Unterstützung für Studierende Zahnärztemangel in Gardelegen: Stadt will mit Stipendien vorbeugen

Gardelegen könnte bald ein Zahnarztproblem haben – wie auch andere Regionen in Sachsen-Anhalt. Um dem aber frühzeitig entgegen zu wirken, startet ein gemeinsames Nachwuchsprogramm von der Stadt und der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt – und zwar mit Stipendien. Als Vorbild dient eine ähnliche Aktion mit Lehramtsstudierenden.

Eine Zahnärztin schaut einem Jungen bei einer Zahnvorsorge in den Mund
Gardelegen will einem drohenden Zahärztemangel vorbeugen. Bildrechte: imago/Westend61

In Gardelegen einen Zahnarzttermin bekommen – das wird künftig deutlich schwieriger. Denn in den nächsten zehn Jahren scheidet die Hälfte der aktiven Zahnärzte in der Stadt aus. Die Versorgungslage in den vielen Ortschaften der Hansestadt könnte deshalb kritisch werden.

Bürgermeisterin Mandy Schumacher (SPD) sagt: "Es ist unbedingt erforderlich, dass wir hier gegensteuern. Denn ansonsten wäre es so, dass die verbliebenen Zahnärzte die Patientinnen der anderen noch mit aufnehmen müssten." Praktisch sei das aber nicht möglich, weil die Ärzte schon jetzt am Limit arbeiten würden, erklärte die Bürgermeisterin. Es könne nicht das Ziel sein, die verbliebenen Zahnärzte total zu überlasten.

Stipendien für Studierende: Gardelehrer als Vorbild

Nun soll ein Stipendium helfen, das Problem zu lösen. Ab sofort können sich Studierende der Zahnmedizin jeder beliebigen deutschen Universität auf ein mit 500 Euro monatlich ausgeschriebenes Stipendium der Hansestadt bewerben.

Als Vorbild für die Aktion dienen dabei die Gardelehrer. Bewerbungen für das Zahnmedizinstipendium können bis Ende Oktober bei der Hansestadt Gardelegen eingereicht werden.

Das sind die Gardelehrer

Gardelegen finanziert mit einem Projekt das Lehramtsstudum von jungen Leuten, die sich dann dafür verpflichten, später in der Stadt zu arbeiten. Die "Gardelehrer" bekommen 300 Euro im Monat und werden bei der Wohnungssuche unterstützt.

Unterstützung nicht nur für Studierende

Im Gegenzug muss der geförderte Student nach dem Studium mindestens für die Dauer der Förderung in Gardelegen als Zahnarzt tätig sein. Bürgermeisterin Mandy Schumacher ist überzeugt von der Aktion und hofft auf Menschen, die dauerhaft bleiben wollen:

Uns geht es nicht nur um das Stipendium, das wir zusammen mit der Kassenzahnärztlichen Vereinigung ausloben werden. Sondern wir sind hier als Unterstützer vor Ort und als Ansprechpartner für diejenigen, die bei uns Zahnärztin oder Zahnarzt sein wollen.

Mandy Schumacher, Bürgermeisterin

Damit will man einerseits diejenigen ansprechen, die jetzt anfangen zu studieren. Aber auch solche, die woanders wohnen und vielleicht schon praktizieren, die aber in die alte Heimat zurückwollen. Beim Gardelehrer-Programm habe man mit dieser Unterstützerrolle gute Erfahrungen gemacht, so Schumacher.

MDR (Kevin Poweska, Oliver Leiste)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 12. Juli 2022 | 12:30 Uhr

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