Preisverleihung Leipziger Medienpreis für Investigativjournalisten aus Russland

Roman Badanin hat ab 1997 in Russland in Russland als Journalist gearbeitet. Über die Jahre bekam er hautnah zu spüren, wie die Pressefreiheit immer weiter zurückgedrängt wurde. Gefährlich wurde es für ihn, als er über Korruption der russischen Politikelite berichtete. Für seine journalistischen Verdienste bekam er jetzt den Leipziger Medienpreis.

Roman Badanin winkt Journalisten.
Roman Badanin im Juni 2021 beim Verlassen einer Polizeistation in Moskau. Zuvor hatten Mitarbeiter von Sicherheitsbehörden die Wohnung des russischen Investigativjournalisten durchsucht. Bildrechte: dpa

Der russische Journalist Roman Badanin hat am Freitag in Leipzig den Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien erhalten. Dieser wird von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig vergeben. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) würdigte den Preisträger als "Leuchtturm" des unabhängigen Journalismus in Russland.

"Medienschaffende wie er haben uns frühzeitig gewarnt, welch Geistes Kind der russische Präsident Putin ist - und viele haben teuer dafür bezahlt. Wir müssen in der Zukunft noch viel früher und genauer hinhören, wenn solche Stimmen ertönen", sagte Jung, der Vorsitzender des Stiftungsrats der Medienstiftung ist.

Burkhard Jung
Bildrechte: dpa

Medienschaffende wie er haben uns frühzeitig gewarnt, welch Geistes Kind der russische Präsident Putin ist.

Burkhard Jung (SPD) Leipziger Oberbürgermeister

Preisträger berichtete über Korruption in Russland

Der 1970 geborene Roman Badanin arbeitete in führenden Positionen unter anderem beim regierungskritischen TV-Senders Doschd. 2018 gründete er das Portal "Proekt", das unter anderem über die paramilitärische russische Organisation "Wagner" und über wirtschaftliche Aktivitäten und Korruption der russischen politischen Eliten berichtete. Das Portal wurde 2021 in die Liste unerwünschter Organisationen aufgenommen. Nach Drohungen arbeitet Badanin derzeit an der US-Universität Stanford.

Medienpreis mit 10.000 Euro dotiert

Der Medienpreis ist mit 10.000 Euro dotiert. Er wird seit 2001 an Journalisten, Verleger oder Institutionen vergeben. In Gedenken an den 9. Oktober 1989 in Leipzig will er Verdienste für die Meinungs- und Redefreiheit würdigen. Zu den früheren Preisträgern zählen unter anderem Deniz Yücel, Anna Politkowskaja oder Seymour Hersh.

Mehr zum Thema

Osteuropa

Logo MDR 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR (sth)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 07. Oktober 2021 | 17:00 Uhr

Mehr aus Leipzig, dem Leipziger Land und Halle

Eine Straßenbahn hält im Zentrum von Halle 1 min
Bildrechte: dpa
1 min 01.12.2022 | 16:12 Uhr

MDR SACHSEN-ANHALT Do 01.12.2022 14:00Uhr 00:30 min

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/halle/halle/audio-2194766.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Mehr aus Sachsen

Junge Musiker mit Weihnachtsmannmützen spielen im Freien Querflöte. 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Innenstadtstraße in Torgau 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK