Prozess Juwelendiebstahl in Dresden: Angeklagter soll Alibi haben

Im Prozess um den Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden sind neue Ermittlungsergebnisse der Sonderkommission bekannt geworden. Einer der sechs Angeklagten könnte durch die Indizien entlastet werden. Die Verteidiger wollen sein Verfahren deshalb von den anderen abtrennen.

Justizbeamte, Anwälte und zwei Angeklagte (vorne l und hinten r) warten im Gerichtssaal, im Landgericht Dresden, während der Prozess um einen Juwelenraub im Grünen Gewölbe des Dresdner Residenzschlosses fortgesetzt wird
Konnte einer der Angeklagten gar nicht am Tatort in Dresden sein? Von der Verteidigung vorgelegte Indizien legen dies nahe. Bildrechte: dpa

Einer der wegen des Juwelendiebstahls aus dem Historischen Grünen Gewölbe in Dresden Angeklagten soll ein Alibi haben. Das erklärten seine Verteidiger bei der Verhandlung am Landgericht. Die Staatsanwaltschaft habe ihnen mitgeteilt, dass die Sonderkommission "Epaulette" den Aufenthaltsort von Ahmed R. zur Tatzeit ermittelt habe. Er sei am frühen Morgen des 25. November 2019 in der Notaufnahme einer Berliner Klinik behandelt worden.

Indizien für Alibi: Gesundheitskarte, Arztbericht, Foto

Beleg dafür sei unter anderem seine Gesundheitskarte, die in der Klinik eingelesen worden sei. Ein ärztlicher Befund sei um 2:42 Uhr ausgedruckt worden. Ihr Mandant könne daher nicht an der Tat mitgewirkt haben, erklärten die Verteidiger. Ein Foto, das den Angeklagten in der Notaufnahme zeige, sei erst im Dezember 2021 von den Ermittlern auf dem Handy von dessen Freundin gefunden worden.

Die Verteidiger beantragten, das Verfahren gegen ihren Mandanten von dem gegen die anderen fünf Angeklagten abzutrennen. Die Staatsanwaltschaft will das Alibi überprüfen. Eine Stellungnahme wird in der kommenden Woche erwartet.

Sechs Verdächtige angeklagt

Seit Ende Februar müssen sich im Zusammenhang mit dem Coup insgesamt sechs junge Männer zwischen 23 und 28 Jahren wegen schweren Bandendiebstahls, Brandstiftung und besonders schwerer Brandstiftung verantworten. Die Deutschen gehören zu einer arabischstämmigen Berliner Großfamilie, dem "Remmo-Clan". Sie sollen aus dem Historischen Grünen Gewölbe in Dresden 21 Schmuckstücke mit insgesamt 4.300 Diamanten und Brillanten im Gesamtwert von über 113 Millionen Euro gestohlen haben.

MDR (kb,MINA)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 12. April 2022 | 15:00 Uhr

Mehr aus Dresden und Radebeul

Mehr aus Sachsen

Batteriespeicher 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Facebook 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK