Kurz erklärt Corona-Impfung in Sachsen: Fragen und Antworten

Am 21. Dezember 2020 wurde der erste Impfstoff gegen das Coronavirus in Eurpoa zugelassen. Wenige Wochen später erhielten die ersten Sachsen eine Impfung - zunächst in Pflegeheimen und Krankenhäusern. Nach anfänglicher Knappheit gibt es inzwischen genug Impfstoff, auch mit unterschiedlichen Wirkansätzen. Doch zahlreiche Menschen scheuen die Impfung - auch weil ihnen Antworten auf Fragen fehlen: Wie wirken die Impfstoffe? Was sind sogenannte Impfdurchbrüche? Und was bringt die Impfung überhaupt?

Utensilien für eine Impfung auf einem Tisch
In Deutschland sind gegen das Coronavirus Impfstoffe von sechs unterschiedlichen Firmen zugelassen. Bildrechte: imago images/Political-Moments

Überblick über Corona-Impfstoffe In Deutschland

Welche Impfstoffe gegen das Coronavirus sind zugelassen?

In der EU und damit auch in Deutschland sind von sechs Unternehmen Impfstoffe gegen das Coronavirus zugelassen:

  • Biontech (gemeinsam mit Pfizer): "Comirnaty" sowie die an Mutationen angepassten Varianten "Comirnaty Original/Omicron BA.1" und "Comirnaty Original/Omicron BA.4-5" sind sogenannte mRNA-Impfstoffe, können an Menschen ab fünf Jahren (bis einschließlich elf Jahre in geringerer Dosierung) verabreicht werden und sollen eine Wirksamkeit von 90 Prozent gegen schwere Krankheitsverläufe haben.
  • Moderna: "Spikevax (COVID-19 Vaccine Moderna)" sowie die an Mutationen angepasste Variante "Spikevax bivalent Original/Omicron BA.1" sind ebenfalls mRNA-Impfstoffe, zugelassen für Menschen ab sechs Jahre (bis einschließlich elf Jahre in geringerer Dosierung), für Menschen ab 30 Jahren Jahren empfohlen und sollen zu 90 Prozent vor schweren Krankheitsverläufen schützen.
  • Astrazeneca: "Vaxzevria (COVID-19 Vaccine AstraZeneca)" ist ein sogenannter Vektor-Impfstoff, der für Menschen ab 18 Jahren zugelassen, aber in Deutschland nur für über 60-Jährige empfohlen wird. Er soll zu etwa 90 Prozent schwere Krankheitsverläufe verhindern.
  • Johnson&Johnson (Tochterfirma Jannsen-Cilag International): "Jcovden (COVID-19 Vaccine Janssen)" ist ebenfalls ein vektorbasierter Impfstoff, zugelassen für Menschen ab 18 Jahren, aber nur für über 60-Jährige empfohlen. Im Gegensatz zu den zuvor genannten Impfstoffen war zunächst nur das Verabreichen einer Dosis vorgesehen. Die Wirksamkeit der Verhinderung schwerer Krankheitsverläufe lag bei etwa 70 Prozent. Deshalb wurde später auch hier eine zweite Dosis mit einem mRNA-Impfstoff empfohlen.
  • Novavax CZ: "Nuvaxovid (NVX-CoV2373)" ist ein proteinbasierter Impfstoff und für Menschen ab zwölf Jahren empfohlen. Er soll zu 90 Prozent vor einer Erkrankung schützen und kann das Risiko für einen schweren Verlauf verringern.
  • Valneva Austria: "COVID-19 Vaccine (inactivated, adjuvanted) Valneva" ist ein Ganzvirusimpfstoff/Totimpfstoff und für Menschen zwischen 18 und 50 Jahren zugelassen. Die Angaben zu seiner Wirksamkeit schwanken zwischen 87 und 95 Prozent, bei drei Impfdosen soll er zudem einen guten Schutz vor der Omikron-Variante bieten.


(Bisher) nicht zugelassen ist unter anderem der Corona-Impfstoff Sputnik V, der in Russland entwickelt wurde. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA begründete das mit nicht vollständig eingereichten Daten. Daneben gibt es weitere Impfstoffe, unter anderem aus China, die in der EU nicht eingesetzt werden (dürfen).

Was ist ein mRNA-Impfstoff?

mRNA-Impfstoffe, wie von Biontech und Moderna enthalten Gen-Abschnitte des SARS-CoV-2-Virus in Form von Messenger-RNA - kurz mRNA. Wie Professor Uwe Liebert, Direktor des Instituts für Virologie des Universitätsklinikums Leipzig, erklärt, enthalten Impfstoffe aus dieser Basis eine Art "Bauanleitung" für ein bestimmtes virales Protein oder sogar einen Abschnitt von einem Protein.

Nach der Injektion werden Körperzellen angeregt, dieses virale Protein selbst herzustellen. Es wird vom körpereigenen Immunsystem als "Feind" erkannt, was mit der Bildung von Antikörpern reagiert. Gelangt später ein echtes Coronavirus in den Körper, wird es sofort auf breiter Front bekämpft. Liebert zufolge ist eine Impfung weit weniger riskant, als sich mit dem Coronavirus zu infizieren.

Das Robert-Koch-Institut erklärt mRNA-Impfstoffe

Kann mRNA mein Genom verändern?

Nein, das Erbgut wird nicht verändert. Die injizierte mRNA ist außerordentlich kurzlebig und zerfällt schnell bzw. wird von den Zellen abgebaut. Außerdem wirkt mRNA nicht im Zellkern, also dort, wo das menschliche Genom gespeichert ist, sondern nur im Zellplasma. Dieses gelange gar nicht in den Zellkern, sagt Virologe Liebert. Selbst theoretisch sei es nicht vorstellbar, wie mRNA die DNA verändern könne.

Was ist ein Vektorimpfstoff und wie wirkt er?

Die Funktionsweise eines Vektorimpfstoffs erklärt Dr. Thomas Grünewald von der sächsischen Impfkommission so: "Es ist ein tierisches Virus, das sich im Menschen nicht vermehren kann. Dort werden genetische Informationen von SARS-CoV-2 eingeschleust. Es kommt zu einer örtlichen Infektion und diese führt dazu, dass die Eiweiße, die genetisch eingeschleust worden sind, dann auch präsentiert werden." Das führt laut Grünewald dazu, dass das menschliche Immunsystem nicht nur gegen den tierischen Virus-Vektor, sondern auch gegen das Eiweiß von SARS-CoV-2 aktiv wird. Wenn ein geimpfter Mensch danach in Kontakt mit SARS-CoV-2 kommt, ist die körpereigene Abwehr bereits vorbereitet.

Die Wirkungsweise ist also ähnlich wie bei mRNA-Impfstoffen - der Körper wird angeregt, das SARS-CoV-2-Protein selbst herzustellen, um eine Reaktion des Immunsystems auszulösen. Nur wird bei vektorbasierten Impfstoffen die "Bauanleitung" über harmlose Viren in den Körper geschleust, die sich dort nicht vermehren und deshalb keine Krankheit auslösen können. Diese Art der Impfstoffe ist verhältnismäßig neu. Vor Covid-19 hatten die zuständigen Behörden zwei Vektorimpfstoffe zugelassen: einen gegen das Dengue-Fieber und einen gegen Ebola.

(Anm. d. Red.: In einer vorhergehenden Versionen des Textes hieß es, Vektorimpfstoffe seien bereits bei Grippeschutz-Impfungen zum Einsatz gekommen. Das ist falsch. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.)

Was ist ein Impfstoff auf Protein-Basis?

Sogenannte Protein-Impfstoffe enthalten Nanopartikel des Erregers, vor dem die Impfung schützen soll. Im Fall des Impfstoffes gegen Corona ist das Spike-Protein von SARS-CoV-2 enthalten. Die Viruspartikel werden allerdings nicht direkt aus Viren gewonnen, sondern in Zellkulturen - also künstlich - hergestellt. Der Körper einer geimpften Person bekommt also eine zum Verwechseln ähnliche Kopie des Spike-Proteins verabreicht, um eine Reaktion des Immunsystems zu provozieren. Im Gegensatz zu mRNA- und Vektor-Impfstoffen müssen die Körperzellen das Protein also nicht erst selbst "zusammenbauen".

Um die Wirksamkeit proteinbasierter Impfstoffe zu erhöhen, wird als zusätzlicher Hilfsstoff ein Wirkverstärker eingesetzt, ein sogenanntes Adjuvanz, dass allerdings Nebenwirkungen hervorrufen kann. Als Vorteil dieser Impfstoffklasse gilt, dass die Dosen auch bei Kühlschranktemperatur gelagert werden können und nicht tiefgekühlt werden müssen.

Protein-Impfstoffe ähneln Totimpfstoffen, weil sie nach dem gleichen Wirkprinzip funktionieren.

Was ist ein Totimpfstoff?

Ein Totimpfstoff oder auch Ganzvirusimpfstoff enthält im Gegensatz zu den anderen Impfstoffen komplette abgetötete Erreger oder Bestandteile des Virustyps, der bekämpft werden soll - im Fall von Corona also "originale", aber inaktivierte Teile des SARS-CoV-2-Virusstamms. Wie bei Protein-Impfstoffen werden auch hier Wirkverstärker eingesetzt, um eine Reaktion des Immunsystems sicherzustellen. Ein Totimpfstoff kann keine Corona-Infektion im Körper auslösen.

Welche Nebenwirkungen gibt es bei den Impfstoffen?

Das Paul-Ehrlich-Institut ist in Deutschland für die Zulassung von Impfstoffen zuständig. Es betont, dass Präparate erst nach ausreichender Überprüfung auf den Markt gebracht werden. Auch nach Marktzulassung erfolge eine ständige Kontrolle zum Erfassen von Wirksamkeit und Nebenwirkungen.

  • Bei den Impfstoffen von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca gab es nach Angaben der Hersteller während der Erprobung keine ernsthaften Nebenwirkungen. Allerdings reagierten mehrere Menschen in verschiedenen Ländern stark auf den Impfstoff von Biontech/Pfizer, die bereits zuvor durch Allergien sogenannte anaphylaktische Schocks erlitten hatten. Häufigste Impfreaktionen sind demnach Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Kopf- und Muskelschmerzen, Schüttelfrost und Fieber. Dem Bundesgesundheitsministerium sind die Beschwerden jedoch in dem allermeisten Fällen sehr milde. Sie treten demnach eher bei jüngeren Menschen auf.

  • Der US-Konzern Moderna nannte Müdigkeit, Kopf-, Muskel- und Gelenkbeschwerden sowie Schmerzen am Einstichpunkt und grippeähnliiche Symptome. Sie könnten zumeist nach der zweiten Dosis auftreten. Dem Bundesgesundheitsministerium zufolge wurden in seltenen Fällen (unter 0,1 Prozent) auch Gesichtslähmungen beobachtet, die sich aber alle nach einigen Wochen zurückbildeten.

  • Beim Impfstoff von Astrazeneca wurden dem Bundesgesundheitsministerium zufolge besonders häufig Reaktionen des Körpers beobachtet. Dazu zählen Fieber, stärkere Kopf-, Glieder- und Gelenkschmerzen, Müdigkeit, Schmerzen an der Einstichstelle sowie grippeähnliche Symptome. Allerdings kam es vor allem bei jüngeren Menschen in sehr seltenen Fällen - bei Frauen etwas häufiger als bei Männern - zu sogenannten unerwünschten Nebenwirkungen, darunter verschiedene Arten von Thrombosen, aber auch das Kapillarlecksyndrom und das sogenannte Guillain-Barré-Syndrom - eine aufsteigende Lähmung durch eine autoimmune Entzündung der Nervenwurzeln am Rückenmark. Dies war bei weniger als 0,01 Prozent der Geimpften der Fall. Dennoch wurde Impfstoff daraufhin nur noch für über 60-Jährige sowie eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff empfohlen. Seit Dezember 2021 wird er in Deutschland gar nicht mehr verwendet.

  • Der Corona-Impfstoff von Johnson&Johnson verursacht nach Angaben des Bundesgesundheitsministerium häufig Kopfschmerzen, Müdigkeit und Muskelschmerzen sowie die typischen reaktionen an der Einstichstelle. Allerdings wurden wie bei Astrazeneca auch hier bei Menschen unter 60 Jahren in sehr seltenen Fällen (unter 0,01 Prozent) Blutgerinnsel - zum Teil mit tödlichen Folgen - sowie das Kapillarlecksyndrom und das Guillain-Barré-Syndrom festgestellt. Zudem erwies sich der einzige Einfachdosis-Impfstoff unter den zugelassenen Vakzinen im Vergleich als weniger wirksam.

  • Laut Bundesgesundheitsministerium wurden als typische Impfreaktionen beim Vakzin von Novavax Schmerzen, Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle registiert sowie Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen oder Müdigkeit. Diese Symptome würden in der Regel nach wenigen Tagen wieder abklingen und in der Regel keinen Anlass zur Sorge darstellen. Schwere Nebenwirkungen wurden demnach nicht ausgemacht. Allerdings weist das Ministerium darauf hin, dass insgesamt zu wenig Menschen an der Zulassungsstudie teilnahmen, um seltene schwere Nebenwirkungen feststellen zu können. Deshalb werde der Impfstoff weiter sehr genau überwacht.

  • Der Totimpfstoff von Valneva löst der Zulassungsstudie zufolge keine schweren Nebenwirkungen aus. Das Bundesgesundheitsministerium gibt als häufigste Folgen der Impfung Kopf- und Muskelschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit oder Erbrechen sowie Schmerzen und eine Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle an. Das sei bei etwa jedem zehnten Geimpften der Fall. Die Symptome würden sich aber nach einigen Tagen bessern.

Allgemeines zu Wirksamkeit der Corona-Schutzimpfung und Impfempfehlungen

Senken Virus-Mutationen die Impfstoffwirkung?

Neben der ursprünglichen Form des Coronavirus SARS-CoV-2 - auch Alpha-Variante genannt - haben sich im Verlauf der Pandemie mehrere Mutationen herausgebildet, also veränderte Varianten des Virus. Laut Thomas Grünewald von der sächsischen Impfkommission (SIKO) wirkten zunächst alle zugelassenen Impfstoffe auch gegen die bekannten Mutationen - jedoch nicht jedes Präparat gleich gut gegen jede Mutation. Bei neueren Mutationen, vor allem der Omikron-Variante und ihren Subtypen ist der Wirkungsgrad der ursprünglichen Impfstoffe jedoch deutlich geringer. Deshalb arbeiten die Hersteller daran, ihre Vakzine zu modifizieren. Zulassungen für entsprechende angepasste Impfstoffe erhielten bisher (Stand 30.09.2022) Biontech/Pfizer und Moderna.

Wie viele Impfungen sind notwendig?

Das war lange Zeit abhängig vom verwendeten Vakzin. Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna, Astrazeneca und Novavax wurden nach Angaben der Unternehmen alle mit zwei Impfdosen getestet. Das bedeutet, dass sich Patienten zweimal impfen lassen müssen, um die Grundimmunisierung zu erreichen. Das gilt auch für den zuletzt zugelassenen Impfstoff von Valneva. Der Zeitabstand zwischen den beiden Impfungen variiert bei den verschiedenen Impfstoffen - in der Regel beträgt er vier Wochen.

Bei dem Vakzin von Johnson&Johnson war anfangs nur eine Impfdosis nötig. Wegen der vergleichsweise geringen Wirksamkeit empfahlen Virologen nach kurzere Zeit aber auch hier eine zweite Impfung - mit einem anderen, vorzugsweise mRNA-Impfstoff.

Die Ständige Impfkommission des Bundes (STIKO) empfiehlt zudem für alle Menschen Auffrischungsimpfungen Diese werden auch Booster genannt und sollten ebenfalls mit einem mRNA-Impfstoff vorgenommen werden.

Gilt man nach einer Impfung und einer Corona-Infektion auch als grundimmunisiert?

Ja, laut Ständiger Impfkommission kann eine durchgemachte Corona-Infektion eine der ersten beiden Impfungen ersetzen. Dabei ist egal, ob die Impfung vor oder nach der Infektion erfolgt ist. Wichtig ist nur, dass die Infektion frühestens vier Wochen nach der Impfung aufgetreten ist.

Was ist eine Covid-19-Booster-Impfung?

Es handelt sich dabei um eine Auffrischungsimpfung, damit der Impfschutz aufrecht erhalten wird. Bei der Grundimmunisierung wurden in der Regel zwei Dosen verabreicht. Ausnahmen bildeten hier Menschen, die eine Corona-Infektion hinter sich hatten. Bei ihnen reichte eine Dosis für die Grundimmunisierung.

Um den Impfschutz aufrecht zu erhalten, erwies sich jedoch mindestens eine weitere Impfung als notwendig. Das liegt auch daran, dass der ursprüngliche SARS-CoV-2-"Wildtyp" inzwischen so häufig mutiert ist. Das lässt sich ansatzweise mit dem Grippe-Schutz vergleichen. Weil die Grippeviren sehr häufig mutieren, muss der entsprechende Impfstoff ständig an die jeweils häufigsten Typen angepasst werden. Deshalb wird eine Grippeschutzimpfung jedes Jahr angeboten, während bei anderen Impfungen die Abstände größer sind oder eine einmalige Immunisierung sogar lebenslang hält.

Gilt man nach zwei Impfungen und einer Corona-Infektion als geboostert?

Das Sozialministerium Sachsen hat klargestellt, dass grundimmunisierte Menschen, das heißt doppelt geimpfte Personen, die eine Corona-Infektion hinter sich gebracht haben, als geboostert angesehen werden. Die Sächsische Impfkommission (SIKO) schreibt, dass "eine durchgemachte Infektion unabhängig vom Zeitpunkt (außer einer Infektion im zeitlichen Kontext mit einer Impfdosis) eine Impfdosis ersetzt."

Das ist allerdings nicht überall in Deutschland so. In anderen Bundesländern gelten Menschen, die sich nach einer zweifachen Impfung infiziert haben, nur dann als geboostert, wenn zwischen Grundimmunisierung und Ansteckung mehr als drei Monate liegen. Ist der Abstand kürzer, sollten sich die Betroffenen drei Monater nach der überstandenen Infektion nochmals impfen lassen, um den Status als geboostert aufrecht zu erhalten.

Welche Impfempfehlungen gibt es für Kinder und Erwachsene? (Stand 06.10.2022)

Die Ständige Impfkommission (STIKO) für gesunde Kinder zwischen fünf und elf Jahren in der Regel zur Grundimmunisierung eine Impfstoffdosis, auf Wunsch der Eltern auch zwei, mit den entsprechend zugelassenen Vakzinen. Für Kinder dieser Altersgruppe mit Vorerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem werden zwei Dosen zur Grundimmunisierung sowie beide Auffrischungsimpfungen (im Abstand von sechs Monaten) empfohlen.

Allen Menschen ab einem Alter von zwölf Jahren rät die STIKO zur Grundimmunisierung plus eine Auffrischungsimpfung (erster Booster).
Den zweiten Booster empfiehlt sie grundsätzlich allen Menschen ab 60 Jahren. Für Jüngere (ab fünf Jahren) gilt die Empfehlung nur, wenn sie eine Immunschwäche oder risikoreiche Grunderkrankungen haben, wenn sie in einer Pflegeeinrichtung leben oder dort bzw. in einer medizinischen Einrichtung arbeiten.

Die Sächsische Impfkommission (SIKO) empfiehlt im Gegensatz zur STIKO für alle Kinder ab fünf Jahren eine Auffrischungsimpfung und für alle Menschen ab zwölf Jahren auch den zweiten Booster gegen das Coronavirus, bevorzugt mit den angepassten Impfstoffen. Zusätzlich rät die SIKO sogar zu einem dritten Booster für alle Menschen ab fünf Jahren mit einem geschwächten Immunsystem sowie Personen, die sich nach drei Impfungen vor dem 1. Juli 2022 dennoch mit SARS-CoV-2 infiziert hatten.

Kann man sich trotz Impfung mit dem Coronavirus infizieren?

Ja, es ist möglich, sich trotz vollem Impfschutz mit dem Coronavirus zu infizieren. Allerdings liegen die nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus bei ungeimpften Menschen deutlich höher als bei Menschen mit vollständigem Impfschutz.

Was sind sogenannte Impfdurchbrüche?

Von Impfdurchbrüchen spricht man, wenn ein Mensch (schwer) an der Krankheit erkrankt, gegen die er vollständig geimpft wurde. Das passiert relativ selten.

Nicht gemeint ist damit eine Infektion mit dem Virus. Diese kann trotz Impfung stattfinden, da die Impfung nur schwere Krankheitsverläufe und den Tod durch die Krankheit verhindern soll. Sie bietet keinen absoluten Schutz gegen das Virus.

Kann man trotz Corona-Impfung an Covid-19 erkranken?

Ja, auch eine Erkrankung an Covid-19 ist möglich, erklärt Carlos Alberto Guzmán. Er leitet die Abteilung "Vakzinologie und angewandte Mikrobiologie" am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung. Eine Impfung soll vor allem schwere Verläufe und den Tod verhindern.

Kann man trotz Corona-Impfung andere anstecken?

Laut Paul-Ehrlich-Institut ist die Gefahr, dass Geimpfte das Virus weiterhin übertragen zwar reduziert, aber weiterhin gegeben: "Richtig ist, dass nach bisher vorliegenden Daten, sowohl aus Tierversuchen als auch insbesondere aus Israel, die Viruslast (und damit die Gefahr der Weitergabe von Viren) bei (vollständig) Geimpften zwar geringer ist als bei Ungeimpften. Da aber die Impfung nicht die Infektion verhindert, sondern insbesondere die Erkrankung, ist es möglich, dass vollständig Geimpfte sich infizieren (was durch einen Test nachgewiesen werden könnte), keine Symptome ausbilden und dann möglicherweise das Virus auch weitergeben würden."

Impfpflicht und Immunitätsnachweis

Gibt es eine Impfpflicht?

Für bestimmte Berufsgruppen in der Pflege und der Medizin gilt eine Impfpflicht gegen das Coronavirus. Diese sogenannte einrichtungsbezogene Impfpflicht hat der Bundestag Anfang Dezember 2021 beschlossen. Demnach muss Pflegepersonal in Heimen und Kliniken seit 16. März 2022 einen sogenannten Immunitätsnachweis erbringen, also vollständig geimpft sein. Die einrichtungsbezogene Impfpflicht gilt befristet bis zum 31. Dezember 2022 (Stand 01.10.2022).

Wann gilt man als vollständig geimpft? (Stand 01.10.2022)

Dafür reichten bis zum 30. September 2022 zwei Einzel-Impfungen oder eine Einzel-Impfung plus überstandene Infektion (egal, in welcher Reihenfolge) aus. Seit dem 1. Oktober gelten jedoch höhere Anforderungen. Demnach gilt nur als vollständig geimpft, wer drei Einzel-Impfungen erhalten hat (drei Monate Mindestabstand zwischen Impfung zwei und drei) oder zweifach geimpft sowie genesen ist (Reihenfolge der Impfungen und Infektion egal).

Wo kann ich mich gegen das Coronavirus impfen lassen?

In Sachsen gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, Corona-Schutzimpfungen zu erhalten:

  • Die landesweit 13 festen Impfstützpunkte bieten Termine über das bereits bekannte Terminbuchungssystem an. Nach Angaben des Sozialministeriums sind an den meisten DRK-Impfstellen aber mittlerweile auch Impfungen ohne Termin möglich. Informationen zu den Impfstandorten und Sonderimpfterminen finden Sie auf der Seite des DRK.


  • Auch Haus-, Kinder-, Fach- und viele Betriebsärzte führen die Impfung durch. In der Regel muss ein Termin in der entsprechenden Praxis vereinbart werden. Bei der Suche nach einem Arzt und Impfterminen kann auch die kostenlose App "Impf-Finder" genutzt werden. Zudem informiert die Kassenärztliche Vereinigung auf ihrer Website über impfende Ärzte in der Nähe.


  • Immer wieder gibt es auch Impfaktionen vor Ort in Einkaufszentrum, Rathaus, Gemeinde- oder Stadtteilzentrum oder auf zentralen Plätzen. Hier muss kein Termin vereinbart werden. 


  • Örtliche Impfstellen gibt es auch in vielen Krankenhäusern oder medizinischen Versorgungszentren. Eine Übersicht finden Sie auf der Website des Sozialministeriums Sachsen.

Wer bezahlt die Impfung?

Für Bürgerinnen und Bürger in Deutschland wird die Impfung nach Angaben der Bundesregierung kostenfrei bereitgestellt - und zwar unabhängig von ihrem Versicherungsstatus. Der Bund bezahlt den Impfstoff. Die Länder tragen gemeinsam mit der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung die Kosten für den Betrieb der Impfzentren.

Wie viele Menschen in Sachsen sind gegen Corona geimpft?

Wie viele Menschen in Sachsen geimpft sind, wird im Impfdashboard des Bundesgesundheitsministeriums erfasst. Auch das Sozialministerium in Sachsen hat eine entsprechende Übersicht.

Quelle: MDR(kp/bj/al/stt)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 04. Oktober 2022 | 08:00 Uhr

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