Tiergestützte Pädagogik Wittenberger Kita setzt auf Therapiehund

MDR-Reporter André Damm
Bildrechte: André Damm

Die Kita Pittiplatsch hat sich vor Kurzem einen Therapiehund angeschafft. Der stößt bei Kindern und Eltern auf große Begeisterung. Der Hund helfe den Kindern dabei zu lernen, Verantwortung zu übernehmen, Gefühle zu äußern und sorge für ein gestärktes Gemeinschaftsgefühl. Der Hund soll der Kita langfristig erhalten bleiben. Die Kosten für das Tier übernimmt die Stadt.

Ein weißer Hund liegt auf einer Wiese und schaut neugierig in die Kamera.
Der Kita-Hund Charlie verbreitet viel Freude in der Kindertagesstätte Pittiplatsch in Wittenberg. Bildrechte: MDR/Andre Damm

In der Wittenberger Kita hat der Namensgeber Pittiplatsch Konkurrenz bekommen: von Charlie. Charlie ist erst fünf Monate alt und ein Labrador-Retriever. Der Welpe verstärkt gerade das Kita-Team und soll auch als ausgewachsener Rüde dauerhaft als Therapiehund in der Kita bleiben. Er ist der erste Therapiehund in einer Wittenberger Kindertagesstätte und bereits nach kurzer Zeit für viele der Liebling.

Es gebe Eltern, die frühmorgens besorgt fragen, wo denn Charlie sei, erzählt Kita-Leiterin Steffi Geitner. Denn Charlie – ein Hundeknirps mit kuschelweichem Fell – gehört schon nach wenigen Wochen zum unverzichtbaren Kita-Inventar. Steffi Geitner möchte den Labrador-Retriever-Welpen nicht mehr missen: "So ein Hund vermittelt viel Ruhe."

Charlie gehört dazu

Charlie hört sich diese Lobrede an und wedelt dabei manchmal mit dem Schwanz. Aber das hat wohl eher mit den Kindern zu tun, die um ihn herumwuseln. Leonie und Melody, Lia Lotte Marie und Yannik finden toll, dass Charlie sich streicheln lässt, dass er herumflitzt und schon Sitz und Platz macht. Ansonsten wird der Hund auffällig normal behandelt. Charlie gehört eben dazu.

Unsere Kinder lernen Verantwortung zu übernehmen, lernen Gefühle zu äußern. Er ist eine Wahnsinnsbereicherung für die Kinder, für die Erzieher, für uns alle. Er bringt ganz viel für unsere Gemeinschaft.

Steffi Geitner Kita-Leiterin

Großer Zuspruch für tiergestützte Pädagogik

Die städtische Kindertagesstätte hat diese Entscheidung nicht eigenmächtig gefällt, sagt Kita-Chefin Geitner. Im Vorfeld habe es eine große Elternbefragung gegeben. Bis auf eine Familie hätten alle zugestimmt, den Kollegen auf vier Pfoten einzustellen.

Steffi Geitner war von der Resonanz überwältigt. Immerhin werden in der Kita 130 Kinder betreut. "Alle Eltern haben unterschrieben, diesen Weg der tiergestützten Pädagogik zu gehen. Es war auch sehr schön zu erfahren, dass die Eltern dieses Ausprobieren von etwas Neuem unterstützen und mit uns gemeinsam machen", erzählt sie.

Vier Kinder im Kitaalter stehen in einer Reihe vor einem weißen Hund, der von einem Mann an der Leine festgehalten
Für die Kinder ist der Therapiehund eine große Bereicherung. Bildrechte: MDR/Andre Damm

Charlie wohnt bei Erzieher Schwarz

Charlie bleibt auch bei diesen Worten teilnahmslos liegen und steht erst auf, als sich Matthias Schwarz anschickt, nach draußen zu gehen. Schwarz ist Kindererzieher in der Kita Pittiplatsch und hat sich – nach kurzer Verständigung mit seiner Freundin – bereit erklärt, den Labrador-Retriever bei sich zu Hause aufzunehmen.

Ein sportlicher Mann kniet neben einem weißen Hund.
Erzieher Matthias Schwarz kümmert sich um Charlie und lässt ihn bei sich zu Hause wohnen. Bildrechte: MDR/Andre Damm

Und diese Entscheidung hat der junge Mann nicht bereut. "Zwangsverpflichtet habe ich mich selber. Für mich ist er zu Hause eine Bereicherung. Man darf aber nie vergessen, dass es wie mit einem Kind eine Riesenarbeit ist. Aber wer sein Kind liebt, weiß auch, ich stecke zehn Prozent rein und bekomme 100 Prozent raus. Er ist einfach nur eine Bereicherung."

Charlie soll langfristig bleiben

Unterdessen erledigt Charlie in der Kita seinen Job, in dem er einfach nur da ist. Für sein Herrchen Matthias Schwarz sorgt der Hund aber auch für eine positive Atmosphäre." Er kann den Kindern Selbstbewusstsein vermitteln, indem er darauf reagiert, was ich sage. Er vermittelt auch eine Zugehörigkeit zur Gruppe."

Der Hund ist kein wertendes Wesen wie der Mensch. Er mag einen so wie man ist.

Michael Schwarz, Erzieher

Charlie soll später auch als ausgewachsener Rüde dem Team der Wittenberger Kindertagesstätte angehören. Für Futter und Tierarztkosten muss Kinder-Erzieher Schwarz nicht aufkommen, das übernimmt die Stadt Wittenberg als Kita-Träger. Außerdem kommt die Kommune für eine Wesensprüfung des Tieres auf, die einmal im Jahr erfolgen soll.

MDR (André Damm)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | 29. September 2022 | 14:00 Uhr

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