiern ab 15 Personen angewandt werden. Sind mehr als 30 Menschen dabei, muss die Feier fünf Tage im Voraus angemeldet werden. Für öffentliche Veranstaltungen gelten zudem Limits bei der Teilnehmerzahl: Im Freien sind maximal 2.000, in geschlossenen Räumen höchstens 1.000 Teilnehmer erlaubt. In beiden Varianten müssen die Besucher eine OP- oder eine FFP2-Maske tragen.

Ausgenommen von 2G sind Kinder, Jugendliche und Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Sie erhalten Zutritt mit einem negativen Schnelltest.

2G-Pflicht gilt nicht für Beschäftigte

Dem Kabinettsbeschluss war eine Diskussion darüber vorangegangen, in welchen Bereichen die 2G-Pflicht gelten soll. Zunächst waren Ausnahmen für öffentliche Veranstaltungen und Messen vorgesehen, wurden dann aber verworfen. Der Einzelhandel jedoch bleibt auch nach dem Kabinettsbeschluss von der Pflicht ausgenommen.

Die 2G-Pflicht in Thüringen gilt vor allem für Gäste, Kunden und Besucher, nicht aber für Beschäftigte. Ein ungeimpfter Kellner etwa, in dessen Restaurant eine 2G-Pflicht für Gäste besteht, kann alternativ auch einen negativen PCR-Test vorweisen, um weiter seiner Arbeit mit Kundenkontakt nachgehen zu können.

Hier gelten Ausnahmen von 2G:

  • Gottesdienste
  • Demonstrationen
  • Parteipolitische Veranstaltungen, Gremiensitzungen etc.
  • Bildungs- Sozial- und Gesundheitseinrichtungen
  • Hochschulen
  • Fahrschulen
  • Beratungsstellen
  • Medizinisch notwendige körpernahe Dienstleistungen
  • Kinder- und Jugendsport
  • Einzelhandel
  • Profi-, Berufs- und Kadersport

Ramelow: "Intensivstationen an Belastungsgrenze"

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sprach von einer "ernsten Lage". Thüringen treibe zusammen mit den Nachbarländern Sachsen und Bayern die bundesweiten Inzidenzwerte nach oben. "Die Intensivstationen kommen an ihre Belastungsgrenzen", warnte er. Führten die jetzt beschlossenen strengeren Regeln nicht zu einer schnellen Verbesserung der Lage, könnten auch wieder Kontaktbeschränkungen notwendig werden, sagte Ramelow.

Der Vorsitzende der AfD-Landtagsfraktion, Björn Höcke, warf der Landesregierung "Überforderung und Ratlosigkeit" vor. "Möglicherweise ansteckende Geimpfte können, ohne sich vorher testen zu lassen, alle Freiheiten in Anspruch nehmen und andere anstecken", sagte Höcke nach Veröffentlichung der neuen Regeln. "Ungeimpfte, die durch Testung nachweisen könnten, dass sie niemanden anstecken können, werden hingegen in ihren Freiheitsrechten noch weiter eingeschränkt."

Thüringen eines der am stärksten betroffenen Bundesländer

Am Dienstag lag die Sieben-Tage-Inzidenz im Freistaat bei 546,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Nur Sachsen und Bayern wiesen mit 759,3 beziehungsweise 554,2 höhere Werte aus.

Zugleich hat Thüringen eine der niedrigsten Impfquoten deutschlandweit. Sie lag mit Stand vom Dienstag bei 61,5 Prozent bei den vollständig Geimpften. Nur Brandenburg und Sachsen schnitten im Bundesvergleich noch schlechter ab.

Quelle: MDR THÜRINGEN/fno/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 16. November 2021 | 19:00 Uhr

404 Not Found

Not Found

The requested URL /api/v1/talk/includes/html/833b3a02-a86f-471f-b03a-7b8e19e86343 was not found on this server.

Mehr aus Thüringen

Sommerinterview 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK