Montag Corona-Ticker Sachsen: Gefühlte Inflation höher als tatsächliche Teuerung

Wir halten Sie mit unserem Corona-Ticker täglich über das Pandemiegeschehen in Sachsen auf dem Laufenden. Hier finden Sie Zahlen, Fakten, Hintergründe.

Einkaufswagen mit verschiedenen Artikeln in einem Supermarkt
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19:00 Uhr | Tickerende

An dieser Stelle endet die Corona-Berichterstattung für heute. Wir sind morgen früh wieder mit aktuellen Informationen für Sie da. Dann berichten wir auch über die geplanten Lockerungen der Corona-Regeln, die das Kabinett am Dienstagabend nach seiner Sitzung veröffentlichen will. Einstweilen Ihnen einen guten Abend und: Bleiben Sie gesund!

18:50 Uhr | Antikörper bei geimpften Müttern

Seit Monaten diakutieren werdende Mütter, ob sie sich gegen das coronavirus impfen lassen sollen. Jetzt ergab eine Studie: Bilden Mütter während der Schwangerschaft Corona Antikörper, geben sie die auch an ihre Babys weiter. Dieser Effekt ist aber bei einer Impfung viel stärker als bei einer Infektion.

16:11 Uhr | Gefühlte Inflation höher als tatsächliche Teuerung

Die gefühlte Inflationsrate in Deutschland liegt aktuell schätzungsweise bei rund 8,5 Prozent. Tatsächlich weist die offizielle Statistik nur rund fünf Prozent aus, sagt der Wirtschaftsprofessor Gunther Schnabl von der Universität Leipzig. Er leitet das Institut für Wirtschaftspolitik und stützt sich auf regelmäßige Umfragen der Europäischen Kommission unter Verbrauchern.

Mit dem steilen Anstieg der offiziell gemessenen Raten ist die Inflation nun in aller Munde. Sie wird daher von den Verbrauchern viel stärker wahrgenommen. Dazu kommt, dass wegen der Corona-Krise anders konsumiert wird. Restaurantbesuche sind weniger geworden, es werden eher mehr Lebensmittel gekauft - und gerade die haben sich zuletzt überdurchschnittlich verteuert.

Gunther Schnabl Ökonom und Lehrstuhlinhaber

"Schnabl geht davon aus, dass die gefühlte Inflation weiter hoch bleiben wird, weil die Europäische Zentralbank weiter mit der geldpolitischen Straffung zögere. Damit dürfte die offiziell gemessene Teuerung hoch bleiben und die Berichterstattung darüber anhalten, schätzte der Wirtschaftsexperte. "Beides wird die gefühlte Inflation weiter befeuern."

14:48 Uhr | Fallstricke und Bedingungen für Corona-Öffnungsplan

Bis Mitte März sollen alle tiefgreifenderen Corona-Schutzmaßnahmen wegfallen. Möglich soll das nach dem Willen der bundespolitik aber nur sein, wenn sich die Lage im Gesundheitssystem deutlich entspannt. In Sachsen und Mitteldeutschland ließ die Omikron-Welle mit etwa zwei bis drei Wochen Verspätung zum deutschlandweiten Trend die Fallzahlen in die Höhe schnellen. Darum ist hierzulande zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch unklar, ob der Fallzahl-Höhepunkt bereits überschritten ist oder noch bevorsteht. Damit steht und fällt der Corona-Öffnungsplan:

14:13 Uhr | Kultusminister verlangt mehr Personal an Schulen

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) verlangt zusätzliches Personal für die Schulen. Die Schülerinnen und Schüler im Freistaat brauchten mehr Unterstützung, sagte er der "Leipziger Volkszeitung". Dabei sei es wichtig, dass nicht nur ausreichend Lehrerstellen zur Verfügung stünden, sondern auch die gerade eingeführten Assistenzsysteme weiterliefen. Piwarz räumte ein, dass in der bundesweiten Debatte lange vernachlässigt worden sei, was es mit Kindern in der Corona-Pandemie mache, wenn sie nicht zur Schule gehen könnten. Rückblickend hätte man früher auf die Interessen der Kinder eingehen müssen und die Pandemie nicht nur aus der medizinischen Perspektive sehen dürfen, sagte Piwarz.

Schule kann zwar einen wesentlichen Teil leisten, aber ich sehe die gesamte Gesellschaft gefordert. Es geht um Jugendhilfe, soziale Hilfssysteme, auch um den medizinischen Bereich.

Christian Piwarz sächsischer Kultusminister (CDU)

14:07 Uhr | Linke verlangt mehr Arbeitsschutz für Beschäftigte

Die sächsischen Linken wollen Beschäftigte in der Corona-Pandemie stärker schützen. Sie kritisieren die bisherige Corona- Maßnahmen als "zumeist einseitig auf die Bedürfnisse der Unternehmen" ausgerichtet. "Für die Beschäftigten fehlt nach zwei Jahren Pandemie immer noch ein Arbeits- und Gesundheitsschutz-Rettungspaket. Wir schlagen Maßnahmen vor, um besondere Härten zumindest teilweise auszugleichen", sagte der Landtagsabgeordnete Nico Brünler.

Ausnahmen zur Ausdehnung der Arbeitszeit sollen so schnell wie möglich enden, hieß es. Sachsen solle das Kurzarbeitergeld für alle Beschäftigten auf 100 Prozent des Nettolohns aufstocken. Mehrarbeit, die coronabedingt über die erlaubte Zeit hinaus geleistet wurde, soll mit einem Bonus von 100 Prozent des Bruttolohns vergütet werden. Die Linken schlagen für alle Beschäftigten einen Rechtsanspruch auf bezahlte Freistellung für einen Weiterbildungsurlaub von fünf Tagen pro Jahr vor. Für Arbeitnehmer, die während der Arbeit ständig eine Maske tragen müssen, werden zusätzlich Mindestpausen verlangt.

13:28 Uhr | SMS-Service des Bautzner Gesundheitsamtes gut genutzt

Der neue SMS-Service des Bautzener Gesundheitsamtes wird gut angenommen. Mehr als 1.000 Personen, deren PCR-Test positiv ausgefallen war, haben seit der Einführung am vergangenen Montag bislang den SMS-Service genutzt, teilt das Landratsamt Bautzen mit. Auch wenn der Service für die Mitarbeitenden im Gesundheitsamt die Arbeit erleichtere, komme es aktuell aufgrund der hohen Fallzahlen dennoch zu Verzögerungen bei der Kontaktnachverfolgung durch das Gesundheitsamt und bei der Zustellung der Quarantänebescheide.

Mit dem SMS-Service erhalten positiv Getestete die Informationen per SMS geschickt sowie eine Transaktionsnummer und eine Verlinkung zur Online-Selbstauskunft. Dieses Verfahren ersetzt die Anrufe des Gesundheitsamtes.

13:08 Uhr | Jeder sechste Beschäftigte will im Homeoffice bleiben

Jeder sechste Beschäftigte in Deutschland will einer Umfrage zufolge auch nach dem Auslaufen der Homeoffice-Pflicht nicht zurück ins Büro. Das berichten die Funke-Medien und berufen sich auf eine repräsentative Forsa-Umfrage. Demnach wünschen sich 17 Prozent der Beschäftigten, in Zukunft immer von zu Hause aus zu arbeiten. 18 Prozent wollen jeweils die Hälfte im Büro und in den eigenen vier Wänden verbringen.

37 Prozent der Befragten gaben an, dass sie in ihren Jobs keine Möglichkeit haben, von zu Hause aus zu arbeiten. Ab dem 20. März soll nach einem Beschluss von Bund und Ländern die Homeoffice-Pflicht wegfallen.

Frau bei der Arbeit am Küchentisch
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12:35 Uhr | Freiberger Bad schränkt wegen kranker Belegschaft Öffnungszeiten ein

Das Johannisbad in Freiberg muss ab heute die Öffnungszeiten einschränken. Unter den Beschäftigten sei es zu zahlreichen, auch Corona bedingten Ausfällen gekommen, heißt es auf der Internetseite des Bades. Deshalb werde die große Badehalle vorübergehend nur noch von 9 bis 16 Uhr geöffnet sein. Auch das Sauna-Angebot werde eingeschränkt. Die Schwimmkurse hingegen könnten noch abgesichert werden, hieß es.

11:33 Uhr | Erzgebirgischer Tourismus mit Corona-Einbußen

Die Tourismusbranche im Erzgebirge hat die Corona-Beschränkungen deutlich zu spüren bekommen. Wie der zuständige Tourismusverband mitteilte, wurden im vergangenen Jahr gut 1,8 Millionen Übernachtungen gezählt - gut 42 Prozent weniger als im Vor-Corona-Jahr 2019. Das Minus lasse sich mit den Zeitraum von 29 Wochen erklären, in dem touristische Reisen in Sachsen aus Infektionsschutzgründen nicht möglich waren, hieß es.

11:00 Uhr | WM-Pokal für guten Zweck versteigert

Die Versteigerung einer weiteren Trophäe von Ex- Skispringer Manfred Deckert ist beendet. Sein WM-Pokal aus dem Jahr 1985 geht für exakt 2.960 Euro an einen Bieter aus den alten Bundesländern. Mit dem Erlös will der Oberbürgermeister von Auerbach Menschen aus seinem Umfeld helfen, die noch immer unter den Folgen der Corona-Pandemie leiden. Bereits im vergangenen Jahr hatte Deckert seinen "Goldenen Adler" für den Gesamtsieg bei der Vierschanzen-Tournee für einen guten Zweck versteigert.

09:43 Uhr | Brandbrief Leipziger Einzelhändler

Bund und Länder haben sich in der vergangenen Woche geeinigt, die Corona-Maßnahmen weiter zu lockern. Unter anderem sollen die G-Regeln im Einzelhandel wegfallen. In Sachsen lässt das noch auf sich warten. Dazu haben Händler in Leipzig eine eindeutige Meinung, die sie der Landesregierung per Brief mitteilten:

08:00 Uhr | Bundesregierung will Auslandreisen ab Ostern vereinfachen

Die Bundesregierung will noch vor Ostern die Corona-Reiseregeln lockern. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" an. Demnach sieht der Entwurf einer neuen Reiseverordnung vor, dass Länder nur noch dann als Hochrisikogebiete ausgewiesen werden, wenn dort eine Corona-Mutation grassiert, die gefährlicher ist als die Omikron-Variante. Für Omikron-Länder sollen bei der Rückreise nach Deutschland die Anmelde- und die Quarantänepflicht entfallen.

Kehren ungeimpfte Kinder aus Hochrisikogebieten zurück, sollen sie sich künftig freitesten können. Die entsprechenden Änderungen sollen am Mittwoch von der Bundesregierung beraten werden und zum 4. März in Kraft treten.

07:09 Uhr | Weniger Gewalt gegen Einsatzkräfte bei Corona-Demos

Viele Proteste, aber weniger Angriffe auf Einsatzkräfte: Das sächsische Innenministerium hat in den vergangenen Wochen weniger Gewalt bei Corona-Demonstrationen im Vergleich zum Dezember festgestellt. Die Proteste liefen überwiegend friedlich, es seien weniger verletzte Beamtinnen und Beamte bei den Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen festzustellen, teilte das Ministerium mit.

Bedauerlicherweise würden jedoch weiterhin Übergriffe auf Einsatzkräfte und Medienschaffende verzeichnet, hieß es. Außerdem registriert die Polizei den Angaben zufolge immer wieder Verstöße gegen die versammlungsrechtlichen Auflagen - etwa wenn Proteste vorher nicht angemeldet werden.

Protestierer rangeln mit Polizisten bei einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen
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Quelle: MDR/Redaktion/dpa/epd/AFP/Reuters/KNA

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 21. Februar 2022 | 19:00 Uhr

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