01.12.2021 | Sachsen-Anhalt am Morgen Impfen, Impfen, Impfen – und Einschränkungen für Ungeimpfte

Ein Einkaufszentrum mit Weihnachtsbaum und Christbaumkugeln.
Bildrechte: imago/Ralph Peters

Sachsen-Anhalt am Mittwochmorgen: Was nach der Bund-Länder-Runde wohl viele überrascht hat, war die klare Aussage des designierten Kanzlers Olaf Scholz, eine Impfpflicht für Februar 2022 anzustreben. Konkrete aktuelle Schritte, um der Corona-Pandemie Herr zu werden, sollen im Land vor allem eine Impfkampagne und Einschränkungen für Ungeimpfte sein, hieß es gestern. Beim Impfen ist die Sache allerdings leichter gesagt als getan. Und auch sonst stellen sich noch einige Fragen. Darum geht es im Top-Thema. Mein Name ist Mandy Ganske-Zapf, und hier kommt Ihr Morgen-Update.


Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Thema des Morgens- ist die Zeichnung einer Kaffeetasse zu sehen.
Bildrechte: MDR/Maximilian Schörm

Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt am Morgen: Das Thema des Morgens

Sachsen-Anhalt am Morgen: Das Thema des Morgens

Impfen, Impfen, Impfen – und Einschränkungen für Ungeimpfte ...

... so könnte man zusammenfassen, wie Sachsen-Anhalts Landesregierung weiter vorgehen will, um der vierten Corona-Welle beizukommen. Auf der Pressekonferenz nach der Bund-Länder-Runde sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) dazu am Dienstagabend sehr deutlich:

Es wird Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte geben (...), so dass Bürgerinnen und Bürger, die ungeimpft sind, an bestimmten Dingen nicht mehr teilnehmen können.

Kurz und knapp liegt folgender Fahrplan auf dem Tisch:

  • Das bisher geltende 2G-Model wird ausgeweitet, etwa auch auf den Einzelhandel. Ausgenommen sind laut Haseloff Einkäufe des Grundbedarfs. Zugang mit negativem Schnelltestnachweis ist dann nicht mehr möglich.
  • Auch im Privatbereich soll es deutlich härtere Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte geben: Zusammenkünfte werden auf einen Haushalt und zwei Personen eines weiteren Haushaltes beschränkt.
  • Außerdem wurde beschlossen, zeitnah eine Maskenpflicht im Unterricht umzusetzen.
  • In Corona-Hotspots können Clubs, Diskotheken und weitere Einrichtungen oder Veranstaltungen in Innenräumen geschlossen beziehungsweise untersagt werden.

Hier ist die Zusammenfassung zur gestrigen Pressekonferenz zum Nachlesen:

Petra Grimm-Benne (SPD) Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt und Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, geben in der Staatskanzlei eine Pressekonferenz.
Petra Grimm-Benne und Reiner Haseloff haben am Dienstagabend über die Ergebnisse aus den Corona-Beratungen informiert. Bildrechte: dpa

Damit verbunden soll sein, das Impfen auf breitere Schultern zu verteilen. Haseloff sagte dazu, auch Zahnärzte und Apotheker könnten eventuell herangezogen werden, um Impfungen zu verabreichen.

Das Fazit könnte man so umreißen: Größere Schließungen in dem Sinne oder strenge Kontaktbeschränkungen, die auch schon Geimpfte treffen würden, sind bisher nicht angedacht – für Ungeimpfte dagegen schon. Das Land setzt weiterhin vornehmlich auf das Impfen, ergänzt um strenge, ausgeweitete 2G-Regeln. Parallel dazu strebt der Bund eine Impfpflicht an.

Diese Vorschläge, auf die sich Bund und Länder geeinigt haben, sollen am Donnerstag bei einer weiteren anberaumten Runde in Beschlüsse gegossen werden und gegebenenfalls könnte einiges davon, zum Beispiel die Maskenpflicht im Unterricht, schon Freitag oder am Wochenende gelten. Grundsätzlich muss das Land erst einmal eine neue Verordnung aufsetzen.

Apotheker offen für Impfung – Ärzte skeptisch

Die Vorschläge, mit denen Bund und Länder gegen die steigenden Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen angehen wollen, werfen dabei noch viele Fragen auf, etwa in dem Bereich, ob Apotheker und Zahnärzte herangezogen werden können, um noch mehr zu impfen. Die Reaktionen zeigen: Ganz so einfach wäre das nicht.

Der Präsident der Apothekerkammer in Sachsen-Anhalt, Jens-Andreas Münch, sagte der dpa, man sei grundsätzlich offen dafür, "wenn es der ausdrückliche Wunsch der Politik ist". Für den Fall könnte es Auffrischungsimpfungen in den Apotheken geben. Vorausgesetzt, es gebe eine gesetzliche Regelung dafür. Allerdings seien viele Apotheken schon jetzt durch die Pandemie stark belastet. Die Zahnärzte reagierten gelassen, die Bereitschaft sei da, sagte der Kammerpräsident Carsten Hünecke im Land.

Nicht so überzeugt von dem Ansatz zeigt sich die Ärztekammer im Land. Sprecher Tobias Brehme gibt zu bedenken: "Die Impfzentren werden nicht geöffnet, aber geimpft wird beim Apotheker. Das ist für die Ärzte nicht nachvollziehbar." Das sei auch ein falsches Signal an Impfskeptiker.

Städte und Kreise weiten Impfangebot im Dezember aus

Dass die Impfzentren Ende September überall geschlossen wurden, fällt dem Land jetzt, da sich täglich viele Leute um einen Impftermin bemühen, auf die Füße. Bei vielen Hausärzten sind Termine bis weit ins neue Jahr vergeben. Doch teils konnten Kommunen und Kreise umsteuern. So hat beispielsweise die Stadt Dessau-Roßlau ein Impfzentrum wiedereröffnet – Impfstart dort ist heute. In den kommenden Wochen soll es Erst- Zweit und Boosterimpfungen geben – 260 pro Tag. Geimpft wird nur mit Termin, den verteilt die Stadt über eine extra Hotline mit der 0340 204-2891/2.

Auch Magdeburg hat schlicht eine Turnhalle im Stadtteil Sudenburg mehr oder weniger in ein Impfzentrum umgewandelt. Dort werden gerade wöchentlich neue Termine vergeben. Allein heute will die Stadt am Nachmittag 50.000 neue Termine freischalten für den Zeitraum zwischen dem 6. und 19. Dezember. Geimpft werden soll in der Zeit von 6 bis 22 Uhr. Und zwar täglich. Das soll helfen, die Impfquote in Sachsen-Anhalt zu erhöhen. Diese liegt laut RKI aktuell bei 66,9 Prozent.

Hilft 2G den Gastronomen? Und: Geht es wirklich ohne das L-Wort?

Während das Impfen die eine Sache ist, stellen sich noch weitere Fragen. Denn: Die 2G-Modelle sind für Geimpfte natürlich verlockend. Sie können vermeintlich alles so machen wie bisher. Doch interessant fand ich in diesem Zusammenhang eine Wortmeldung vom Beginn dieser Woche. In der "Volksstimme" war zu lesen, die Gastronomie und Hotelerie erlebe eine massive Stornierungswelle. Dehoga-Präsident Michael Schmidt äußerte da die Ansicht, ein Lockdown sei schmerzhaft, aber womöglich ohne Alternative. Mit anderen Worten: Wenn sowieso die Leute wegbleiben, kann man es auch offiziell machen – verbunden mit Wirtschaftshilfen. Denn, wie sich zeigt, fangen auch Geimpfte von ganz allein an, sich zurückzuziehen, ob aus Selbstschutz oder weil es mit den Auflagen zu kompliziert ist, sei dahin gestellt. Da gehen die Meinungen auseinander.

Die Kernfrage, die sich stellt, ist auch aus Sicht von Experten, ob sich mindestens regionale Lockdowns wirklich ausschließen lassen. Die Kollegen vom "Spiegel" haben dazu bundesweit mit Experten gesprochen – und sie klingen wenig überzeugt, dass die Kontaktreduktion allein unter Ungeimpften ausreicht, um das Infektionsgeschehen einzudämmen. Es müssten an diesem Punkt der Pandemie Kontakte im Allgemeinen reduziert werden, um die vierte Welle zu brechen.

Wenn wir die Inzidenz irgendwie in den Griff bekommen wollen und das müssen wir. Also es ist völlig sinnlos, nur die Hospitalisierungen anzuschauen. (...) Wir brauchen leider so etwas wie einen Lockdown. Wir können das so nicht weiterlaufen lassen.

Virologe Alexander Kekulé

Auch der Hallesche Virologe Alexander Kekulé sagte vor wenigen Tagen im MDR Podcast: "Wir brauchen so etwas wie einen Lockdown." Er begründete es damit, dass die Hospitalisierungsrate allein kein Richtmesser sei, sondern die hohen 7-Tage-Inzidenzen runtergebracht werden müssten. Man sei an dem Punkt von "Hätte, hätte Fahrradkette". Da zu viele Wochen nichts passiert sei, müsse man nun über "selektive" Lockdowns beziehungsweise Einschränkungen reden. Und zwar auch für Geimpfte. Er beschreibt das sehr differenziert und aufschlussreich, hören Sie zum Frühstück oder zur Autofahrt gern rein:


Soweit unser wichtigstes Thema heute Morgen. Wir werden sehen, was die neue Bund-Länder-Runde am Donnerstag dann genau auf den Weg bringt. Und wir informieren Sie natürlich, was das dann für Sachsen-Anhalt bedeutet. Jetzt zu den weiteren Themen dieses Morgens – es ist nicht nur Corona, auch wenn die Pandemie gerade wieder sehr stark unseren Alltag bestimmt.

  • "Luxus der Leere" – die Altmark will weiter mit ihre Ruhe und Weite bei potentiellen Zuzüglern punkten in unserem Video des Morgens.
  • Heute ist Welt-Aids-Tag – was eine HIV-Infektion im Alltag bedeutet und wie man sich schützen kann.
  • Warum sie endlich Ihr Passwort von 12345 auf ein gutes, starkes Passwort hochstufen sollten – und was sonst noch wichtig ist in Sachen Computersicherheit. Das gibt es in unserem Lesetipp.

Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Das Video des Morgens- ist die Zeichnung eines Monitors mit einem Start-Button zu sehen.
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Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt am Morgen: Das Video des Morgens

Sachsen-Anhalt am Morgen: Das Video des Morgens

Video: So sollen leer stehende Häuser der Altmark unter die Leute kommen (oder besser gesagt: Leute zu ihnen kommen)

Die Altmark ist und bleibt ein wunderschönes Fleckchen – ich bin erklärter Fan. Dass diese Ecke Deutschlands auch als Wohnort mehr entdeckt wird, dafür will René Schernikau sorgen. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck hat gemeinsam mit seinen Mitstreitern, wie er betont, ohne Fördermittel, ein Portal gestartet, auf dem bisher noch nicht beachtete Immobilien angeboten – und damit sichtbar gemacht sind. Der Werbespruch, der sich von der Altmark aus zunehmend in den Ohren von Städtern festsetzt, lautet: "Luxus der Leere". Carina Emig hat sich das für MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE angeschaut:


Neben einer Grafik mit der Aufschrift -#MDRklärt, Schlauer in einer Minute- ist die Zeichnung eines Luftstoßes zu sehen, der aus einem gezeichneten Kopf ausstößt.
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Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt am Morgen: #MDRklärt - Schlauer in einer Minute

Sachsen-Anhalt am Morgen: #MDRklärt - Schlauer in einer Minute

#MDRklärt: Welt-Aids-Tag

Heute ist Welt-Aids-Tag und vielfach wird die schwere Virusinfektion inzwischen von jungen Menschen unterschätzt. Das, darauf weisen Experten immer wieder hin, hat auch damit zu tun, dass in den vergangenen Jahrzehnten Medikamente entwickelt wurden, die helfen, mit der Krankheit zurechtzukommen. An sich ist das selbstredend eine gute Nachricht. Doch, warum ist HIV auch heute noch gefährlich? Wie lebt es sich mit HIV im Alltag? Auch mit möglichen Stigmata? Meine Kollegin Marie Landes hat einen Betroffenen begleitet:

Thumbnail: exactly HIV 29 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
29 min

Wie lebt es sich heute mit HIV? Wird man abgestempelt und benachteiligt oder nicht? Betroffene haben unterschiedliche Erfahrungen mit der dramatischen, einst tödlichen Krankheit gemacht.

exactly So 03.10.2021 11:00Uhr 28:39 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Die Kollegen von #mdrklärt haben dazu auf den Punkt gebracht, wie man sich weiterhin vor HIV gut schützen sollte – und kann:

Weltaidstag
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Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt am Morgen: Die Medienschau

Sachsen-Anhalt am Morgen: Die Medienschau

Medienschau: Was andere schreiben

  • " 'Außer Kontrolle ist die Lage nicht' " – die Volksstimme hat ein Gespräch mit Bildungsministerin Eva Feußner geführt. Sie erklärt darin, dass sie das Infektionsgeschehen an den Schulen noch unter Kontrolle sieht. Bislang sei das Fazit bei allen Beratungen: "Macht die Schulen nicht zu."
  • "Corona-Kurs wird schärfer" – titelt die "Mitteldeutsche Zeitung" und blickt dezidiert auf die Pressekonferenz vom Dienstagabend.


Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Tipp am Morgen- ist die Zeichnung eines Fingers zu sehen, der auf ein Smartphone zeigt.
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Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt am Morgen: Tipp am Morgen

Sachsen-Anhalt am Morgen: Tipp am Morgen

Tipp: Haben Sie immer noch ein Passwort mit 12345? Spoiler: Dafür ist die Zeit wirklich, wirklich vorbei

Noch immer wachen viele erst auf in Sachen Datenschutz und Computersicherheit, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist: wenn ein Passwort geknackt, ein Mailkonto gehackt oder Schlimmeres passiert ist. Marcel Roth hat ein Interview mit dem Experten Marian Kogler geführt, in dem ein für alle mal klargestellt wird: "Es gibt immer wieder neue Bedrohungsszenarien, die vorher niemand auf dem Schirm hatte." Also, bleiben Sie auf Zack!

Neben einer Grafik mit der Aufschrift -Was außerdem wichtig wird- ist die Zeichnung einer Person zu sehen, die durch ein Fernglas sieht.
Bildrechte: MDR/Maximilian Schörm

Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt am Morgen: Was heute außerdem wichtig wird

Sachsen-Anhalt am Morgen: Was heute außerdem wichtig wird

Was heute außerdem wichtig wird

  • 🌟 Kleine Weihnachtsaufmunterung: In Quedlinburg startet der lebendige Adventskalender, bei dem sich echte Haustüren von Fachwerkhäusern am Schloßberg öffnen. Täglich eine andere.

  • ☎ An der Herbstkonferenz der Innenminister und -senatoren der Bundesländer nimmt auch Sachsen-Anhalt teil. Sie startet heute digital mit unter anderem diesen Themen: Bekämpfung extremistischer Tendenzen, Migrationsfragen und länderübergreifende Zusammenarbeit im Bereich des Pandemie- und des Krisenmanagements sowie Cybersicherheit.

  • 📌 Besonderer beruflicher Schritt in Burg: Am Bundeswehrstandort wird Fregattenkapitän Michael Hinz die Befröderung von vier Korporalen vornehmen.

Heute wird es schön mild, teils sogar bis 10 Grad Celsius. Ein Hauch von Frühling zu diesem Dezemberstart. Ich wünsche Ihnen einen guten Mittwoch, außerdem eine gute Restwoche. Denn morgen begrüßt Sie an dieser Stelle mein Kollege Luca Deutschländer. Bis bald wieder!

Über Themen aus "Sachsen-Anhalt am Morgen" berichtet MDR SACHSEN-ANHALT... ...im Hörfunk | MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | ab 05:00 Uhr
...im Fernsehen | MDR um 11 | 11:00 Uhr
...im Fernsehen | MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 19:00 Uhr

Quelle: MDR SACHSEN-ANHALT, mit Material von dpa

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