Wolfssichtung Junge Wölfin von Liebschützberg offenbar abgetaucht

Eine Wölfin hat seit Ende Juni in der nordsächsischen Gemeinde Liebschützberg für Aufsehen gesorgt. Sie entfernte sich von ihrem Rudel und erkundete auf eigene Faust den Ort. Dabei hatte sie es auf Hundespielzeug und Solarlampen abgesehen. Die Bewohner von Liebschützberg waren besorgt, weil das Tier die Nähe der Menschen aufzusuchen schien. Doch nun ist die Wolfsdame wohl vorerst abgetaucht.

Die Wolfsfähe betritt das nächtliche Grundstück vom Feld kommend.
Durch Wildkameras konnte die Wölfin im vergangenen Monat mehrmals gesichtet werden. Bildrechte: Wildkamera Fachstelle Wolf / K. Schanze

Bis in den Juli hat eine Wölfin im nordsächsischen Liebschützberg für reichlich Aufregung gesorgt. Doch aktuell scheint die Wölfin vorerst abgetaucht zu sein. Wie die Sprecherin des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Anne Matthies-Umhau, auf Anfrage von MDR SACHSEN mitteilt, ist die Wölfin durch die amtsinterne Fachstelle Wolf nochmals am 20. Juli gesichtet worden. Am 25. Juli habe das Tier schließlich durch eine private Wildkamera vorerst das letzte Mal dokumentiert werden können.

Auch solche kuriose Klau-Aktionen wie vor einem Monat hätten nicht mehr stattgefunden, sagt Matthies-Umhau: "Uns sind keine weiteren Vorfälle seit dem 11. Juli bekannt. Die Fähe hatte in dieser Nacht zwei von drei Katzennäpfen auf einem Gartengrundstück verschleppt."

Ein neugieriger Grauwolf sucht an einem Seeufer nach Futter.
Wölfe meiden den Kontakt zum Menschen. Durch unachtsam weggeworfene Speisereste könnten sie jedoch angelockt werden. Bildrechte: imago/alimdi

Durch Bissspuren und Genanalysen wird Wolf zugeordnet

Vor über einen Monat bemerkten die Besitzer eines Grundstücks in Liebschützberg in der Nacht vom 22. auf den 23. Juni ungewöhnlich laute Geräusche in ihrem Garten. Sie meldeten sich bei der Fachstelle Wolf. Am nächsten Tag wurde deutlich, woran sich ein Wolf vergangen hatte: Den Hundepool hatte er durch den Garten gezerrt und einen Spielball zerbissen. Später sollte er sich auch noch an Solarlampen vergreifen.

Durch einen Abstrich der Bissspuren und eine Genanalyse kam die Erkenntnis: Bei dem Tier handelt es sich um eine etwa ein- bis zweijährige Wolfsfähe, also einen weiblichen Wolf, deren Wolfsrevier in der Gohrischheide etwa 15 Kilometer entfernt von Liebschützberg auf der anderen Elbseite liegt. Das LfULG informierte darüber in einer Mitteilung. Eine installierte Wildkamera lieferte in der Folge die Beweise, dass die Wölfin das Grundstück weitere Mal aufsuchte, um sich etwa an Solarleuchten zu bedienen und diese wegzuschleppen.

Die Wolfsfähe verlässt den Garten mit einer Solarleuchte im Maul.
Eine Wildkamera dokumentiert, wie die Wölfin eine Solarlampe wegschleppt. Bildrechte: Wildkamera Fachstelle Wolf / K.Schanze

Die Bewohner zeigten sich in der Folge zunehmend besorgt. Bürgerinnen und Bürger meldeten der Fachstelle Wolf mehrere Sichtungen der jungen Wölfin. In der Zwischenzeit hatte die Fachstelle im Ort einen Wurfzettel mit Informationen rund um Wölfe verteilt, etwa wie man sich bei Begegnung mit einem Wolf verhält.

Wolfs-Experten vermuten Geschlechtsreife des Tieres

Unterdessen hat die Fachstelle Wolf erste Vermutungen, warum sich die Wölfin so weit von ihrem Rudel entfernt hatte, erklärt Matthies-Umhau: "Unsere Fachleute gehen davon aus, dass die ein- bis zweijährige Wölfin auf Abwanderung von ihrem angestammten Rudel ist."

Unsere Fachleute gehen davon aus, dass die ein- bis zweijährige Wölfin auf Abwanderung von ihrem angestammten Rudel ist.

Anne Matthies-Umhau Sprecherin des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG)

Wenn junge Wölfe geschlechtsreif werden, verlassen sie ihr altes Rudel, um ein eigenes Revier und Partner zu finden. Manche der Tiere versuchen sich dabei in der Nachbarschaft anzusiedeln, wenn die Territorien noch nicht belegt sind. Andere suchen sich auch hunderte Kilometer entfernt ein neues Revier.

Wolfsrudel: Standortwechsel eher unwahrscheinlich

Ob die Wölfin in der Region bleibt, müssten die Sichtungen zeigen, erklärt Matthies-Umhau weiter. Das Lupus-Institut führt dazu im Auftrag der Fachstelle Wolf ein Monitoring etwa mit Sichtungen und Begutachtungen von Wolfsrissen durch.

Dass das ganze Wolfsrudel aus der Gohrischheide den Standort wechseln könnte, sei eher unwahrscheinlich. "Das ist abhängig von den  Rückzugsmöglichkeiten und dem Nahrungsangebot. Hinzu kommt die Elbe als weitere natürliche Barriere", sagt Matthies-Umhau. Auch wenn der Wolf den Menschenkontakt meidet, sollte ihm kein Anlass durch Speiseabfälle oder Fütterungen gegeben werden, menschliche Siedlungen aufzusuchen.

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Heulende Wölfe 5 min
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