Friedliche Revolution Leipzig und Plauen bringen Bewerbung für Einheitszentrum auf den Weg

Die Friedliche Revolution, die Veränderungen in Deutschland und die Geschichten der Menschen, die diese Veränderungen seit 1989 erlebt haben sollen einen Ort bekommen, an dem darüber gesprochen wird, an dem Forschung für Aufklärung sorgt und Begegnung ohne Vorurteile möglich ist. So ein Ort soll im Osten Deutschlands entstehen. Leipzig und Plauen haben nun gemeinsam ihre Hüte in den Ring geworfen.

Leipzig und Plauen wollen das vom Bund geplante Zukunftszentrum nach Sachsen holen. Es soll unter anderem an die Friedliche Revolution erinnern. Heute haben die Städte ihre Bewerbung präsentiert.

Beide Städte seien Orte mit enormer Symbol- und Strahlkraft. Das sagte Plauens Oberbürgermeister Steffen Zenner (CDU) heute bei der Vorstellung der Bewerbung für das Einheitszentrum. Das Besondere dieser Bewerbung ist, dass gleich zwei Städte gemeinsam antreten. Unterstützung erhalten sie vom Freistaat Sachsen.

Der Bund will rund 200 Millionen Euro in das Projekt investieren. Bis Ende September können sich Städte aus dem Osten Deutschlands um den Standort des Forschungs- und Veranstaltungszentrums bewerben. Das Land Thüringen favorisiert Jena. Für Sachsen-Anhalt ist Halle im Rennen, Brandenburg und Berlin unterstützen die Bewerbung von Frankfurt/Oder.

Zwei Städte - gemeinsame Bewerbung von Leipzig und Plauen

Sowohl von Leipzig, als auch von Plauen aus seien Impulse der Friedlichen Revolution gesetzt worden, sagten die Oberbürgermeister beider Städte, Burkhard Jung (SPD) und Steffen Zenner. Die Städte stünden für mutige Menschen, die im Herbst 1989 Geschichte geschrieben haben. Und die Stadtoberhäupter zeigten sich überzeugt, wer Geschichte authentisch aufarbeiten wolle, müsse das Zentrum nach Sachsen geben.

Mit der sächsischen Doppelbewerbung sollen unterschiedliche Erkenntnisse transportiert werden. Leipzig stehe für die Erfahrungen in einer mittelgroßen Stadt und Plauen für die im ländlichen Raum, sagte Leipzigs Oberbürgermeister Jung.

Blick auf den Marktplatz von Plauen 2012 mit dem Alten Rathaus samt prächtigem Renaissance-Giebel.
Die Stadt Plauen soll für die Erfahrungen der Friedlichen Revolution im ländlichen Raum stehen. Bildrechte: dpa

Erfahrungen und Brüche nach 1989

Der Bund will in das "Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und europäische Transformation" rund 200 Millionen Euro investieren. Mit dem Projekt sollen Brücken nach Mittel- und Osteuropa geschlagen werden. Gleichzeitig sollen die Erfahrungen und Brüche nach 1990 sichtbar gemacht werden.

Die Friedliche Revolution ist ein Glücksfall in der Geschichte, aber möglicherweise nicht für jeden persönlich.

Steffen Zenner Oberbürgermeister Plauen

Leipzigs Oberbürgermeister Jung sagte, das Zentrum solle die Identität der Ostdeutschen würdigen. Es gelte vor allem, einander zuzuhören.

Dialog in Leipzig und Forschung in Plauen

Leipzig plant als Standort mit dem Matthäikirchhof nahe der ehemaligen Stasiunterlagenbehörde - dem heutigen Archiv Bürgerbewegung in der "Runden Ecke". Schwerpunkt soll hier der Dialog sein.

Plauen sieht sich eher der Wissenschaft verpflichtet und seinen Standort am Neustadtplatz im Bereich der Elsteraue als Zentrum der Forschung.

Matthäikirchhof Leipzig
Der Matthäikirchhof in Leipzig liegt gleich neben dem Museum "Runde Ecke". Bildrechte: Lars Tunçay/MDR

Mit dem Zukunftszug durchs Land

Wie für die Bewerbung geworben werden soll, dafür gibt es ebenfalls Pläne: Beide Städte wollen einen Zukunftszug durchs Land schicken. Dabei sollen nicht nur die Vorhaben vorgestellt, sondern auch Erfahrungen der Menschen eingesammelt werden.

Eine erste Probefahrt mit Schülerinnen und Schülern, Forschenden und Bürgerrechtlern und Bürgerrechtlerinnen ist am Donnerstag von Leipzig nach Plauen geplant.

MDR (gri, swi)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Radioreport | 07. September 2022 | 13:00 Uhr

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