Schüler- und Nahverkehr Höhere ÖPNV-Tarife und nur noch Bildungsticket in Mittelsachsen

Ein Jahr nach der sachsenweiten Einführung des Bildungstickets schafft der Verkehrsverbund Mittelsachsen sein bisheriges Schülerticket ab. Das könnte für die Eltern Mehrkosten bedeuten. Zeitgleich steigen zum 1. August außerdem die Preise für fast alle Tickets im Verbundgebiet umd durchschnittlich 6,6 Prozent.

An der Chemnitzer Zentralhaltestelle steht ein Fahrscheinautomat, im Hintergrund hält ein Bus.
Auch für Schüler in Chemnitz gibt es bald nur noch das Bildungsticket - und für alle anderen Fahrgäste höhere Fahrpreise. Bildrechte: MDR/Matthias Vollmer

Der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) schafft die bisher angebotene Schülerverbundkarte ab. Die Verbandsversammlung des zuständigen Zweckverbandes (ZVMS) beschloss am Freitag eine Neufassung der Schülerbeförderungssatzung. Danach wird ab dem kommenden Schuljahr 2022/23 nur noch das sachsenweit einheitliche Bildungsticket im VMS-Gebiet angeboten. Es war am 1. August 2021 vom Freistaat eingeführt worden. Es kostet 180 Euro pro Jahr - das entspricht monatlich 15 Euro. Im Gegensatz zur Schülerverbundkarte ist das Bildungsticket auch in den Sommerferien gültig.

Sonderregelungen bleiben

Dem ZVMS zufolge werden die Eltern der Schüler, die derzeit noch mit der Verbundkarte in Bus und Bahn unterwegs sind, in den kommenden Wochen schriftlich über die Änderungen informiert. ABC-Schützen sollen den neuen Abo-Antrag für das Bildungsticket zeitnah direkt von ihrer künftigen Schule erhalten.

Der Verband betonte zugleich, dass notwendige besondere Beförderungsarten weiterhin geregelt bleiben. Dazu zählen der Fahrdienst, Kombi-Beförderungen und Kostenerstattungen beim Nutzen von Privat-Pkw. Das ist unter anderem dann der Fall, wenn es im Wohnumfeld keinen Öffentlichen Personennahverkehr gibt oder die Nutzung unzumutbar ist sowie bei körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen.

Eltern drohen mehr Ausgaben

Unklar ist, welche finanziellen Folgen der Umstieg auf das Bildungsticket für die Eltern hat. Der vom Verkehrsverbund Mittelsachsen verlangte Eigenanteil für die Schülerverbundkarte war deutlich niedriger als der Preis für das Bildungsticket und einige Kommunen gewährten zudem weitere Zuschüsse, so dass beispielsweise Eltern von Grundschülern in Pockau-Lengefeld bisher gar nichts zuzahlen mussten. Im Gegensatz dazu gibt es im Vogtland seit Jahren eine kreisweit einheitliche Regelung.

VMS dreht an der Preisschraube

Doch nicht nur die Schülerbeförderung im VMS-Gebiet könnte teurer werden, der Zweckverband hat zudem generelle Fahrpreiserhöhungen beschlossen. Demnach kosten Tickets ab dem 1. August im Schnitt 6,6 Prozent mehr. Betroffen sind fast alle Fahrscheinarten. So kostet die Einzelfahrt mit 2,10 Euro im Kleinen Stadtverkehr und 2,50 Euro für eine Zone jeweils 20 Cent mehr. Auch Tages- und Monatskarten werden durchweg teuer, zum Teil um 15 Prozent. Verschont bleiben lediglich die verbundweiten Junge-Leute-, Senioren-, Bildungs- und Ferien-Tickets. Neu im Angebot des VMS ist eine Zehner-Tageskarte, bei der die Nutzer im Vergleich zum Einzel-Tagesticket Geld sparen können. Allerdings fällt dafür die Wochenkarte weg.

Die neuen Tarife sollen den Angaben zufolge zwei Jahre beibehalten werden. Begründet werden die Preisanhebungen unter anderem mit gestiegenen Personal- und Energiekosten zwischen sechs und 27 Prozent.

MDR (stt)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 04. März 2022 | 13:30 Uhr

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