Verordnung vorgestellt Corona-Regeln verschärft: 2G in Innenräumen und frühere Weihnachtsferien

Ab Mittwoch gelten in Sachsen-Anhalt verschärfte Corona-Regeln. In vielen Innenräumen gilt die 2G-Regel. Nur Geimpfte und Genesene dürfen viele Einrichtungen besuchen. In Clubs und Diskotheken gilt sogar 2G+. Für Schüler gibt es frühere und längere Weihnachtsferien. Eine Übersicht über die wichtigsten Änderungen.

Ein Schild weist auf die 2G-Regel hin
Corona in Sachsen-Anhalt: In vielen Einrichtungen gilt ab Mittwoch die 2G-Regel. (Archivbild) Bildrechte: dpa

In Sachsen-Anhalt gelten ab Mittwoch, 24. November, schärfere Corona-Regeln. Das kündigte die Landesregierung am Dienstag an. Aus der neuen Verordnung zur Eindämmung der Pandemie – es ist die inzwischen 15. – geht hervor, dass in vielen Innenräumen ein 2G-Zugangsmodell gilt. Sprich: Nur Geimpfte oder Genesene sowie Kinder bis zum vollendeten 18. Lebensjahr dürfen bestimmte Räumlichkeiten betreten. Die Regelungen gelten zunächst bis zum 15. Dezember.

Die FDP hatte sich Anfang November eigentlich gegen eine verpflichtende 2G-Regelung ausgesprochen, hat nun aber doch der Regelung zugestimmt. Die AfD kritisierte die FDP für ihren Rückzieher und prüft, inwieweit sie juristisch gegen die Verordnung vorgehen kann.

Das bedeuten 3G, 2G und 2G+

Bei 3G erhalten Geimpfte, Genesene und Geteste Zugang zu einer Veranstaltung. Gilt 2G, sind nur Menschen zugelassen, die gegen eine Corona-Erkrankung geimpft oder von einer solchen genesen sind. Ausnahmen gelten gegebenenfalls für Jugendliche. Bei 2G+ müssen Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Schnelltest vorweisen.

Das 2G-Modell gilt bei:

  • Veranstaltungen ab 50 Personen
  • Innengastronomie und Hochschulgastronomie
  • organisiertem Sportbetrieb mit Ausnahme u.a. von Berufssportlern und Kaderathleten
  • Kultureinrichtungen mit Ausnahme von Archiven und Bibliotheken
  • Beherbergungen (Hotels und Fereinwohnungen) mit Ausnahme von Beherbergungen aus beruflichen Gründen
  • Soziokulturellen Zentren, Bürgerhäusern, Seniorenbegegnungsstätten und -treffpunkten sowie Angeboten in Mehrgenerationenhäusern
  • Freizeiteinrichtungen und Vergnügungsstätten
  • Volksfesten
  • Reisebusreisen, Schiffrundfahrten, Stadtrundfahrten und vergleichbaren touristischen Angeboten

Dort, wo 2G gilt, müssen außerdem Hygienemaßnahmen wie Abstandsregeln und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes eingehalten werden.

Das 2G+-Modell gilt für:

  • Clubs
  • Diskotheken
  • Chorgesang

Vom Tragen einer Maske, von Abstandsregelungen sowie Kapazitätsbegrenzungen kann bei 2G+ abgewichen werden.

Das 3G-Modell gilt bei:

  • Weihnachtsmärkten
  • Messen und Ausstellungen
  • ÖPNV
  • Körpernahe Dienstleistungen (z.B. Frisör, Kosmetik, Physiotherapie, Tattoostudios)

Die Landkreise und kreisfreien Städte können darüber hinaus weitere Einschränkungen erlassen. Laut Landesregierung zählen hierzu insbesondere Kontaktbeschränkungen im privaten und öffentlichen Raum.

Längere Weihnachtsferien und keine Präsenzpflicht an Schulen

Die Präsenzpflicht an den Schulen in Sachsen-Anhalt gilt ab dem 25. November nicht mehr für alle Schülerinnen und Schüler. Das teilte Bildungsministerin Eva Feußner (CDU) mit. Eltern können beantragen, dass ihre Kinder zuhause bleiben und sie statt des Schulbesuchs Aufgaben lösen. Der Präsenzbetrieb gilt aber weiterhin als bevorzugte Form des Unterrichts. Dafür gilt ab dem 29. November eine tägliche Testpflicht. "Alle in der Schule werden getestet", sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU).

Außerdem werden die Weihnachtsferien vorgezogen. Letzter Schultag in Sachsen-Anhalt in diesem Kalenderjahr ist demnach der 17. Dezember 2021. Ursprünglich sollten die Ferien erst am 22. Dezember beginnen.

Bildungsministerin Eva Feußner begründete die Maßnahmen im Schulbetrieb damit, dass dadurch die Kontakte reduziert würden.

Haseloff: Kontakte müssen reduziert werden

Ministerpräsident Haseloff sagte, alle Maßnahmen seien wichtig, um die Funktions- und Versorgungsicherheit der Intensivbetten und Beatmungsituation im Land aufrechtzuerhalten. "Die Kontaktdichten müssen reduziert werden", so Haseloff.

Dass wir mit Corona noch längst nicht durch sind, weiß der ganze Globus.

Reiner Haseloff, CDU Ministerpräsident

Inzidenz jetzt bei knapp 600

In Sachsen-Anhalt erreicht die 7-Tage-Inzidenz seit 12. November täglich neue Höchststände. Für Dienstag gab das Robert-Koch-Institut den Wert mit 591,7 an, bundesweit liegt er demnach bei 399,8. Am Montag hatte ein Landkreis in Sachsen-Anhalt erstmals den Inzidenz-Wert von 1.000 überschritten: Für Mansfeld-Südharz gab das RKI den Wert auch am Dienstag mit 1.013,5 an. Knapp unter der Marke von 1.000 lag der Burgenlandkreis mit einem Inzidenz-Wert von 973,0. Bundesweit liegen inzwischen 24 Landkreise über 1.000.

Der entscheidende Wert für Einschränkungen nach dem neuen Infektionsschutzgesetz soll allerdings nicht die Inzidenz, sondern die sogenannte Hospitalisierungsrate sein. Sie gibt an, wie viele an Covid-19 erkrankte Menschen in ein Krankenhaus eingeliefert werden – und zwar auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Der Wert soll künftig über 2G und 2G+ entscheiden. Problem an ihm ist, dass er systematisch zu niedrig ausfällt, im Schnitt um bis zu 79 Prozent. Sachsen-Anhalt hat mit einem Wert von knapp 13 sämtliche Schwellen überschritten. Bund und Länder hatten sich vorige Woche darauf geeinigt, dass dann 2G+ gilt.

Wegen der hohen Infektionszahlen hatte zuletzt Sachsen de facto einen Teil-Lockdown verhängt. Weihnachtsmärkte im Nachbarland waren flächendeckend abgesagt worden. Dasselbe plant nach MDR-Informationen auch Thüringen. Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Grimm-Benne hatte vorige Woche gesagt, das Land könne nicht flächendeckend die Weihnachtsmärkte absagen. Das müsse auf kommunaler Ebene passieren.

In mehreren Städten in Sachsen-Anhalt waren in dieser Woche Weihnachtsmärkte eröffnet worden, darunter am Montag in Magdeburg und am Dienstag in Halle.

MDR (Luca Deutschländer, Fabian Frenzel)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 23. November 2021 | 19:00 Uhr

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