Kunstschatz Wandteppich aus dem 16. Jahrhundert wieder zurück im Schloss Moritzburg

Jahrzehntelang war er verschwunden - nun ist ein historischer Wandteppich aus dem 16. Jahrhundert wieder im Schloss Moritzburg zu sehen. Das Kunstwerk mit dem Bildnis Kaisers Karl V. wurde von der Kulturstiftung der Länder erworben.

Christian Striefler, Geschäftsführer von Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen, spricht bei einer Pressekonferenz zur Vorstellung des angekauften Exponates «Tapisserie mit dem Bildnis Kaiser Karl V.»
Der Wandteppich aus dem Besitz der Wettiner wurde am Dienstag im Schloss Moritzburg präsentiert. Bildrechte: dpa

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Ein kostbarer historischer Wandteppich mit dem Bildnis von Kaiser Karl V. ist nach 77 Jahren zurück im Schloss Moritzburg bei Dresden. Die Tapisserie aus Seiden-, Gold- und Silberfäden wurde mit finanzieller Hilfe der Kulturstiftung der Länder und der Ernst von Siemens Kunststiftung im Sommer erworben, wie die Schlösserverwaltung am Dienstag mitteilte. Deren Geschäftsführer Christian Striefler sagte, die Stiftungen hätten "möglich gemacht, was lange Zeit unmöglich schien." Laut Striefler musste eine "höhere sechsstellige Summe" aufgebracht werden.

Kunstwerk mit Habsburger Kaiser

Das etwa vier Quadratmeter große und signierte Kunstwerk wurde 1545 von einem Textilkünstler aus Flandern in Leipzig gewebt und zeigt ein Bildnis des Habsburger Kaisers Karl V. (1500-1558). Die farbige Tapisserie aus Seiden-, Gold- und Silberfäden ist von Blumen und Fruchtgirlanden geschmückt.

Ein historischer Wandteppich von Kaiser Karl V.
Das Kunstwerk zeigt ein Bildnis des Habsburger Kaisers Karl V. Bildrechte: Schlösserland Sachsen/Carlo Böttger

Derartig hochwertige Wandteppiche aus dem 16. Jahrhundert seien heute selten und würden kaum noch auf dem Kunstmarkt gehandelt, sagte der Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder, Markus Hilgert, bei der Vorstellung.

Der Wandteppich ist ein neues kulturelles und touristisches Highlight für Sachsen.

Barbara Klepsch Kulturministerin Sachsen

Teppich seit dem zweiten Weltkrieg verschollen

Das Exponat befand sich den Angaben zufolge von 1918 bis 1945 im Schloss Moritzburg. Es war im Eigentum der Wettiner, die den Teppich bei Kriegsende mit auf die Flucht genommen hatten. Vor einigen Jahren sei es dann in den Kunsthandel gekommen, hieß es. Nach jahrelangen Verhandlungen "im Stillen" konnte das Kunstobjekt angekauft werden.

"Bedeutendstes Kunstobjekt in sächsischen Schlössern"

Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) betonte, der Wandteppich sei ein neues "kulturelles und touristisches Highlight für Sachsen". Allein die erhaltene Farbenpracht zeige die Qualität des Teppichs, sagte Striefler. Er sei das bedeutendste Kunstobjekt der sächsischen Schlösser. Bis Ende Oktober ist der Wandteppich im Monströsensaal ausgestellt - und nach der Winterausstellung wieder ab dem Frühjahr 2023.

MDR (ben)/dpa/epd

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten Studio Dresden | 04. Oktober 2022 | 15:00 Uhr

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