Mordprozess Tod eines 38-Jährigen: Staatsanwaltschaft Dresden fordert hohe Haftstrafen

Vier Menschen stehen in Dresden vor Gericht. Sie sollen einen 38 Jahre alten Mann im Landkreis Meißen vor anderthalb Jahren brutal umgebracht zu haben. Es ging um Sorgerecht, Trennung und eine Sterbeversicherung. Die Staatsanwaltschaft fordert hohe Haftstrafen.

Landgericht Dresden
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Im Prozess um den Tod eines 38-Jährigen im Sommer 2020 am Landgericht Dresden hat die Staatsanwaltschaft lebenslange Freiheitsstrafen für die Hauptangeklagte und einen mutmaßlichen Komplizen gefordert. Bei einem weiteren Beschuldigten plädierte sie auf 14 Jahre und zehn Monate. Die Drei seien wegen Mordes und Menschenraubs schuldig zu sprechen - bei Letzterem sei aber die Hilfe bei der Aufklärung des Verbrechens zu berücksichtigen, sagte deren Vertreter Till von Borries.

Staatsanwalt spricht von "feigem Mord"

Für eine Mittäterin, die bei der Entführung des Mannes dabei war, verlangte er zehneinhalb Jahre wegen Mordes durch Unterlassen und Menschenraubs. "Es war ein Mord, ein feiger Mord, eine rohe, sinnlose Tat", sagte er.

Die Hauptangeklagte habe ein Komplott initiiert, um ihren Noch-Ehemann loszuwerden - aus Angst vor Auseinandersetzungen um den gemeinsamen Sohn und die Zwillinge, die sie erwartete. Sie habe das Trennungsjahr nicht abwarten wollen, sagte von Borries. Zudem soll es um 17.000 Euro aus einer Sterbeversicherung des Opfers gegangen sein.

Opfer im Wald zu Tode gequält

Laut Anklage haben die Angeklagten ihr Opfer am 13. Juni 2020 entführt und in Tötungsabsicht grausam und über Tage in einem einsamen Waldstück längere Zeit gequält. Der Mann starb am 15. oder 16. Juni und war erst nach fast einer Woche gefunden worden.

MDR (lam/Jan Kummer)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 26. Januar 2022 | 15:30 Uhr

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