Ukraine-Konflikt Minister Günther: Energieversorgung in Sachsen ist sicher

Sachsens Energieminister Günther ist überzeugt davon, dass die Strom- und Wärmeversorgung in Sachsen sicher ist. Der Krieg in der Ukraine ist für ihn kein Grund für einen späteren Kohleausstieg. Energie aus Sonne und Wind macht seiner Einschätzung nach auch unabhängig von Autokraten.

Eine Windenergieanlage steht neben einem Steinkohle-Kraftwerk und Hochspannungsleitungen.
Sachsens Energieminister sieht keinen Grund, wegen des Angriffs Russlands auf die Ukraine, die Energiewende später einzuleiten. Auch Sonne und Wind machten unabhängig, so der Grünen-Politiker. Bildrechte: imago/Jochen Tack

Sachsens Energieminister Wolfram Günther sieht durch den Angriff Russlands auf die Ukraine die Energieversorgung in Sachsen nicht gefährdet. Der Grünen-Politiker sagte am Dienstag: "Strom und Wärme sind sicher." Gasimporte liefen "wie vor Beginn des Kriegs". Selbst ein sofortiger Lieferstopp hätte keine Auswirkungen auf den Rest der Heizperiode, ist der Minister überzeugt.

Im Freistaat seien die Erdgasspeicher zu 40 Prozent gefüllt, sagte Günther. Bis zum kommenden Winter bleibe Zeit, gegebenenfalls nach Alternativen zu suchen. Aktuell komme 55 Prozent des Gases aus Russland. Es gebe aber viele andere Anbieter, allerdings müssten Kosten- und Logistikfragen geklärt werden.

Günther: Ausstieg aus Atomausstieg nicht nötig

Dass Nordstream 2 vorerst nicht ans Netz geht, hat nach Günthers Einschätzung keine Auswirkungen auf die Versorgung, da durch diese Leitung noch Gas geflossen ist und andere Leitungen zuletzt nicht ausgelastet waren.

Einen Ausstieg aus dem Ausstieg der Atomenergie hält Günther für nicht umsetzbar und verwies auf die eingeleitete Abschaltung der Betreiber. Sonne und Wind hätten hingegen Zukunft, so der Grünen-Politiker, da diese unabhängig von Lieferungen aus Autokratien seien.

Kretschmer will an Kohleausstieg 2038 festhalten

Pläne für einen von 2038 auf 2030 vorgezogenen Kohleausstieg lehnte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) nicht zuletzt vor dem aktuellen Russland-Ukraine-Konflikt ab. "Ich möchte nicht über 2030 reden", sagte Kretschmer. Er habe sich darauf verlassen, dass der Kompromiss 2038 für den Kohleausstieg auch über Bundesregierungen hinweg gelte. Kretschmer glaubt, dass das Strukturwandelgesetz nicht ausreiche, um ausreichend neue, attraktive und tarifgebundene Arbeitsplätze in den Braunkohleregionen entstehen können. Es müsse nachgebessert werden, forderte er.

Grüner Wasserstoff als Zukunftslösung

Energieminister Günther sagte, deutschlandweit würden die Stromerzeugung zu neun Prozent aus Kohle und noch sechs Prozent aus Atom gedeckt. Gas - meist aus Russland - werde hingegen für Wärme und Industrieprozesse eingesetzt. Die Übergangstechnologie Erdgas müsse durch grünen Wasserstoff - gewonnen aus erneuerbaren Energien - abgelöst werden. Darüber herrsche Einigkeit in der schwarz-grün-roten Koalition, sagt Günther. Er sagte, ein Kohleausstieg vor 2038 sei schon immer diskutiert worden, sofern die Energierversorgung aus anderen Quellen gesichert ist.

MDR (lam)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 01. März 2022 | 19:00 Uhr

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