Gedenkprojekt Magdeburg: Erstmals Stolpersteine für Überlebende

25 neue Stolpersteine wurden in Magdeburg am Montag in Fußwege eingelassen. Die kleinen Messingplatten erinnern an Menschen, die von den Nationalsozialisten verschleppt und ermordet wurden. Zum ersten Mal wird es in der Stadt auch Stolpersteine für Menschen geben, die die NS-Zeit überlebt haben.

Messingstein wird in den Boden eingelassen.
Zuletzt wurden Stolpersteine in Magdeburg im Juni verlegt. (Archivbild) Bildrechte: dpa

In Magdeburg sind am Montag 25 neue "Stolpersteine" zum Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus verlegt worden. Erstmals wurden auch Stolpersteine für Personen verlegt, die vor den Nazis fliehen konnten.

Erste Stolpersteine für Geflohene in Magdeburg

So wird nun beispielsweise an das Leid der Familie Hagen erinnert. Um der Ermordung durch die Nazis zu entgehen, musste diese die Flucht in die USA ergreifen. Nach Angaben der Stadt Magdeburg hatte sich ein Enkel der Familie Hagen beim Künstler und Initiator des Stolperstein-Projektes, Gunter Demnig, gemeldet.

In anderen Städten gibt es bereits Stolpersteine für Menschen, die unter den Nationalsozialismus gelitten haben, aber überlebten.

Am Montag wurde auch der Stolperstein für die ermordete Hermine Katzenstein in der Ernst-Lehmann-Straße verlegt. Eine Enkelin der Frau war anwesend. Der Vater der Frau hatte nach Angaben der Stadt eine nicht-jüdische Frau geheiratet und war trotz Verfolgung in Magdeburg geblieben.

Stolpersteine aus Spenden finanziert

Aktionskünstler Gunter Demnig verlegt Stolpersteine zur Erinnerung an jüdische Opfer der Nationalsozialisten in Themar
Gunter Demnig verlegt die meisten Stolpersteine selbst, so etwa in Görlitz. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Joachim Hanf

Stolpersteine sind kleine Messingplatten, die an Orten in den Boden eingelassen werden, die als jeweils letzte selbst gewählte Wohn- oder Wirkungsstätte der Menschen bekannt waren, an die erinnert wird.

Der Künstler Gunter Demnig ließ die Stolpersteine gemeinsam mit Mitarbeitern des Tiefbauamtes in die Gehwege ein. Das Stolpersteine-Projekt wird laut Stadt ausschließlich durch Spenden finanziert.

MDR (Julia Heundorf)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 26. September 2022 | 11:30 Uhr

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