Rieseninsekt Gottesanbeterinnen breiten sich rasant aus

Biologen rechnen damit, dass die Gotteanbeterin weitere Lebensräume in Sachsen-Anhalt erschließen wird. Denn die Insekten lieben Wärme und Trockenheit. Ihr Vorkommen ist insofern eine Folge der Klimakrise.

Gottesanbeterin
Gottesanbeterinnen sehen bedrohlich aus, sind für den Menschen aber ungefährlich. Bildrechte: Colourbox.de

In Sachsen-Anhalt breiten sich Gottesanbeterinnen immer weiter aus. Waren die exotischen Insekten bislang eher im Süden des Landes aufgetaucht, wurden im vergangenen Jahr auch bisher unentdeckte Vorkommen im Norden bei Magdeburg, Dessau und im Landkreis Stendal nachgewiesen. 2021 wurden dem Landesamt für Umweltschutz 400 Tiere gemeldet. Hotspots waren dabei nach wie vor die Stadt Halle sowie Teile des Saale- und Burgenlandkreises.

Gottesanbeterinnen sind bekannt für ihre bedrohlich aussehenden Fangarme und die stechend grüne Farbe der größeren Weibchen. Die fünf bis 7,5 Zentimeter großen Tiere ernähren sich räuberisch von anderen Insekten. Die stechenden Weibchen fressen das Männchen nach der Paarung häufig auf.

Für Menschen ist die Gottesanbeterin nicht gefährlich. Ihren Namen haben sie bekommen, weil sie ihre Fangarme oft wie zum Gebet zusammenfalten.

Gottesanbeterinnen profitieren von Wärme und Trockenheit

Dass sich das zu den Fangschrecken gehörende Insekt, das eigentlich in Südeuropa heimisch ist, dank des Klimawandels weitere Lebensräume auch in Sachsen-Anhalt erschließt, davon geht das Landesamt für Umweltschutz fest aus. Seit 2019 beobachtet die Behörde eine rasante Ausbreitung der Art. Gottesanbeterinnen liebten Wärme und würden Trockenheit vertragen, heißt es in einer Pressemitteilung.

"Am Beispiel der Gottesanbeterin sehen wir eindrucksvoll die klimatisch bedingten Ausbreitungsmuster wärmeliebender Arten", so der Biologe Marcel Seyring. Er rechnet in den kommenden Wochen bis in den Spätherbst auch erneut mit vermehrten Beobachtungen der Tierart und bittet darum, Sichtungen an das Landesamt für Umweltschutz zu melden. Die Beobachtungen würden überprüft und fänden Eingang in die zentrale Artdatenbank des Landesamtes für Umweltschutz.

MDR (Annekatrin Queck, Daniel Salpius) | Erstmals veröffentlicht am 09.08.2022

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 10. August 2022 | 09:30 Uhr

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