Nationalpark Waldbrandsaison im Harz: Feuerwehren befürchten "unruhigen Sommer"

Die Polizei sucht noch nach der Ursache für den Waldbrand im Harz. Für die hiesigen Feuerwehren erwartet Landesbrandmeister Kai-Uwe Lohse einen "unruhigen Sommer". Die Brandbekämpfung im Nationalpark könnten Loschwassertanks erleichtern.

Ein Feuerwehrmann steht auf verkohlten Bäumen.
Die Ursache für den Waldbrand im Nationalpark Harz ist weiterhin unklar. Bildrechte: dpa

Nach dem Großbrand am Brocken im Nationalpark Harz ist die Brandursache weiter unklar. Die Ermittler schließen auch Brandstiftung nicht aus, wie ein Sprecher der Polizei erklärte. Auch eine weggeworfene Zigarette könnte für den Brand verantwortlich sein, sagt Förster Lukas Wachsmann im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT.

Ich würde mir wünschen, dass man auf den Wegen bleibt und offenes Feuer vermeidet. Das ist der Campingkocher, das kleine Lagerfeuer und eben auch das Rauchen. Dann würden wir deutlich weniger Brände haben.

Fakt ist: Waldbrände sind zu dieser Jahreszeit nichts Ungewöhnliches, gerade in Zeiten des Klimawandels. Noch liegt auf den Böden das getrocknete Laub aus dem letzten Jahr, durch das Waldsterben sind inzwischen große Grasflächen gewachsen, die auch noch trocken sind. "Dieses Gemisch aus bodennahen trockenem Material ist eben das Gefährliche", erklärt Förster Wachsmann.

Wir hatten früher die intakte Fichte, die die Feuchtigkeit gut gehalten und Schatten an den Boden gebracht hat. Wir hatten gar nicht diese großen grasartigen Auflagen, die wir jetzt haben. Die entstehen ja erst durch die Freiflächen.

Kai-Uwe Lohse, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbands Sachsen-Anhalt e.V.
Landesbrandmeister Lohse: Fordert feste Löschwassertanks im Nationalpark Harz. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Situation verschärfe der wenige Niederschlag der letzten Wochen, sagt Kai-Uwe Lohse, Chef des Landesfeuerwehrverbandes, im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT. "Insbesondere, da das frische Grün gerade am Brocken noch nicht richtig durchgewachsen ist, ist das natürlich wie Zunder." Für die Feuerwehren im Harz erwartet Lohse einen "unruhigen Sommer". Aber grundsätzlich sei man für die Gefahren gewappnet.

Das ist für uns ja nicht die erste Waldbrandsaison. Unsere Ortsfeuerwehren haben über viele Jahre das entsprechende Material angeschafft und sind auch durch ihre Ausbildung gut vorbereitet.

Trotzdem könne man sich noch verbessern. Lohse fordert beispielsweise spezielle Löschwasserbehälter im Nationalpark Harz. Ansonsten müsse man zukünftig mit Bränden größeren Ausmaßes, Personenschäden und einem exorbitanten materiellen und personellen Aufwand bei der Brandbekämpfung rechnen.

Die fest installierten Löschwassertanks widersprechen laut Lohse zwar der auf Naturbelassenheit bedachten Philosophie des Nationalparks. Das sei auch verständlich, sagte Lohse. Aus Perspektive der Brandbekämpfung seien sie aber sinnvoll und dringend nötig. Technisch sei das möglich. Die mitunter etwa 100 Kubikmeter umfassenden Tanks könnten sowohl unter- als auch oberirdisch installiert werden.

Harzer Schmalspurbahn bringt Wasser und Helfer zum Brandort

Am Dienstag war im Nationalpark ein Brand ausgebrochen. Die Löschung des Brandes, der eine Fläche von mehr als einem Hektar umfasste, gestaltete sich schwierig und zog sich über mehrere Stunden hin. Mithilfe der Harzer Schmalspurbahn wurden Einsatzkräfte, Löschwasser und weiteres Arbeitsmaterial zum Brandort gebracht. Am späten Dienstagabend beendete die Feuerwehr ihren Einsatz.

MDR (Hannes Leonard), dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 27. April 2022 | 15:10 Uhr

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