Großbritannien-Reise Wirtschaftsminister Dulig: "Nicht nur klassischer Türöffner sein"

Werben für den Standort Sachsen. So lautet das Ziel von Wirtschaftsminister Martin Dulig bei seiner Delegationsreise in Großbritannien. Ob in London, Leipzigs Partnerstadt Birmingham oder im schottischen Edinburgh. Denn trotz Brexit - das Vereinigte Königreich ist der derzeit drittwichtigste Exportmarkt des Freistaats.

Martin Dulig, Sächsischer Wirtschaftsminister, steht vor „Big Ben“. Begleitet von einer sächsischen Delegation besucht der Wirtschaftsminister vom 15. bis 20.5.2022 Großbritannien.
In Großbritannien wirbt Wirtschaftsminister Martin Dulig für den Standort Sachsen. Bildrechte: dpa

Noch ist Großbritannien für sein regnerisches Wetter bekannt. Doch bald sollte mehr und mehr der Wind in den Fokus geraten - zumindest aus Wirtschaftssicht. Aufgrund seiner Insellage gilt das Vereinigte Königreich als das Saudi-Arabien der Windkraft. Schon jetzt versorgen es dutzende Offshore-Windparks mit CO2-freiem Strom. Beste Bedingungen, um künftig auch in der Wasserstoffwirtschaft global ganz vorne mitzuspielen.

Dulig wirbt mit Sachsens Wasserstoff-Know-How

Eine Chance auch für den Freistaat findet der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). Unternehmen in Sachsen hätten Kompetenzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Wasserstoff-Ökonomie. Dabei seien Firmen, die Elektrolyseure zur Wasserstoff-Produktion herstellen, aber auch ein Pipeline-System aufbauen könnten. Über dieses Know-How habe der SPD-Politiker in London mit dem zuständigen britischen Minister für Investitionen gesprochen. Sein Fazit: Das Interesse am Wirtschaftsstandort Sachsen sei seitens des britischen Ministers groß gewesen. Weitere Gespräche sollen folgen.

Minister will von anderen Ländern lernen

Seit dem 12. November 2014 ist Martin Dulig als Sachsens Wirtschaftsminister im Amt. Ein Schwerpunkt seiner ersten Regierungserklärung damals waren die Außenhandelsbeziehungen. Dennoch will sich Dulig nicht als der Minister verstehen, der "nur" die klassische Türöffnerfunktion übernimmt. Sein selbsterklärtes Ziel bei Reisen sei auch zu lernen, wie andere Länder mit Problemen wie zum Beispiel Demografie oder Klimawandel umgehen. Nachhaltig beeinflusst zeigt sich der Wirtschaftsminister von seiner Finnland-Estland-Reise und dem Voranpreschen beider Länder beim Thema Digitalisierung.

Ausfuhren nach Großbritannien ziehen wieder an

Nach Großbritannien hat die sächsische Wirtschaft 2021 bereits 2,74 Milliarden Euro an Waren und Dienstleistungen exportiert. Ein Plus von rund einem Drittel im Vergleich zum Vorjahr. Auch coronabedingt waren die Ausfuhren ins Vereinigte Königreich im Jahr 2020 um 14 Prozent zurückgegangen. Traditionell stark sind die Außenhandelsbeziehungen der Fahrzeugwirtschaft. Neu dazu stoßen dürfte in den nächsten Jahren Highvolt. Der Dresdner Hersteller von Hochspannungs-Prüftechnik soll mithelfen, die Energiewende im Vereinigten Königreich voranzubringen.

Dresdner Firma als Teil von britischem Energieprojekt

Die Briten wollten Sonnenenergie aus Marokko nach Großbritannien bringen und die Versorgung solle ungefähr zehn Prozent des Stromverbrauchs abdecken, sagt Highvolt-Geschäftsführer Markus John. Für die großen Pläne der Briten braucht es eine rund dreieinhalb Tausend Kilometer lange Untersee-Stromtrasse, durch Mittelmeer und Atlantik. Highvolt liefert die Technik, um die Qualität der langen Kabel zu überprüfen, bevor sie aufwendig verlegt werden - sogenannte XXL-Drosseln. Für das Unternehmen ein bemerkenswerter Großauftrag, so Highvolt-Geschäftsführer Markus John und ein Beispiel dafür wie verflochten die sächsischen und britischen Geschäftsbeziehungen mittlerweile sind.

MDR

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 19. Mai 2022 | 19:00 Uhr

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