Personalmangel bei der HAVAG Halle sucht neue Bus- und Bahnfahrer

Bei der Halleschen Verkehrs-AG (HAVAG) fehlen Bus- und Bahnfahrer. In Zukunft wird das Personalproblem noch größer, da viele in Rente gehen. Deshalb sucht die HAVAG nun dringend Nachwuchs. Ein Bahnfahrer erzählt, was sie erwartet.

HAVAG
Die Hallesche Verkehrs-AG (HAVAG) sucht dringend Bus- und Bahnfahrer. Bildrechte: MDR/Annekathrin Queck

Knapp 800 Mitarbeiter beschäftigt die Hallesche Verkehrs-AG (HAVAG) und ist damit einer der größten Arbeitgeber in Halle. Aktuell fehlen 20 Fahrer – Tendenz steigend. Viele alte Mitarbeiter gehen bald in Rente. Es braucht also Nachwuchs. Aber nicht nur das: Darüber hinaus müssen zusätzliche Fahrer gefunden werden, weil in diesem Jahr das Modellprojekt "STADTLand+" startet. Da soll unter anderem das Streckennetz ausgebaut und so mehr Menschen ermöglicht werden, ihre Wege mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen.

HAVAG
Im Betriebsbahnhof stehen die Bahnen der HAVAG. Bildrechte: MDR/Annekathrin Queck

Ein weiterer Grund für die akute Mitarbeitersuche: Immer öfter fallen Fahrer wegen Krankheit aus. Die HAVAG versucht so gut es geht sicherzustellen, dass die Fahrgäste keine größeren Einschränkungen zu spüren bekommen. Deshalb sind im Januar die Straßenbahnlinien 4 und 16 komplett eingestellt worden. Das sind allerdings Linien, deren Strecke teilweise auch von anderen Bahnen abgedeckt werden. Seit Donnerstag fährt vorübergehend die Straßenbahnlinie 3E nicht. Außerdem fallen einzelne Schülerfahrten der Linie 5E weg. Grund dafür sei der hohe Krankenstand unter den Mitarbeitern, heißt es von Seiten der Halleschen Verkehrs-AG.

Voraussetzungen für Interessenten

Als Bahnfahrer kann sich jeder bewerben, der mindestens 21 Jahre alt ist und einen PKW-Führerschein hat. Für die Busfahrerausbildung ist ein Führerschein der Klasse B oder C Voraussetzung. Auch Quereinsteiger sind gerne gesehen. In gerade einmal drei Monaten ist die Ausbildung abgeschlossen. Das Einstiegsgehalt liegt bei 2.370 Euro. Noch bis Ende März läuft die aktuelle Bewerbungsfrist.

HAVAG
Fahrlehrer Herr Lipski erklärt einem Quereinsteiger die Bedienung der Straßenbahn. Bildrechte: MDR/Annekathrin Queck

Felix Taschenberger arbeitet seit 2015 als Bahnfahrer. Schon als Kind wusste er, dass das genau das ist, was er später einmal machen möchte. Als es die Schülerzeitkarten gab, sei er gerne ein paar Stunden mit der Straßenbahn durch Halle gefahren und habe die Fahrgäste gezählt, erinnert er sich. Das sei für ihn immer eine Art Auszeit gewesen.

Seinen Beruf hält Felix Taschenberger für sehr sicher, denn Fahrer würden immer gebraucht und so schnell käme der Umstieg zum autonomen Fahren sicherlich auch nicht. Allerdings sei der der Beruf wegen des Schichtdienstes nur bedingt familientauglich.

So sieht ein Tag als Fahrer aus Gearbeitet wird als Straßenbahnfahrer in Halle mehr oder weniger rund um die Uhr: Schichtbeginn könnte beispielsweise um 2:59 Uhr im Betriebshof Rosengarten sein. Dann wird das Fahrzeug auf Verkehrs- und Betriebssicherheit geprüft: Funktioniert die Innen- und Außenbeleuchtung? Sind Ticketautomaten, Entwerter und Türen in Ordnung? Ist ausreichend Sand auf der Straßenbahn? Das ist wichtig, weil der Sand bei nassen Straßen den Bremsweg verkürzt.

Nachdem die Straßenbahn auf Herz und Nieren geprüft wurde, sind die Fahrer zwischen sechs und zehn Stunden lang auf ihrer zugeteilten Strecke unterwegs. Zum Feierabend steigen sie am Markt oder am Riebeckplatz aus und machen sich auf den Weg nach Hause. Wenn die Schicht auf dem Betriebshof endet, wird das Fahrzeug noch einmal kurz überprüft.

Mehr zum Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt

MDR (Annekathrin Queck)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 11. März 2022 | 16:30 Uhr

404 Not Found

Not Found

The requested URL /api/v1/talk/includes/html/9745d830-fc67-4197-b6db-ab5c1bd2fe1f was not found on this server.

Mehr aus dem Raum Halle und Leipzig

Mehr aus Sachsen-Anhalt