Slogan gegen Westdeutsche Kritik am Wahlplakat der Linken in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalts Linke steht für eines ihrer Wahlplakate in der Kritik. Mit dem Slogan "Nehmt den Wessis das Kommando" wirbt die Partei für sich. Politikerinnen und Politiker von CDU, SPD und Grüne äußerten auf Twitter ihr Unverständnis zu dem Plakat. Die Linke verteidigt ihren Slogan. Doch auch innerhalb der Partei ist das Plakat umstritten.

"Nehmt den Wessis das Kommando", "Kein Profit mit der Gesundheit", "Kita und Hort kostenlos" steht auf Plakaten, mit denen Die Linke und ihre Spitzenkandidatin Eva von Angern zur Landtagswahl 2021 in Sachsen-Anhalt antreten
Spitzenkandidatin von Angern bei der Vorstellung der Wahlplakate Bildrechte: MDR

Für eines ihrer Wahlplakate erntet die Linke in Sachsen-Anhalts derzeit viel Kritik. Auf dem Plakat heißt es "Nehmt den Wessis das Kommando", zu sehen ist ein Hund an der Leine eines Kindes. Die Spitzenkandidatin der Linken Eva von Angern hatte das Plakat am Freitag gemeinsam mit dem Landesvorsitzenden Stefan Gebhardt präsentiert. Angern sagte bei der Vorstellung: "Ich bin stolz drauf, dass auf allen Plakaten deutlich wird, dass wir die Partei der sozialen Gerechtigkeit sind, die auch ganz klar für die Stärkung des Sozialstaats steht."

Kritik von CDU, SPD und Grüne

Politikerinnen und Politiker von CDU, SPD und Grüne kritisierten daraufhin den Werbe-Slogan der Partei auf dem Online-Dienst Twitter. Der Landeschef der CDU, Sven Schulze, verwies darauf, dass Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow als einziger Regierungschef der Linken aus dem Westen komme:

SPD-Landeschef Andreas Schmidt twitterte, dass sich der Wahlkampf um die gemeinsame Gestaltung der Zukunft drehen sollte. Denn: "Von 2,2 Mio. Sachsen-Anhaltern sind schätzungsweise 300.000 in der alten Bundesrepublik geboren. Weitere 500.000 sind nach 1989 im vereinigten Deutschland geboren", so Schmidt.

Die Spitzenkandidatin der Grüne Cornelia Lüddemann schrieb auf Twitter: "Das erschüttert mich wirklich. Ich dachte, alle Menschen sind grundsätzlich gleich und es kommt auf Wollen und Werte an. Sehr enttäuschend."

Linke verteidigt Slogan

Die Linke reagierte auf Twitter auf die Kritik an ihrem Wahlplakat. Ein Tweet des Pressesprechers der Fraktion lässt vermuten, dass das Plakat als gezielte Provokation zu verstehen ist. Er schrieb: "Bitte kommentiert euch hier die Finger wund, damit dieses Plakat möglichst bekannt wird."

Der Linken-Abgeordnete Wulf Gallert verteidigte das Plakat: "Was wäre eigentlich, wenn da 'nehmt den Männern das Kommando‘ gestanden hätte? Bei Einkommen, Anerkennung und Repräsentanz bei Führungspositionen gibt es genug Parallelen."

Kritik auch aus den eigenen Reihen

Innerhalb der Partei gibt es auch Kritik an dem Wahlkampfspruch auf dem Plakat. Katja Müller, Vorsitzende der Linken im Stadtrat in Halle, schrieb auf Twitter, dass das Plakat sie wütend mache. "Überdies überlege ich, ob ich die Botschaft unfassbar finde oder sie mir einfach nur zu doof ist."

Auch der Jugendkoordinator der Linken in Sachsen-Anhalt, Robert Fietzke, distanzierte sich von den Plakat. Er twitterte: "Not in my name."

Trend zur Landtagswahl: Linke verlieren Stimmen

In Sachsen-Anhalt wird in rund sieben Wochen ein neuer Landtag gewählt. Laut einer repräsentativen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des MDR würde die Linke 12 Prozent erreichen, wenn bereits am kommenden Sonntag gewählt werden würde. Verglichen mit der Landtagswahl 2016 wären das 4,3 Prozentpunkte weniger.

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Die Spitzenkandidatinnen und -kandidaten der sechs großen Parteien zur Landtagswahl Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR, Sarah Peinelt

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 23. April 2021 | 19:00 Uhr

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