Streit um Kalbitz Gauland sieht Zukunft der AfD pessimistisch

Der AfD-Fraktionschef im Bundestag, Gauland, sieht die Zukunft seiner Partei pessimistisch. Mit Blick auf den parteiinternen Streit im Fall Kalbitz sagte der AfD-Ehrenvorsitzende, er fürchte, die Partei gehe schwierigen Zeiten entgegen. Auch eine eigene weitere Kandidatur für den Bundestag sieht Gauland skeptisch.

Alexander Gauland spricht bei einer Debatte im Deutschen Bundestag
AfD-Fraktionschef Gauland sieht "schwierige Zeiten" auf die AfD zukommen. Bildrechte: dpa

Im Streit der AfD um den Fall Kalbitz sieht der Bundestagsfraktionschef Alexander Gauland die Zukunft der Partei pessimistisch. "Ich kann die Partei nicht zusammenhalten, wenn sie sich auf diese Weise auseinanderdividiert", sagte der Ehrenvorsitzende der AfD der "Welt am Sonntag".

Gauland erwartet "schwierige Zeiten"

Alice Weidel, Alexander Gauland und Christian Lindner
Eine erneute Tätigkeit als AfD-Fraktionschef schloss Gauland aus. Bildrechte: dpa

Gauland erklärte, er wolle nicht hoffen, dass aus dem Streit über den Umgang mit dem bisherigen Brandenburger Landes- und Fraktionsvorsitzenden Andreas Kalbitz ein "Zerfall der Partei" wird. Er fürchte aber, dass die Partei schwierigen Zeiten entgegengehe, "und ich sehe im Moment kaum Möglichkeiten, sie davor zu bewahren".

Hinsichtlich seiner eigenen politischen Zukunft sagte der 79-Jährige, er werde als AfD-Fraktionschef künftig nicht mehr antreten. Als Grund nannte er den gegenwärtigen Zustand der Partei. Ob er 2021 noch einmal für den Bundestag kandidiere, wolle er erst im Winter entscheiden.

Wenn ich das hier so sehe, bin ich eher skeptisch.

Alexander Gauland, AfD-Fraktionschef im Bundestag "Welt am Sonntag"

Streit um Kalbitz-Rauswurf

Gauland erneuerte seine Kritik an AfD-Chef Jörg Meuthen, der im Mai mithilfe einer knappen Mehrheit im AfD-Bundesvorstand die Annullierung der AfD-Mitgliedschaft von Kalbitz herbeigeführt hatte. Der Parteivorstand hatte den Rauswurf damit begründet, dass Kalbitz bei seinem Parteieintritt 2013 frühere Mitgliedschaften bei den Republikanern und in der als rechtsextrem eingestuften und inzwischen verbotenen "Heimattreuen Deutschen Jugend" (HDJ) verschwiegen habe.

Das AfD-Bundesschiedsgericht bestätigte im Juli den Rauswurf. Gauland stellte daraufhin die Unabhängigkeit des Gerichts infrage. Kalbitz will nun vor einem Zivilgericht gegen die Entscheidung vorgehen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. August 2020 | 07:30 Uhr