Viele zusätzliche Aufgaben Wegen des Ukraine-Kriegs: Magdeburger Stadtverwaltung kommt an Belastungsgrenze

In Magdeburg sind mittlerweile mindestens 4200 ukrainische Flüchtlinge angekommen – die Mitarbeitenden der Stadtverwaltung kommen deshalb an ihre Grenzen. Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) gibt Einblick in die aktuelle Situation vor Ort.

Ein Beamter setzt den Stempel ERLEDIGT unter eine Akte
"Erledigt" werden müssen nicht nur die vielen Aufgaben in der Stadtverwaltung – die Mitarbeitenden fühlen sich deshalb auch so. Bildrechte: mago/bonn-sequenz

Rund zehn Prozent der Mitarbeitenden in der Magdeburger Stadtverwaltung sind laut Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) derzeit mit der Betreuung und Registrierung von ukrainischen Geflüchteten befasst. Dies verdeutliche den immensen Kraftakt, den die Verwaltungsmitarbeitenden neben ihren eigentlichen Aufgaben derzeit leisteten, erklärte Trümper am Freitag in Magdeburg. Rechne man Urlaub, Krankheit oder andere Abwesenheiten und unbesetzten Stellen dazu, stünden durchschnittlich nur zwei Drittel des eigenen nötigen Personals zur Verfügung.

Trümper fügte hinzu: „Der Verwaltung stecken die zwei Jahre Pandemie-Bekämpfung noch in den Knochen.“ Doch der Ukraine-Krieg und die Menschen, die hier Schutz suchten, ließen keine Pause zu. Dabei stünden angespannte Bereiche wie Ausländerbehörde, Bürgerbüros und der Fachbereich Schule und Sport vor enormen Herausforderungen. Das Sozialdezernat trage mit dem dazugehörigen Sozial- und Wohnungsamt ebenfalls eine Hauptlast der Kriegsauswirkungen.

Ein kleiner Rückblick: So war die Situation in Magdeburg zu Beginn des Ukraine-Krieges, als die geflüchteten Menschen in der Magdeburger Messehalle ankamen:

Für ukrainische Geflüchtete gibt es jetzt auch eine neue Anlaufstelle in einer ehemaligen Schule im Lorenzweg. Derzeit sind dort bereits 219 Menschen aus dem Kriegsgebiet untergebracht. Aus den Messehallen, die bislang Erstaufnahmeeinrichtung waren, sind die letzten 71 Menschen ausgezogen.

Längere Bearbeitungszeiten in Ämtern als Folge

Trümper dankte allen Mitarbeitenden und bat zugleich die Bevölkerung um Verständnis für längere Bearbeitungszeiten bei bestimmten Antragsverfahren oder Terminbuchungen. Die meisten Beschäftigten, die derzeit durch die Betreuung und Registrierung ukrainischer Geflüchteter beansprucht sind, arbeiten demnach in der Ausländerbehörde und in der Abteilung Zuwanderung des Sozial- und Wohnungsamtes. Rund 100 Mitarbeitende aus allen Teilen der Stadtverwaltung seien im Einsatz, um diese Bereiche zu unterstützen und würden dafür aus anderen Ämtern und Abteilungen versetzt.

Mehr zum Thema: Geflüchtete in Sachsen-Anhalt

epd, MDR (Johanna Daher)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 29. April 2022 | 13:30 Uhr

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