Meldungen am Donnerstag Corona-Ticker Sachsen am 9.12.: Ärztekammer kritisiert Maskenpflicht-Verstöße in Praxen

Wir halten Sie mit unserem Corona-Ticker täglich über das Pandemiegeschehen in Sachsen auf dem Laufenden. Hier finden Sie Zahlen, Fakten, Hintergründe.

Ein Arzt hält eine OP-Maske in der Hand.
Einige Mediziner in Sachsen halten trotz des wissenschaftlich nachgewiesenen Nutzens nichts von einer coronabedingten Maskenpflicht in ihrer Praxis. Bildrechte: imago images/Westend61

21:14 Uhr | Tickerende

Die Auswirkungen der Corona-Beschränkungen und die Impfdiskussion haben auch heute viele Menschen beschäftigt. Gleichzeitig ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen wie auch die der Covid-19-Patienten auf einem so hohen Niveau, dass das Personal in den Krankenhäusern weiter an der Belastungsgrenze arbeiten muss. Mit diesem Fazit beenden wir unseren heutigen Ticker zur Pandemie-Lage in Sachsen, wünschen Ihnen einen angenehmen Abend, eine gute Nacht und: Bitte bleiben Sie gesund! Morgen früh sind wir wieder für Sie da.

21:03 Uhr | Leidenschaftlicher Impfappell von Regierungschef Kretschmer

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sieht erste kleine Erfolge im Kampf gegen die vierte Welle in der Corona-Pandemie. Diese reichten aber bisher nicht aus, um die Krankenhäuser sprürbar zu entlasten, sagte er in einer Online-Konferenz am Abend . Die Zahl der Neuinfektionen sei zwar leicht gesunken, jedoch noch immer um den Faktor zehn zu hoch.

Zugleich warb der CDU-Politiker in einem eindringlichen Appell an alle Bürger, sich impfen zu lassen. Sachsen müsse die Inzidenz senken und vorbereitet sein, falls das Infektionsgeschehen durch die Omikron-Variante des Coronavirus wieder anziehen sollte. Dabei sei jede Impfung, Erst-, Zweit- und auch Drittimpfung ein zusätzlich aufgespanntes Sicherheitsnetz, erklärte Kretschmer.

Der Geschäftsführer des Erzgebirgsklinikums, Marcel Koch, ergänzte, seine Einrichtung habe vor wenigen Tagen kurz vor der Triage gestanden. Man habe diesen Zustand nur deshalb nicht erreicht, weil Patienten auf der Intensivstation gestorben seien.

20:32 Uhr | Wie geht Sachsens klassische Musikwelt mit Corona um?

Die gespaltene Meinung unter den Bürgern in Sachsen zu Corona-Beschränkungen und Schutzimpfungen spiegelt sich auch in den Orchestern im Freistaat wider. Ersichtlich wird das aus den sehr unterschiedlich hohen Impfquoten oder aus einem von 400 Musikern unterzeichneten Manifest, in dem für alle Menschen ein Zugang zu Konzerten ohne jegliche EInschränkungen gefordert wird. MDR-KULTUR_Musikkritiker Uwe Friedrich hat die Stimmung in der Szene erkundet:

20:09 Uhr | Weihnachtskarten gegen Corona-Einsamkeit

In Oederan sammelt eine private Initiative auch in diesem Jahr Karten und Briefe für Senioren in Pflegeheimen. Mit der Aktion "Ein Lächeln schenken" soll ein Zeichen gegen die zunehmende Vereinsamung aufgrund der Corona-Pandemie gesetzt werden. Initiatorin Patricia Smolka vom Ambulanten Hospizdienst in Oederan sagte, für einsame Menschen in den Senioreneinrichtungen habe der Tag ganz viele Stunden. Die Weihnachtsbriefe seien Balsam für ihre Seele. - Grußbotschaften und Bastelarbeiten werden unter anderem vom Ambulanten Hospizdienst noch bis Mitte nächster Woche entgegengenommen.

19:41 Uhr | Schülerrat fordert Wechselunterricht

Der Landesschülerrat Sachsen hat das Kultusministerium aufgefordert, an den weiterführenden Schulen den Unterricht mindestens bis zu den Weihnachtsferien auf ein Wechselmodell umzustellen. Begründet wird die Forderung mit den hohen Corona-Infektionszahlen im Freistaat. Diese sorgten auch bei Schülerinnen und Schülern für Verunsicherung.

Angesichts der zahlreichen Schließungen von Hotspot-Schulen zweifelte der Schülerrat zudem an, dass die derzeitigen Schutzmaßnahmen in den Einrichtungen ausreichten. So sei es nicht gelungen, Ressourcen für eine tägliche Testung aller Schüler bereitzustellen.

18:58 Uhr | Meißner Landrat sorgt sich um Intensivstationen

Im Landkreis Meißen stagniert die Zahl der Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern auf hohem Niveau. Die Lage sei weiter angespannt, sagte heute der Vorstand der Elblandkliniken, Rainer Zugehör. Nach Angaben des Landratsamtes werden in dem Kreis mit der bundesweit höchsten Corona-Wocheninzidenz derzeit 202 Erkrankte stationär behandelt, 59 von ihnen auf der Intensivstation im Kreis aktuell. Mehr 86 Prozent der Patienten seien nicht geimpft, auf der Intensivstation seien neun von zehn Corona-Patienten ungeimpft.

Der Meißner Landrat Ralf Hänsel sprach von einer dramatischen Lage bei den Intensivbetten. An keinem Klinikstandort im Kreis würden derzeit Regeloperationen durchgeführt und nur noch Notfälle versorgt. Es sei jederzeit möglich, dass etwa ein Schlaganfall- oder Herzinfarktpatient zu einem anderen Krankenhaus gebracht werden müsse, weil die Kapazitäten im Kreis erschöpft seien.

18:19 Uhr | Weiter mehr als 100.000 aktive Corona-Fälle in Sachsen

Die Gesundheitsämter in Sachsen haben heute 8.930 nachgewiesene Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind sowohl weniger Fälle als gestern als auch im Vergleich zur Vorwoche. Die höchste Zahl wies Chemnitz mit 1.158 auf. Darunter sind offenbar Nachmeldungen aus den Vortagen, an denen das dortige Gesundheitsamt ein- und zweistellige Ansteckungszahlen veröffentlicht hatte.

Die Zahl der aktiven Corona-Infektionsfälle sank im Tagesvergleich um 1.001, liegt aber immer noch bei fast 102.000. 131 Covid-19-Patienten starben seit gestern. In den Krankenhäusern werden laut Soziaministerium Sachsen aktuell 2.644 Betroffene behandelt, 567 von ihnen auf der Intensivstation.

17:52 Uhr | Bundesweit stärkster Anstieg der Sterbefälle in Sachsen

In keinem anderen Bundesland ist die Zahl der Sterbefälle während der Corona-Pandemie so stark gestiegen wie in Sachsen. Laut Statistischem Bundesamt starben zwischen dem Pandemiebeginn im März 2020 und Februar dieses Jahres im Freistaat 65.649 Menschen. Im gleichen Vorjahreszeitraum seien es 55.185 gewesen. Das entspreche einem Anstieg um 19 Prozent. Bundesweit betrug er der Statistik zufolge 7,5 Prozent.

Bundesamts-Vize Christoph Unger sagte, ohne Corona wäre angesichts der demografischen Entwicklung ein Anstieg von zwei Prozent normal gewesen. Die Corona-Pandemie habe damit nachweislich zu einer sogenannten Übersterblichkeit geführt. Laut Statistik war bei rund 83 Prozent der Covid-19-Todesfälle die Virusinfektion die Hauptursache, bei weniger als 17 Prozent hätten auch andere Leiden eine Rolle gespielt.

17:17 Uhr | Stiko aktualisiert Impfempfehlung für Kinder

Die Ständige Impfkommission (Stiko) des Bundes hat sich für eine Corona-Schutzimpfung bei Kindern zwischen fünf und elf Jahren ausgesprochen - wenn sie bestimmte Vorerkrankungen haben oder Kontakt zu Personen mit einem hohen Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf bei fehlender und eingeschränkter Corona-Immunisierung. Das geht aus dem aktuellen Beschlussentwurf hervor, der an die Bundesländer und die beteiligten Fachkreise weitergeleitet wurde.

Eine generelle Impfempfehlung für Fünf- bis Elfjährige sprach das Gremium nicht aus. Es erklärte aber, bei einem individuellem Wunsch könnten auch Kinder ohne Vorerkrankung nach entsprechender ärztlicher Aufklärung geimpft werden. Die Sächsische Impfkommission (Siko) hatte bereits eine nahezu gleichlautende Empfehlung ausgesprochen. Im Freistaat wurde daraufhin bereits mit der Impfung von Kindern mit Vorerkrankungen begonnen.

16:44 Uhr | Polizei-Studierende als Personalverstärkung für Corona-Kontrollen

Rund 400 Studierende der Hochschule der Sächsischen Polizei werden ab kommenden Dienstag die Reviere und anderen Dienststellen im Freistaat personell verstärken. Wie das Landespolizeipräsidium mitteilte, sollen sie die dortigen Beamten bei der Umsetzung und Kontrolle von Maßnahmen der Corona-Notfallverordnung unterstützen, zum Beispiel beim Verhindern oder Aulösen unzulässiger Versammlungen. Dafür unterbrechen die Studierenden in Rothenburg/Oberlausitz den Angaben zufolge bis zum 7. Januar ihr Studium. Den Stoff müssen sie später nacharbeiten.

Polizeipräsident Horst Kretzschmar
Bildrechte: IMAGO

Die Polizei lässt sich nicht an der Nase herumführen und wird bei denen, die es nicht begreifen oder akzeptieren wollen, robust und entschieden handeln. Wer an solchen Demonstrationen teilnimmt und Ordnungswidrigkeiten begeht, muss wissen: Es wird teuer!

Horst Kretzschmar Landespolizeipräsident in Sachsen

16:21 Uhr | Landesärztekammer kritisiert Maskenpflicht-Verstöße in Praxen

Die Sächsische Landesärztekammer hat kritisiert, dass einige niedergelassene Mediziner im Freistaat ihre Praxen zu "maskenfreien Zonen" erklärt hätten. Bei Kontrollen seien gerade auch in Hochinzidenzgebieten Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung und Hygieneverfügungen festgestellt worden. Selbst fundamentale Regeln des Ab- und Anstandes würden nicht beachtet. Das sei eine klare Ordnungswidrigkeit und haftungsrechtlich bedenklich.

Die Kammer wies darauf hin, dass den betreffenden Medizinern eine Beweislastumkehr drohe, sollten Patienten sie wegen einer mutmaßlichen Corona-Ansteckung in der Praxis verklagen. Dann müssten die betroffenen Ärztinnen und Ärzte nachweisen, dass die Infektion nicht in ihren Praxen passiert sei. Normalerweise liegt die Beweislast beim Kläger.

16:02 Uhr | Corona-Pause für den Kreistag Nordsachsen

Nordachsens Landrat Kai Emanuel hat die für kommenden Mittwoch geplante Kreistagssitzung abgesagt. Wie das Landratsamt mitteilte, fiel die Entscheidung mit dem Einverständnis der Fraktionschefs. Grund für die Verschiebung ist die aktuelle Corona-Lage. Für eine digitale Kreistagssitzung fehle leider die rechtliche Grundlage, erklärte Emanuel. Er muss nun als Landrat in unaufschiebbaren Fällen Eilentscheidungen treffen und dann den Kreistag darüber in öffentlicher Sitzung zum nächstmöglichen Zeitpunkt informieren.

Auch wenn Gremiensitzungen rechtlich möglich sind, passt ein Treffen von rund 100 Personen einfach nicht in die Zeit.

Kai Emanuel Landrat des Kreises Nordsachsen

15:24 Uhr | Frust in Tourismusbranche in der Sächsischen Schweiz

Die angekündigte pandemiebedingte Verlängerung des Beherbergungsverbots in Sachsen bis voraussichtlich Mitte Januar 2022 frustriert viele Tourismusanbieter. Tino Richter, Geschäftsführer des Tourismusverbands Sächsische Schweiz, verwies auf die finanziellen Probleme vor allem von kleineren Betrieben. Er sprach bei MDR SACHSEN von einer dramatischen Situation. Die Unsicherheit reibe viele auf, da helfe auch ein Grundoptimismus nicht weiter. Richter verlangte, mit Beginn des kommenden Frühjahrs müssten in der Sächsischen Schweiz wieder vollumfänglich Gäste empfangen werden dürfen - natürlich mit Hygienekonzepten.

14:50 Uhr | LUA Sachsen veröffentlicht höhere Inzidenzwerte als RKI

Die Corona-Wocheninzidenz in Sachsen ist derzeit höher, als vom Robert-Koch-Institut veröffentlicht. Das teilte das Sozialministerium in Dresden mit. Es führte als Grund an, dass die Gesundheitsämter im Freistaat aufgrund der extrem hohen Fallzahlen bei der Übermittlung in Rückstand geraten seien. Mittlerweile seien die meisten Ämter wieder in der Lage, neue Infektionsfälle tagesaktuell zu melden. Damit würden sich die Inzidenzen den tatsächlichen Gegebenheiten annähern.

Noch kommt allerdings die Landesuntersuchungsanstalt Sachsen (LUA), auch aufgrund kürzerer Meldewege, auf höhere Werte als das RKI. Das meldete beispielsweise gestern für Sachsen eine Wocheninzidenz von 1.125, die LUA dagegen einen Wert von 1.276. Unabhängig davon geht das sächsische Sozialministerium von einer Dunkelziffer unentdeckter Corona-Ansteckungen aus, so dass die tatsächliche Inzidenz über den beiden Angaben liegen dürfte.

14:09 Uhr | Experte: Neonazis haben Corona-Proteste in Sachsen übernommen

Das Kulturbüro Sachsen hält gewalttätige Aktionen von Impfskeptikern und Corona-Leugnern im Freistaat für unausweichlich. Fachreferent Michael Nattke sagte der Tageszeitung "nd", dies sei nur noch eine Frage der Zeit. Einzelne Teile der Bewegung radikalisierten sich immer weiter, egal welche Maßnahmen jetzt noch ergriffen würden.

Nattke ergänzte, die Proteste gegen die Corona-Politik seien in Sachsen Schritt für Schritt von organisierten Neonazis übernommen worden, vor allem von der Kleinstpartei "Freie Sachsen". Dort gebe es Leute mit jahrelanger Erfahrung in der Neonaziszene, die wüssten, wie Demonstrationen organisiert, wie soziale Medien benutzt und Dynamik entfacht werden können. Auf der anderen Seite fehle den Behörden der Mut, ein konsequentes Stopp-Zeichen zu setzen, und Gegenproteste seien angesichts der hohen Inzidenzen in Sachsen nicht zu verantworten, meinte der Fachreferent.

13:26 Uhr | Skisprung-Weltcup beginnt - ohne Zuschauer

Mit dem ersten Training beginnt heute der Skisprung-Weltcup in der Vogtland Arena Klingenthal. Für die Wettbewerbe bei den Damen und Herren sind mehr als 150 Sportlerinnen und Sportler aus 22 Nationen gemeldet. Aufgrund der Corona-Regelungen dürfen jedoch erneut keine Zuschauer dabei sein.

13:20 Uhr | Hilfsorganisationen wollen Impfteams stärken

Hilfsorganisationen bereiten in Sachsen einen verstärkten Impfeinsatz vor. Laut einer gemeinsamen Mitteilung des Arbeiter-Samariter-Bundes, Malteser Hilfsdiensts und der Johanniter Unfall Hilfe sollen die mobilen Impfteams in den kommenden zwei Woche deutlich erhöht werden - etwa um das Doppelte.

Seit Impfstart im Dezember 2020 sind die mobilen Impfteams des ASB, der Johanniter und der Malteser unter Koordination des DRK Sachsen im Einsatz. Aktuell sind elf große und neun kleine Teams mit rund 100 Mitarbeitenden der drei Hilfsorganisationen unterwegs, um Impfwillige zu versorgen. Sie ergänzen die 30 Teams des DRK.

13:09 Uhr | Landratsamt im Erzgebirge mit Corona-Disziplin von Handel und Gastronomie zufrieden

Das Landratsmat des Erzgebirgskreises hat eine erste Zwischenbilanz der Corona-Kontrollen vorgelegt. Demnach arbeitet der überwiegende Teil der kontrollierten Betriebe in Gastronomie und Handel gesetzeskonform. Den Angaben zufolge wurden in den vergangenen vier Wochen knapp 600 Einrichtungen kontrolliert. 126 Mal seien mündliche Verwarungen ausgesprochen, 38 Mal Bußgeldverfahren eingeleitet worden. Gründe dafür waren etwa fehlende Hygienekonzepte oder das Nichterfassen von Kontaktdaten. Die Kontrollen werden von Teams aus Ordnung- und Gesundheitsamt sowie der Polizei durchgeführt.

13:02 Uhr | Pyrotechniker rechnet mit illegalen Böllern aus dem Ausland

Der Kühnhaider Pyrotechniker Andreas Voigt kritisiert das erneute Verkaufsverbot von Feuerwerk. Der Geschäftsführer der Firma Black-Boxx fürchtet zugleich, dass vermehrt illegale Böller eingeführt werden könnten. Diese hätten ein höheres Verletzungsrisiko. Mit dem Verkaufsverbot mache man den seriösen Teil der Pyro-Branche kaputt, meint Voigt.

12:01 Uhr | Thomaner wollen Weihnachtslieder streamen

Nach der Absage der Rundfunkaufzeichnung für das diesjährige Weihnachtsoratorium hofft Thomaskantor Andreas Reize dennoch auf eine musikalische Adventszeit. Derzeit probe man via Internet. Reize sagte: "Wir bereiten einen Weihnachtsliederabend vor, der mit Streaming gesendet werden soll - mit Liedern, die der Chor noch nie gesungen hat."

11:51 Uhr | Keine Ausgangsbeschränkung mehr für Ungeimpfte in Nordsachsen

Im Landkreis Nordsachsen gibt es ab morgen keine nächtlichen Ausgangssperren für Umgeimpfte mehr. Laut Robert-Koch-Institut lag die Sieben-Tage-Inzidenz heute früh bei 829,1 und damit den dritten Tag in Folge unter dem Schwellenwert von 1.000.

10:38 Uhr | Impfskepsis ist in Sachsen kein neues Phänomen

In Sachsen sind 58,7 Prozent der Einwohner vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus der Statistik der Robert-Koch-Instituts hervor. Damit liegt der Freistaat im bundesweiten Vergleich auf dem letzten Platz. Impfskepsis ist in Sachsen aber nicht neu. Schon in früheren Epidemien war es schwierig, alle Menschen von Impfungen zu überzeugen. Ein Blick in die Geschichte zeigt deutliche Parallelen zu heute.

09:44 Uhr | RKI korrigiert Zahlen: Inzidenz in Sachsen liegt bei 1.104,5

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen bei den Corona-Neuinfektionen gibt das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstagvormittag mit 1.104,5 an. Das ist eine leichte Verringerung im Vergleich zum Vortag (1.125). Am Morgen waren zunächst niedrigere Zahlen gemeldet, jedoch später korrigiert worden. Bundesweit an der Spitze bei der Wocheninzidenz bleibt der Landkreis Meißen mit einem Wert von 2.750,3.

09:14 Uhr | Dehoga in Sachsen befürchtet weitere Fachkräfte-Abwanderung

Die sächsische Hotel- und Gastronomiebranche befürchtet durch die coronabedingten Schließungen eine weitere Verschärfung des Fachkräftemangels. Der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga Sachsen, Axel Klein, sagte, in der ersten Phase der coronabedingten Schließungen hätten 20 Prozent der Angestellten gekündigt. Jetzt könnten es noch einmal 20 Prozent werden. Diese wieder zu gewinnen, sei schwierig.

Klein begrüßte, dass Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) das Kurzarbeitergeld aufstocken will. Für die Beschäftigten mache es einen Unterschied, ob sie 60 oder 80 Prozent ihres Gehalts bekommen, so Klein. Dennoch bleibe die Gefahr einer Abwanderung von Fachkräften sehr akut.

Ein Kellner mit Mundschutz räumt einen Tisch in einem Restaurant ab
In der Gastro wird das Personal seit Jahren knapp: Die Corona-Pandemie verschäft die Lage. Bildrechte: imago images / Thomas Vonier

09:04 Uhr | Deutsche Bahn will in Weihnachtszeit mit Zusatzzügen mehr Platz schaffen

Die Deutsche Bahn stockt wegen der Corona-Pandemie ihr Zugangebot zur Weihnachtszeit auf. Wie der Vorstandschef Fernverkehr, Michael Peterson, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe sagte, werden vom 22. Dezember bis zum 2. Januar zusätzlich rund 100 Züge vor allem auf stark nachgefragten Verbindungen eingesetzt. Dazu gehörten unter anderem Strecken von Berlin nach München, Stuttgart über Leipzig, von Nordrhein-Westfalen nach Berlin und von Hamburg nach Karlsruhe.

Durch längere und mehr Züge würden den Reisenden mehr Platz und Abstand ermöglicht. Die Fernzüge der Bahn seien zu Weihnachten bereits gut gebucht, so Peterson.

Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe / Intercity Express Zug der Deutschen Bahn
Die DB AG will mit zusätzlichen Zügen in der Weihnachtsreisezeit mehr Platz bieten. Bildrechte: imago/Rüdiger Wölk

07:24 Uhr | Virtueller Weihnachtsmarkt mit spürbarem Nachfrageschub

Der virtuelle Weihnachtsmarkt in Dresden wird immer beliebter. Wie der Betreiber des "Dresdner Onlineshop", Leopold Eißner, auf Anfrage von MDR SACHSEN sagte, gehen derzeit täglich 400 bis 500 Bestellungen ein. Bereits 2020 hatte das Start-up die Produkte der Weihnachtsmarkthändler aufgekauft und auf seiner Plattform verkauft. Durch die Absage der Weihnachtsmärkte würden auch ältere Leute das erste Mal online einkaufen. Der Shop betreibt im Stadtteil Klotzsche auch einen Laden. Trotz guter Umsätze bedauert Eißner aber den Ausfall der Weihnachtsmärkte und sagt mit Blick auf seine Heimatstadt: "Dass erneut kein Striezelmarkt stattfinden kann, tut uns als Dresdner einfach in der Seele weh und ist für unsere geliebte Stadt ein herber Verlust."

07:24 Uhr | Sachsen will fünf weitere Covid-Intensivpatienten verlegen

Sachsen will fünf weitere Corona-Intensivpatienten in andere Bundesländer verlegen lassen. Eine entsprechende Anfrage an die Koordinatoren des sogenannten Bundeskleeblatts sei gestellt worden, teilte das Sozialministerium mit. Betroffen seien demnach Patienten aus dem Raum Dresden. Bislang wurden 31 Intensivpatienten aus Sachsen zur Behandlung in weniger belastete Krankenhäuser nach Norddeutschland und Nordrhein-Westfalen gebracht.

07:03 Uhr | Leipzig setzt Gästetaxe aus

Hotels in Leipzig müssen rückwirkend zum 22. November keine Gästetaxe eintreiben und an die Stadt abführen. Das hat der Stadtrat beschlossen. Grund sei die Corona-Schutzverordnung in Sachsen, die seit diesem Tag touristische Übernachtungen untersagt.

Gästetaxe müssen in Leipzig üblicherweise alle Personen entrichten, die in Leipzig in einem Beherbergungsunternehmen übernachten - auch Geschäftsreisende. Ihnen wird die Gebühr von drei Euro je Nacht nun ebenfalls erlassen.

06:03 Uhr | Philologenverband verlangt Booster-Impfungen für Lehrpersonal

Vor der Sitzung der Kultusministerkonferenz am heutigen Donnerstag fordert der Philologenverband mehr Sicherheit für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler in der Corona-Pandemie. "Die Länder müssen dafür sorgen, dass Lehrkräfte vorrangig Booster-Impfungen erhalten", sagte die Verbandsvorsitzende Susanne Lin-Klitzing dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Die Kultusminister müssten außerdem flächendeckende PCR-Pooltestungen an den Schulen durchsetzen, hieß es. Rasche Auffrischimpfungen für die Lehrkräfte und flächendeckende Pool-Testungen für Schülerinnen und Schüler erhöhten für alle die Sicherheit vor Ansteckung, so Lin-Klitzing. Der Verband vertritt die Gymnasiallehrer.

06:00 Uhr | Weiterhin fast 2.700 Covid-Patienten in Sachsens Kliniken

Ingesamt 2.667 Menschen müssen in Sachsen aktuell wegen einer Covid-19-Erkrankung in Kliniken behandelt werden. Das geht aus den vom sächsischen Sozialministerium veröffentlichten Daten hervor. Die Sieben-Tage-Hospitalisierung liegt demnach bei 9,56. (Stand: 8.12.2021).

Laut Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) liegen 569 Menschen auf Intensivstationen. Nach Divi-Angaben sind 304 von ihnen so schwer erkrankt, dass sie invasiv beatmet werden müssen. (Stand: 9.12.2021)

05:46 Uhr | Fahrpersonal krank: LVB dünnt Fahrplan aus

Die Straßenbahnen und Busse in Leipzig fahren ab kommenden Montag nur noch im 15-Minuten-Takt. Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) reagieren damit auf die zahlreichen Ausfälle wegen Krankheit oder Quarantänefälle. Derzeit fehlten täglich 19 Prozent der Mitarbeitenden, so die LVB. Die Schülerfahrten seien aber abgesichert und würden zusätzlich verstärkt. Ebenfalls keine Einschränkungen gebe es bei den Angeboten Flexa Nord und Flexa Südost in den Pilot-Regionen.

Straßenbahn in Leipzig, LVB
Bei der LVB fahren ab nächster Woche weniger Busse und Bahnen. Bildrechte: MDR/L. Müller

Bereits seit dieser Woche ist der Fahrplan der Dresdner Verkehrsbetriebe aus denselben Gründen ausgedünnt worden. Auch auf einigen Regionalzugstrecken kommt es zu Einschränkungen.

05:36 Uhr | Immer mehr leere Schaufenster in Sachsen

Der Handelsverband Sachsen hat vor einem möglichen kompletten Lockdown im Weihnachtsgeschäft gewarnt. Hauptgeschäftsführer René Glaser sagte, das würden viele Unternehmen nicht überstehen. Die Konsequenzen würden in den Innenstädten noch deutlicher sichtbar sein als nach dem ersten Lockdown, in dem sich das Einkaufsverhalten der Menschen in Richtung Online-Handel verschoben hatte.

Die Verwaltungen in den drei Großstädten Leipzig, Dresden und Chemnitz bestätigten signifikante Anstiege bei der Zahl leer stehender Ladenflächen. Sie versuchen, einen Teil davon mit Hilfe der Kultur- und Kreativwirtschaft wieder zu beleben.

05:09 Uhr | Sieben weitere Schulen in Dresden teilweise dicht

In Dresden bleiben ab heute sechs Schulen bis zum 17. Dezember teilweise geschlossen. Die Allgemeinverfügungen des Kultusministeriums betreffen insgesamt fünf Grundschulklassen sowie drei Klassen an Oberschulen. Den Angaben zufolge wurden dort jeweils mehrere Schülerinnen und Schüler positiv auf das Coronavirus getestet. Um die Ansteckungsgefahr zu verringern, wurden deshalb alle Schüler dieser Klassen in die häusliche Lernzeit geschickt.

Quelle: MDR/Redaktion/dpa/epd/AFP/Reuters/KNA

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 09. Dezember 2021 | 19:00 Uhr

Mehr aus Sachsen