Bildung Studie: Sachsens Lehrer an der Belastungsgrenze

Der Lehrermangel in Sachsen ist nicht nur schlecht für die Schülerinnen und Schüler, sondern auch für die verbliebenen Lehrer. Laut einer Studie der Universität Göttingen arbeiten Sachsens Lehrkräfte deutlich zu viel. Die Lehrergewerkschaft GEW schlägt deshalb Alarm.

Mathematikunterricht an einer Schule
Immer mehr Aufgaben für immer weniger Lehrer in Sachsen. Die hohe Arbeitsbelastung für die sächsischen Pädagogen bescheinigt jetzt auch eine Studie der Universität Göttingen. (Symbolbild) Bildrechte: imago/epd

Die Lehrerinnen und Lehrer in Sachsen arbeiten zu viel. Zu diesem Schluss ist jetzt eine Studie der Universität Göttingen gekommen. Demnach liegt die Arbeitszeit im Jahresmittel mehr als drei Stunden pro Woche über der vorgeschriebenen Zeit, sagte Studienleiter Frank Mußmann in Dresden. Eine Mehrheit der Lehrkräfte leiste regelmäßig Mehrarbeit. Die Daten würden bisherige Studien aus anderen Bundesländern bestätigen.

Die Studienergebnisse zeigen, dass sächsische Lehrerinnen und Lehrer nicht nur deutlich mehr Arbeit leisten, als sie vertraglich schulden. Sie sind auch hoch belastet.

Frank Mußmann Universität Göttingen

Arbeitsbelastung der sächsischen Lehrer über dem Bundesschnitt

Sachsen liege dabei aber noch über dem bundesweiten Durchschnitt. Ein Drittel der Lehrkräfte in Vollzeit arbeite während der Schulzeit mehr als 48 Stunden pro Woche, was gegen geltende Schutznormen zur Arbeitszeit verstoße. Damit gingen hohe Gesundheitsrisiken einher.

"Die Studienergebnisse zeigen, dass sächsische Lehrerinnen und Lehrer nicht nur deutlich mehr Arbeit leisten, als sie vertraglich schulden. Sie sind auch hoch belastet. Burnout-Indikatoren zeigen, dass sie hohe Gesundheitsrisiken tragen", sagte Mußmann.

Mehr Arbeit für immer weniger Lehrkräfte

Die Studie wurde im Auftrag der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) erstellt. Nach den Worten von GEW-Chefin Uschi Kruse sind in den vergangenen Jahren durch Themen wie Inklusion, Digitalisierung, Migration und Corona immer neue Aufgaben auf die Schulen zugekommen. "Das Problem ist, dass die neuen Aufgaben immer noch obendrauf kommen und aufgrund des Lehrkräftemangels immer mehr Arbeit von immer weniger Lehrkräften bewältigt werden muss."

Zahlen und Fakten zur Studie - Für die Studie wurden 1.473 Lehrkräfte an 300 sächsischen Schulen per Online-Fragebogen befragt.
- Die Daten für die Studie wurden an Grundschulen, Gymnasien und Oberschule erhoben.
- Der Erhebungszeitraum war vom 27. Juni bis zum 29. Juli 2022.

Quelle: Kooperationsstelle Universität Göttingen

MDR (sth)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 05. Oktober 2022 | 19:00 Uhr

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