Sächsischer Landtag Abbrecherquote bei Lehramtsstudenten muss sinken

Wie können Schulen und Kitas in Sachsen gestärkt und entwickelt werden? Darüber haben die Abgeordneten im Sächsischen Landtag erneut debattiert. In einem Punkt waren sich alle einig: Mehr Lehramtsstudenten müssen auch ihren Abschluss machen.

Mathematikunterricht an einer Schule
Zu viele Lehramtsstudenten in Sachsen brechen ihr Studium vorzeitig ab. Das soll anders werden - aber wie? Bildrechte: imago/epd

Als Reaktion auf die Kundgebung von Lehrern und Erziehern am Mittwoch vor dem Sächsischen Landtag haben sich die Abgeordneten noch einmal mit dem Thema Bildung in Schulen und Kitas beschäftigt. Die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sabine Friedel, sagte in der von ihrer Partei beantragten aktuellen Debatte: "Wenn zehn Prozent des Unterrichts ausfallen, finden 90 Prozent des Unterrichts statt." Das sei noch kein Bildungsnotstand.

Die Stellen seien nun zwar da, es fehle aber an Personal. Eine Möglichkeit, das zu ändern, sei es, die Quote der Abbrecher beim Lehramtsstudium von aktuell etwa 40 Prozent zu senken, sagte Friedel. Sachsen hatte die Zahl dieser Studienplätze zuletzt auf 2.700 erhöht.

Mehr Praxis im Studium

Viele Studenten brächen ab, wenn sie den Schulalltag kennengelernt hätten, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Linken, Luise Neuhaus-Wartenberg. Sie schlug deshalb vor, Lehramtsstudium und Praxis besser zu verzahnen. "Studenten müssen vom ersten Tag an Kontakt zum Schulalltag haben", sagte Neuhaus-Wartenberg. Damit vertritt sie auch die Position des Sächsischen Lehrerverbandes in dieser Frage.

AfD will Eignungstests

Die AfD brachte erneut einen grundsätzlichen Eignungstest für Lehreranwärter ins Spiel. Um den Personalmangel an Schulen auf dem Land zu begegnen, könne zum Beispiel auch die Verbeamtung von Lehrern als Lenkungsinstrument eigesetzt werden, sagte der Sprecher für Bildungspolitik der AfD, Rolf Weigand.

Werbung für den Lehrerberuf

Die CDU setzt beim Thema Personal auf Werbung. Ihr bildungspolitischer Sprecher Holger Gasse sagte, in den vergangenen Jahren seien die Bedingungen für Lehrer in Sachsen verbessert worden. Er nannte unter anderem die Verbeamtung und die Anhebung der Gehälter von Grundschullehrern. "Statt über die Bedingungen zu klagen, sollten sowohl das Kultusministerium aber auch die GEW für den Lehrerberuf werben."

Grüne: Mehr Personal bedeutet mehr Geld

Für die Grünen heißt mehr Personal auch mehr Geld. Christin Melcher, verantwortlich für die Bildungspolitik in der Fraktion, sagte, die Stellenpläne an den Schulen und die Lehrerbedarfsprognose sei wichtiger als Finanzpläne. "Wir wollen gute Kitas und gute Schulen", sagte Melcher.

Im Bereich der Kindertagesstätten haben sich die Koalitionsparteien CDU, Grüne und SPD, aber auch die Linken dafür ausgesprochen, den Betreuungsschlüssel transparenter zu gestalten. Ausfallzeiten wie Krankheit, Urlaub und Fortbildung sollen künftig herausgerechnet werden, um den Personalbedarf realistischer zu gestalten. Darüber wird im Rahmen der laufenden Verhandlungen zum nächsten Doppelhaushalt diskutiert.

MDR (jak)

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