Solarpark in der Lausitz BASF und enviaM bauen großes Solarkraftwerk

BASF und die Chemnitzer enviaM AG haben angekündigt, in der Nähe zum Werksgelände der BASF in Schwarzheide auf einer Fläche von 24 Hektar einen neuen Solarpark zu bauen. Es ist weltweit das erste größere Solarkraftwerk, an dem sich BASF direkt beteiligt.

Solarpark Schwarzheide Zukunftsmodell
Das ist das Gelände des künftigen Solarparks Schwarzheide. Bildrechte: BASF-enviaM

Auf einer Fläche von 24 Hektar, eine Fläche von 34 Fußballfeldern, in Schwarzheide sollen rund 52.000 Photovoltaikmodule künftig grünen Strom für den Lausitzer Produktionsstandort der BASF liefern. Geplant sei ein "Joint Venture – die „BASF enviaM Solarpark Schwarzheide GmbH" – zu gründen, um das Vorhaben umzusetzen. Die zuständigen Kartellbehörden müssten dem Projekt noch zustimmen.

Neues Projekt für Strukturwandel 

Mit dem Solarpark wollen BASF und enviaM zeigen, wie die Energiewende in der chemischen Industrie gelingen kann. Die Unternehmen seien sicher, dass regional erzeugte, grüne Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen der Schlüssel für eine klimaneutrale, zukunftsfähige Industrieproduktion sei.

Das sichere auch Wertschöpfung und Beschäftigung in der Lausitz, erklärten Jürgen Fuchs, Vorsitzender der Geschäftsführung der BASF Schwarzheide GmbH, und Dr. Stephan Lowis, Vorstandsvorsitzender der envia Mitteldeutsche Energie AG (enviaM).

Klimaneutrale Chemieproduktion  

BASF habe sich zum Ziel gesetzt, seine Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2030 um 25 Prozent zu senken und bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Immer mehr Kunden verlangten nachhaltige, klimaschonende Chemieprodukte, sagte Fuchs.

Mit dem Bau des Solarparks soll im ersten Quartal 2022 begonnen werden. Die Inbetriebnahme sei im zweiten Quartal 2022 geplant. Mit einer installierten Gesamtleistung von 24 Megawatt peak (MWp) und einer erwarteten Stromproduktion von 25 Gigawattstunden (GWh) pro Jahr werde die Anlage weltweit das erste größere Solarkraftwerk sein, an dem sich BASF direkt beteiligt.

Erneuerbare Energie für Batterieproduktion

Die Investitionssumme für den Solarpark und das dazugehörige Umspannwerk belaufe sich auf rund 13 Millionen Euro. Das Projekt werde ohne öffentliche Förderung umgesetzt. Mit der Planung, der Errichtung und dem Betrieb der Anlage solle die enviaM-Tochtergesellschaft envia THERM GmbH beauftragt werden.

Die in Schwarzheide im Bau befindliche BASF-Anlage zur Herstellung von Kathodenmaterialien für die Batterieproduktion soll vom Solarstrom profitieren.

Dr. Stephan Lowis: "Wichtiger Beitrag zur Energiewende" Die chemische Industrie als eine der energieintensivsten Industriezweige in Deutschland spielt nach Auffassung von Dr. Stephan Lowis, Vorstandsvorsitzender der envia Mitteldeutsche Energie AG (enviaM), eine Schlüsselrolle für die angestrebte Klimaneutralität. Mit BASF am Standort Schwarzheide leiste man einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Der gemeinsame Solarpark stehe für den Strukturwandel der Region. „Die Lausitz ist als Energie-Standort schon lange nicht mehr nur das Land der Braunkohle, sondern auch das Land der erneuerbaren Energien“, betont Lowis im Interview mit MDR Aktuell.

Über die BASF Schwarzheide GmbH

Die BASF Schwarzheide GmbH ist seit 1990 Teil der BASF-Gruppe. Nach eigener Aussage stellen mehr als 2.000 Mitarbeiter am Produktionsstandort in der Lausitz Chemiespezialitäten her. Die Produktpalette umfasst Polyurethan-Grundprodukte und -Systeme, Pflanzenschutzmittel, Wasserbasislacke, Technische Kunststoffe, Schaumstoffe, Dispersionen, Laromere und ab 2022 auch Batteriematerialien.

Die BASF Schwarzheide GmbH trägt  in der Region zur Ausbildung und Ansiedlung bei. Mehr als ein Dutzend angesiedelte Firmen profitieren von den vielseitigen Synergieeffekten des Chemiestandortes.

Über enviaM

Die enviaM-Gruppe ist nach eigener Auskunft der führende regionale Energiedienstleister in Ostdeutschland. Der Unternehmensverbund versorgt knapp 1,3 Millionen Kunden mit Strom, Gas, Wärme und Energie-Dienstleistungen. Zur Unternehmensgruppe mit rund 3.300 Beschäftigten gehören die envia Mitteldeutsche Energie AG (enviaM), Chemnitz, sowie weitere Gesellschaften, an denen enviaM mehrheitlich beteiligt ist. Gemeinsam entwickeln sie das Internet der Energie in Ostdeutschland. Anteilseigner der enviaM sind mehrheitlich die E.ON SE sowie rund 650 ostdeutsche Kommunen. Die Anteilseigner sind sowohl unmittelbar als auch mittelbar über Beteiligungsgesellschaften an enviaM beteiligt.

Quelle: MDR Wirtschaftsredaktion

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | 30. August 2021 | 16:55 Uhr

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