Irrgarten Altjeßnitz, Schloss Neuenburg und Bergwitzsee Das sind die schönsten Ausflugsziele mit dem 9-Euro-Ticket in Sachsen-Anhalt

Seit 1. Juni gilt das 9-Euro-Ticket und viele interessante Ausflugsziele wie der Irrgarten Altjeßnitz, Schloss Neuenburg oder der Bergwitzsee werden noch einfacher erreichbar. MDR SACHSEN-ANHALT hat eine Auswahl von neun der schönsten Tipps für Pfingsten und einen Kurzurlaub zusammengstellt. Aber Achtung: Nicht auf allen Bus- und Bahnlinien in Sachsen-Anhalt ist die Fahrt mit dem Billig-Ticket erlaubt.

Der Bergwitzsee in der Dübener Heide bei Kemberg im Landkreis Wittenberg
Zum Sonnenaufgang an den Bergwitzsee in der Dübener Heide – seit Mittwoch, den 1. Juni, gilt das 9-Euro-Ticket in Sachsen-Anhalt. Bildrechte: Mario Friemann

Für viele Tages- und Wochenendausflüge, selbst für manche Urlaubsreise in Deutschland, lohnt sich der Kauf des 9-Euro-Tickets. Wir haben für Sie neun ganz besondere Ausflugstipps herausgesucht, die Sie ganz bequem mit dem 9-Euro-Ticket ansteuern können.

Aber Achtung: Nicht jede Strecke und jede Bahn darf mit dem Ticket benutzt werden. Eine Übersicht, wo das Ticket gilt und wo nicht, finden Sie hier:

Tangerhütte: Industriegeschichte trifft Gartenträume

Was es zu entdecken gibt: Im Stadtpark von Tangerhütte, der jüngsten Stadt der Altmark, ist das Erbe der herausragenden Industriegeschichte des Ortes noch zu sehen – ein Kunstgusspavillon, der bei der Weltausstellung 1889 in Paris mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde. Die Eisengießerei, die die Industriellenfamilie Wagenführ und den ganzen Ort einst reich gemacht hat, gibt es heute noch unweit des Parks. Dieser gehört mit seinen beiden Schlössern, einem künstlichen Wasserfall und dem Mausoleum der Familie Wagenführ zu den Gartenträumen Sachsen-Anhalts.

Wie hinkommen: Mindestens stündlich fährt von Magdeburg der RE20 oder die S1 bis Bahnhof Tangerhütte. Von dort aus 20 Minuten Fußweg zum Stadtpark.

Wichtige Infos: Im Gartenträume-Park gibt es das erste Bürgercafé der Altmark. Es befindet sich im Neuen Schloss. Das Café funktioniert nach dem Prinzip "Bürger für Bürger". Öffnungszeiten: Von April bis September an jedem ersten Wochenende im Monat, Sonnabend und Sonntag jeweils von 14-17 Uhr.

Irrgarten Altjeßnitz im Landkreis Anhalt-Bitterfeld

Im Labyrinth des Irrgartens von Altjeßnitz versuchen Touristen, sich mit Hilfe von Schirmen in den insgesamt rund 2,3 Kilometer langen Wegen zwischen den zwei Meter hohen Hainbuchenhecken wiederzufinden.
Im Labyrinth des Irrgartens von Altjeßnitz versuchen Touristen, sich mit Hilfe von Schirmen in den insgesamt rund 2,3 Kilometer langen Wegen zwischen den zwei Meter hohen Hainbuchenhecken wiederzufinden. Bildrechte: dpa

Was es zu entdecken gibt: Der unter Denkmalschutz stehende Hecken-Irrgarten wurde Anfang des 18. Jahrhunderts von einem französischen Gartenbaumeister angelegt. Der idyllische Park mit dem 2.600 Quadratmeter großen Irrgarten ist in Deutschland nahezu einmalig. Viele ähnliche Anlagen wurden im Lauf der Zeit umgebaut oder zerstört. Gärtner und viele Helfer halten alles in Schuss. Sie kümmern sich um Hecken, Bäume, Rasenflächen und Gehwege.

Wie hinkommen: Ausstieg am Bahnhof Jeßnitz, dann weiter zu Fuß nach Altjeßnitz, durch Stadtgebiet von Jeßnitz und über die Mulde. Die Entfernung beträgt ungefähr vier Kilometer, man läuft etwa 50 Minuten, mit dem Rad sind es 20 Minuten, es gibt durchgängig einen Fußweg.

Wichtige Infos: Der Eintritt in den Gutspark kostet 3 Euro, am Kassenhäuschen gibt es eine E-Bike-Ladestation. Der Irrgarten ist derzeit gut zugewachsen, in der Mitte hat man einen guten Blick auf den Park.

Schloss Neuenburg in Freyburg im Burgenlandkreis

Was es zu entdecken gibt: Das Schloss Neuenburg in Freyburg liegt an der Straße der Romanik und hat sich in den letzten Jahren zu einem besonderen kulturtouristischen Zentrum für die mitteldeutsche Region entwickelt.

Luftbildaufnahme der Neuenburg in Freyburg an der Unstrut.
Das Schloss Neuenburg beherbert drei Museen. Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Oberhalb der Unstrut gelegen, hat man einen traumhaften Überblick über die Weinregion. Seit 1935 befindet sich in dem Komplex, der teilweise mehr als 900 Jahre alt ist, ein Museum. Inzwischen sind es sogar drei Museen geworden: das Burgmuseum, das Weinmuseum und das Uhrenmuseum.

Im "Dicken Wilhelm", dem Bergfried der Burg, läuft noch bis Ende Oktober eine Ausstellung des Bildhauers Bernd Göbel.

In der Burgwirtschaft wird für das leibliche Wohl gesorgt. Hier kann man auch ein zünftiges Ritteressen buchen und natürlich gibt es Weine aus der Region.

Wie hinkommen: Am besten erreicht man Freyburg von Naumburg kommend mit der Unstrutbahn, vorbei an malerischen Weinbergen.

Wichtige Infos: Führungen durch das Schloss können online gebucht werden. Auf der Burg kann man auch übernachten. Der Eintritt in die Kernburg kostet für Erwachsene 6,50 Euro, ermäßigt 4 Euro. Für den Eintritt in den Bergfried "Dicker Wilhelm" sind für Erwachsene 2,50 Euro zu zahlen, ermäßigte Tickets kosten 1,50 Euro.

Bergwitzsee im Landkreis Wittenberg

Bergwitzsee
Übernachten können Besucher auf dem Campingplatz Bergwitzsee Resort. Bildrechte: imago/Westend61

Was es zu entdecken gibt: Der 180 Hektar große Bergwitzsee bei Kemberg ist ein ehemaliger Tagebau. Bis Mitte der 1950er-Jahre ist dort Braunkohle abgebaut worden. Heute kann man rund um den See spazieren (rund acht Kilometer). Die Wasserqualität ist ausgezeichnet und lädt zum Baden ein – das wissen auch die Radler zu schätzen, die hier häufig einen Stopp einlegen. Für Besucher gibt es eine interaktive Mitmachausstellung. Aktive Menschen können sich am Beachvolleyballplatz austoben.

Direkt an dem idyllischen See kann man auch übernachten. Der ungefähr elf Hektar große Campingplatz Bergwitzsee Resort bietet ausreichend Platz. Und auch Geschichtsinteressierten wird etwas geboten: Am Bergwitzsee bei Kemberg beginnt die Mitteldeutsche Straße der Braunkohle.

Wie hinkommen: Ausstieg ist am Bahnhof Bergwitz, etwa 100 Meter hinter dem Bahnhof weist ein Schild zum Bergwitzsee und zum 1,9 Kilometer entfernten Campingplatz.

Wichtige Infos: Der Weg vom Bahnhof zum See ist ein Schotterweg, links und rechts viel Grün. Man geht durch eine Wohnhaussiedlung und kommt direkt am Waldhaus am Bergwitzsee raus.

Storchenhof und Rittergut

Eine Vogelpflegerin beugt sich über Küken, die in einer Plastikwanne sitzen.
Im Storchenhof Loburg werden Kücken liebevoll wieder aufgepäppelt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Was es zu entdecken gibt: Der Storchenhof ist eine feste Institution in Loburg. Als der Storchenhof 1979 eröffnete, kam viel Prominenz – und bald auch der erste verletzte Storch aus der Altmark. Er hatte einen gebrochenen Flügel. Wie die inzwischen weit über 2.000 Artgenossen wurde er gesund gepflegt. Bis heute päppelt die Vogelschutzwarte kleine "Bruchpiloten" wieder auf und entlässt sie dann in die Natur. Derzeit sind auch die ersten Storchenküken zu bewundern, es gibt täglich mehrere Fütterungen, an denen die Besucher teilnehmen können.

Für Kinder gibt es ein Storchenquiz. Außerdem können sie auf dem Hof Tauben oder den schönen Hahn "Theo" füttern. Große Besucher können sich mit regionalen Leckerreichen in einem kleinen Hofladen eindecken.

Nach dem Besuch auf dem Storchenhof lädt das Rittergut Barby zu einem Besuch ein. Dort erwarten die Besucher ein Spielplatz, XXL-Kuchenstückchen, frisches regionales Obst und Gemüse, eine Bonbonfabrik, eine Schaubrennerei und Platz im Garten zum Entspannen für die ganze Familie.

Wie hinkommen: Von Magdeburg fährt ein Bus nach Loburg. Die Fahrt dauert eine knappe Stunde. Direkt am Markt gibt es eine Bushaltestelle, von dort aus sind es 10 bis 15 Minuten bis zum Storchenhof.

Wichtige Infos: Das Rittergut hat täglich von 7 bis 21 Uhr geöffnet. Der Storchenhof empfängt Gäste zwischen 10 und 17 Uhr.

Zentralwerkstatt Pfännerhall in Braunsbedra

Was es zu entdecken gibt: Das vor rund 100 Jahren errichtetet Gebäude aus rotem Backstein war zu Bergbauzeiten Werkstatt, Maschinenhalle und Lehrwerkstatt. Heute sind die lichtdurchfluteten Räume der im Stil des Art déco erbauten Industriehalle Ausstellungsort und Begegnungsstätte für die ganze Familie. In der Halle sind Ausstellungen zur Geschichte und Entwicklung des Geiseltals zu sehen. Hauptattraktion ist die Dauerausstellung "Fundort Pfännerhall", mit einem lebensecht rekonstruierten, gigantischen Wald-Elefanten.

Ein lebensecht rekonstruierter Wald-Elefant
Die Hauptattraktion in der Pfännerhall ist ein lebensecht rekonstruierter, gigantischer Wald-Elefant. Bildrechte: Zentralwerkstatt Pfännerhall e.V.

Der steht inmitten eines kunstvoll gestalteten Dioramas, das den Gästen einen Eindruck einer Seenlandschaft aus dem Pleistozän von vor ca. 300.000 Jahren vermittelt. Die Pfännerhall ist zugleich auch Start- und Ziel einer zweistündigen Entdeckungsreise rund um den Geiseltalsee. Auf einer 30 Kilometer langen Strecke umrundet der Ausflugsbus Geiseltal-Express den kompletten See und macht einen halbstündigen Zwischenstopp am Weinberg "Goldener Steiger".

Wer selbst zu einer Entdeckungstour durch das Geiseltal starten möchte, der kann vor Ort ein Tretmobil oder ein Fahrrad ausleihen.

Wie hinkommen: Die Zentralwerkstatt Pfännerhall ist gut mit der Geiseltalbahn zu erreichen. Die Bahnstrecke führt von Merseburg, über Mücheln bis nach Querfurt. Besucher müssen an der Rufhaltestelle Braunsbedra Ost aussteigen. Der Eingang zur Zentralwerkstatt Pfännerhall ist nur ca. 300 Meter von der Haltestelle entfernt und in Sichtweite.

Wichtige Infos: Die Fahrt mit der Geiseltalbahn ist im 9-Euro-Ticket inbegriffen. Eine Tour mit dem Ausflugsbus Geiseltal-Express kostet dagegen 15 Euro. Kinder von sechs bis 15 Jahren bezahlen 11 Euro. Jüngere Kinder können kostenlos mitgenommen werden. Fahrkarten müssen im Besucherzentrum Braunsbedra unter der Telefonnummer 034 633 – 900 748 vorbestellt werden.

Märchenpark in Salzwedel

Was es zu entdecken gibt: Auf knapp 47.700 Quadratmetern erstreckt sich in Salzwedel der Märchenpark. Die Betreiber der Gartenlandschaft haben die kalten Monate zur Umgestaltung genutzt: Ab Juni soll der Irrgarten eröffnet werden, wie eine Mitarbeiterin sagte. Bis dahin können Besucher schon durch den restlichen Park schlendern und in eine märchenhafte Welt eintauchen.

Wie hinkommen: Von Magdeburg fahren stündlich Züge nach Salzwedel. Vom Bahnhof gehts zu Fuß weiter zum ZOB, der Rufbus bringt Besucher dann zum Märchenparkt. Wichtig: Die Fahrt im Rufbus muss bis 30 min vor Abfahrt unter 03 901 – 304 030 angemeldet werden.

Wichtige Infos: Der Eintritt kostet für Erwachsene 7 Euro, Kinder unter 3 Jahren haben freien Eintritt, für Kinder zwischen 3 – 14 Jahre sind 5,50 Euro zu zahlen.

Klöster Drübeck und Ilsenburg und die Plessenburg

Eine Panoramaansicht von Drübeck, in der Bildmitte ragen die Glockentürme des Klosters in den Himmel.
Die Glockentürme des Klosters Drübeck. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß

Was es zu entdecken gibt: Für eine zünftige Wanderung in den Oberharz ist der Bahnhof Darlingerode ein guter Startpunkt. Mehrere Wege führen zum beliebten Waldgasthaus Plessenburg. In der Nähe locken weitere Wanderziele wie die Wolfsklippe, der Ferdinandstein oder der Ilsestein.

Das Nonnenkloster Drübeck wurde in einer Urkunde Otto I. vom 10. September 960 zum ersten Mal erwähnt. Seit 1996 sind im Kloster Drübeck das Pädagogisch-Theologische Institut, das Pastoralkolleg und das Haus der Stille angesiedelt. Es finden viele Veranstaltungen, wie Konzerte und Lesungen statt. Übernachten kann man dort auch, zum Beispiel im Haus der Stille.

Die einstige Schlossanlage und Benediktinerabtei Kloster Ilsenburg stammt aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Am Rande des Areals wurde im 19. Jahrhundert ein Schloss errichtet. Zu sehen sind die Ruinen der tausendjährigen Türme einer romanischen Basilika. Im Süden und Osten befinden sich ein Landschaftspark im englischen Stil. Die Klausurbauten beherbergen sehenswerte mittelalterliche Räume. Wer sich für romanische Baukunst interessiert, findet hier reichlich Sehens- und Bewundernswertes. Im Kloster Ilsenburg finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen, Vorträge und Kammerkonzerte statt. In der Klosterkirche treten Chöre und Orchester auf.

Wie hinkommen: Erreichbar ist die Gegend über den RE21 Wernigerode-Goslar. Die Bahn fährt alle zwei Stunden. Aussteigen kann man in Darlingerode oder Ilsenburg. Auch der RE4 fährt alle zwei Stunden zum Halt in Ilsenburg.

Entfernungen: Die Tour beginnen mit einer etwa zwei Kilometer-Wanderung vom Haltepunkt Darlingerode durch den Ortsteil Öhrenfeld zum Kloster Drübeck (oder per Bus Linie 270). Erst Richtung Waldrand durch den kleinen Ort. Im Ortsteil Öhrenfeld stößt man auf den Harzer Klosterwanderweg. Auf diesem Weg in nordwestliche Richtung gehen, vorbei am Rohrteich zum Kloster Drübeck. Wer will, kann auf diesem Wanderweg weiterwandern und erreicht dann nach weiteren drei Kilometern das Kloster Ilsenburg. Vom Haltepunkt Darlingerode sind es gut fünf Kilometer zum Waldgasthaus Plessenburg.

Wichtige Infos: Zum Waldgasthaus Plessenburg fährt sogar ein Bus. Linie 274 "Der Ilsetaler" ist dreimal täglich montags bis samstags unterwegs. Bei den Touren geht ordentlich bergauf, Wanderschuhe sind empfehlenswert.

Strandsolbad Staßfurt

Der Strand des Strandsolbades in Staßfurt.
Der echter Geheimtipp im Salzlandkreis: das Strandsolbad in Staßfurt. Bildrechte: MDR/Tom Gräbe

Was es zu entdecken gibt: In Staßfurt liegt das einzige natürliche Salzwasser-Binnen-Freibad weit und breit: Das Strandsolbad. Es ist ein Kleinod. Akkurat geharkter Strand. Insgesamt sehr gepflegt. Badegäste können sich in historischen Umkleiden umziehen. Der See hat eine flache Einstiegsstelle. Darin: klares, leicht salziges Wasser. Im See befindet sich eine Badeinsel mit einer Rutsche – am Ufer eine große Liegewiese. Auf der anderen Seite des Sees lässt es sich unter hohen Bäumen prima entspannen. Der See ist durch einen Tagesbruch entstanden. Das Bad selbst ist nicht überlaufen - und ein echter Geheimtipp.

Wie hinkommen: Staßfurt liegt an der Bahnstrecke Magdeburg-Erfurt, bzw. Magdeburg-Aschersleben und ist stündlich erreichbar. Das Strandsolbad liegt ca. 2 Kilometer vom Bahnhof entfernt.

Wichtige Infos: Für die Tageskarte zahlen Erwachsene 2,70 Euro, Kinder von vier bis 14 werden für 1,10 Euro eingelassen, Jugendliche müssen 1,60 Euro bezahlen.

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MDR (Hannes Leonard), dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 01. Juni 2022 | 05:00 Uhr

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