Energiekrise In Leipzigs Schulen, Kitas und Horten wird es kälter

In Kitas, Schulen und Horten wird es kälter: Das hat die Stadt Leipzig beschlossen, um angesichts der aktuellen Versorgungslage Energie einzusparen. Auch für die Schwimmhallen gibt es Änderungen.

Eine Erzieherin betreut drei kleine Kinder und sitzt mit ihnen an einem Tisch.
Um Energie zu sparen, werden die Räume in Leipzigs Kitas nur noch bis 21 Grad Celsius beheizt. Bildrechte: dpa

Die Stadt Leipzig hat einen Energiesparplan für kommunale Schulen, Kitas und Co beschlossen. Je nachdem, wie die jeweiligen Räume genutzt werden, sollen unterschiedliche Temperaturvorschriften gelten.

Wie kühl wird es wo?

In Kitas, Grund- und Förderschulen bleiben die meisten Räume auf 21 Grad Celsius beheizt, für Waschräume gilt eine Temperatur von 24 Grad. An Oberschulen, Gymnasien und Berufsschulen liegen die Temperaturen je nach Nutzung des Raumes bei 20 oder 21 Grad.
Gänge, Flure und Treppenhäuser sollen nicht beheizt werden. Ebenfalls soll die Heizung heruntergedreht werden, wo Räume nicht genutzt werden oder nur wenige Kinder anwesend sind.

Jacken hängen an einer Garderobe
Ob die Jacken im weniger beheizten Klassenraum wohl häufiger anbleiben? Bildrechte: dpa

Warmwasser wird abgestellt

Doch die Energiesparliste ist noch länger: Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte werden zum Stoßlüften angehalten und sollen vom Amt für Schule Infomaterialien zum Thema Stromsparen erhalten. Lampen mit schlechter Energiebilanz sollen ausgetauscht und überflüssige Leuchten gleich ganz entfernt werden. Auch verbesserte Heizungsanlagen und optimierte Wärmedämmung sollen "forciert fortgeführt" werden, heißt es von der Stadt Leipzig. Außerdem soll an Oberschulen, Gymnasien und Berufsschulen die Warmwasserversorgung eingestellt werden. Für Kitas, Grund- und Förderschulen sowie Horte gilt das nicht.

Schwimmunterricht bei 26 Grad Celsius Wassertemperatur

Auf den Schwimmunterricht will man in der Primarstufe nicht verzichten: Pandemiebedingt ist das Schwimmenlernen für vorherige Jahrgänge verschoben worden und es gebe es weiterhin Nachholbedarf. Im Wasser wird es dabei künftig wärmer als im Klassenzimmer: Hier gelten weiterhin Temperaturen von 26 Grad Celsius, weniger sollen es wegen des Schwimmunterrichts und des Kinderschwimmens nicht werden.

Kinder sitzen in einer Schwimmhalle am Beckenrand
Der Schwimmunterricht muss weitergehen, heißt es von der Stadt Leipzig. Schwimmen können sei lebenswichtig und auch die durch die Coronapandemie verpassten Stunden müssten noch aufgeholt werden. Bildrechte: MDR/Andreas Dreißel
Handlungsszenarien der Stadt Leipzig
  Handlungsszenarien Notfallplan Gas
Stufe A Geringer Eingriff in die Versorgung der Objekte Alarmstufe
Stufe B Starker Eingriff in die Versorgung der Objekte Alarmstufe
Stufe C Stilllegung einzelner Objekte Alarmstufe
Stufe D Krisenfall ohne Entscheidungsspielraum der Stadt Leipzig Notfallstufe

Die Stadt Leipzig hat einen Handlungsplan mit vier Stufen entwickelt, die sich auf den Notfallplan des Bundes beziehen. Aktuell befindet sich Leipzig nach Angaben der Stadt in Stufe B. Dies sei eine verwaltungsinterne Festlegung des Oberbürgermeisters Burkhart Jung (SPD), wie die Stadt mitteilte. Je nach Lage in der Energieversorgung würde der Oberbürgermeister dann die weiteren Stufen festlegen.

Schließungen von Schwimmbädern ab Stromsparstufe C

Wird die Energiesparstufe C erreicht, wird in Leipzig nicht mehr weiter geschwommen: Dann müssen alle vier mit Erdgas betriebenen Leipziger Schwimmhallen West, Nord, Mitte und das Sportbad an der Elster schrittweise geschlossen werden. Die Schwimmhallen Grünauer Welle, Nordost, Südost und Süd können geöffnet bleiben, da hier mit Fernwärme geheizt wird.

MDR-Sinfonieorchester zum Eröffnungskonzert der Saison 2022/2023 im Gewandhaus zu Leipzig
Auch hier wird es kühler werden: Das Leipziger Gewandhaus soll wie die anderen kulturellen Eigenbetriebe seinen Energieverbrauch um 20 Prozent reduzieren. Bildrechte: MDR / Fotograf Marco Prosch

Kulturelle Eigenbetriebe entwickeln Notfallpläne

Auch die Eigenbetriebe Kultur bereiten Notfallpläne vor: Dazu gehören das Gewandhaus, Schauspiel, die Oper, Musikalische Komödie und das Theater der jungen Welt. Sie sollen bis zu 20 Prozent weniger Energie verbrauchen und auch bei Energiesparstufe C geöffnet bleiben.

MDR (lst)

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