Haltbarkeit abgelaufen Tausende Corona-Impfdosen in Sachsen-Anhalt entsorgt

Tausende Impfdosen gegen Corona sind in Sachsen-Anhalt verfallen und landeten darum im Müll. Besonders betroffen ist der Kreis Wittenberg. Aber auch im Burgenlandkreis, Saalekreis und in Halle war die Nachfrage nach Impfungen niedriger als das Angebot.

Ärztin hält eine Spritze mit Covid Impfstoff in der Hand
Landesweit sind Tausende Impfdosen abgelaufen und daher weggeworfen worden. Bildrechte: dpa

In Sachsen-Anhalt sind von Oktober bis Dezember 15.608 Corona-Impfdosen weggeworfen worden. Das hat das Gesundheitsministerium auf Nachfrage von MDR SACHSEN-ANHALT bestätigt. Demnach war die Haltbarkeit abgelaufen. Vor allem die Impfdosen der Hersteller AstraZeneca und Moderna waren davon betroffen.

Insgesamt wurden in Sachsen-Anhalt im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2021 etwa 3,7 Millionen Impfdosen verabreicht. Der Anteil der Dosen, die im Vergleich zu den verimpften weggeworfen werden mussten, beträgt demnach 0,5 Prozent.

Sinkende Nachfrage im Kreis Wittenberg

Impfstoff-Phiolen. Moderna und Comirnaty
Vor allem Moderna-Dosen blieben im Kreis Wittenberg übrig. Die Biontech-Dosen wurden verimpft. Bildrechte: IMAGO / Beautiful Sports

Vor allem im Landkreis Wittenberg wurden viele Fläschchen vernichtet. Behördenspecher Alexander Baumbach sagte MDR SACHSEN-ANHALT, dass insgesamt 500 Flaschen des Moderna-Impfstoffes abgelaufen waren. Mit diesen hätten insgesamt 5.000 Impfdosen verabreicht werden können. Die Dosen waren schnell abgelaufen, weil sie nicht mehr gekühlt ausgeliefert werden. Wenn das der Fall ist, bleiben nur insgesamt 30 Tage um die Impfdosen zu verabreichen.

Der Kreis hatte im Dezember die Bestellungen hochgefahren, weil die Nachfrage in den Wochen vor Weihnachten deutlich angestiegen war. Laut Baumbach war der Ansturm dann aber plötzlich vorbei. Er sagte, es sei schwierig den genauen Bedarf zu ermitteln.

Impfquote in Sachsen-Anhalt

Im Kreis Wittenberg liegt die Impfquote bei den Zweitimpfungen derzeit bei 64 Prozent. Das ist der niedrigste Wert in ganz Sachsen-Anhalt. Landesweit liegt die Quote bei über 69 Prozent.

Auch weitere Landkreise von abgelaufenen Dosen betroffen

Im Burgendlandkreis sind von Mitte November bis Ende Dezember insgesamt 320 Moderna-Impfdosen abgelaufen und wurden entsorgt. Im Saalekreis galten die Impfdosen von AstraZeneca als Ladenhüter. Wie eine Sprecherin des Kreises MDR SACHSEN-ANHALT mitteilte, konnten Ende des Jahres 1.500 Dosen nicht mehr verwendet werden.

Die Nachfrage nach AstraZeneca war und ist nicht mehr vorhanden.

Susanne Lange – Sprecherin Landratsamt Saalekreis

Auch 200 Moderna-Dosen mussten im Saalekreis im gleichen Zeitraum wegen der abgelaufenen Haltbarkeit entsorgt werden. Die Sonderlieferung aus einer Apotheke war bereits aufgetaut und konnte nicht mehr länger aufbewahrt werden. In Halle wurden 570 Dosen AstraZeneca entsorgt, alle weiteren Kreise haben nur vereinzelt Corona-Impfstoffe weggeworfen. Aus einer Phiole AstraZeneca oder Moderna können 10 Impfdosen gezogen werden.

Hinweis: In einer früheren Version hatten wir über die Vernichtung von rund 7.600 Impfdosen für den Zeitraum November/Dezember 2021 berichtet. Diese Angaben bezogen sich auf eine Befragung der Landkreise. Die Zahl von 15.608 vernichteten Impfdosen bezieht sich auf eine Auskunft des Landesgesundheitsministeriums auf den Zeitraum Oktober bis Dezember 2021.

MDR (Marvin Kalies)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 14. Januar 2022 | 06:00 Uhr

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