Mitteldeutschland Corona-Auflagen: Was darf ich, was ist geplant?

Nach den teils erheblichen Einschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie gibt es seit mehreren Wochen immer mehr Lockerungen. Bund und Länder haben Erleichterungen beschlossen. Die konkrete Umsetzung ist Ländersache, teils entscheiden die Kommunen. Wie die Situation in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen derzeit ist und was sich weiter ändern soll, hier im Überblick.

Passanten mit Mundschutz gehen an einem Schild mit der Aufschrift Herzlich willkommen zurück! Tragepflicht Mund-Nasen-Bedeckung vorbei
Masken bleiben im Einzelhandel in ganz Mitteldeutschland Pflicht. Bildrechte: dpa

Tägliches Leben

  • Für private Treffen und Feiern in der eigenen Wohnung oder im eigenen Garten gelten keine Beschränkungen hinsichtlich der Teilnehmerzahl. Hier wird die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln empfohlen.
  • Bei Familienfeiern außerhalb des privaten Bereichs (z.B. in Gaststätten) sind bis zu 100 Personen zugelassen.
  • Betriebs- und Vereinsfeiern sind mit bis zu 50 Personen erlaubt.
  • Im öffentlichen Raum sind Treffen mit bis zu zehn Personen erlaubt oder mit Personen eines zweiten Hausstandes.
  • Wo immer möglich soll ein Mindestabstand von 1,50 Metern eingehalten werden.
  • Besucher aus dem europäischen Ausland müssen nicht mehr für 14 Tage in Quarantäne. Wer von außerhalb Europas einreist, für den gilt weiter eine Meldepflicht mit anschließender zweiwöchiger häuslicher Isolation. Befreit von der Quarantänepflicht sind alle, die nach Ankunft einen negativen Corona-Test vorweisen können. Ausnahmen gibt es auch für Menschen, die beruflich grenzüberschreitend reisen, etwa Saisonarbeitskräfte.
  • Tagesausflüge, Dauercamping sowie die Nutzung von Ferienwohnungen und Wohnmobilen sind erlaubt, Biergärten, Kneipen, Gaststätten und Hotels sind mit Beschränkungen wieder geöffnet.
  • Die Unterbringung von Touristen aus Corona-Schwerpunktgebieten ist verboten. Als Schwerpunktgebiet gelten Regionen mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Ausnahmen gibt es bei einem aktuellen negativen Corona-Test.
  • Beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln muss weiterhin ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.
  • Alle Geschäfte in Sachsen durften unter Auflagen wieder öffnen. Dabei gilt die Faustregel, dass nur ein Kunde pro 20 Quadratmeter das jeweilige Geschäft betreten darf.
  • Friseure, Kosmetik- und Fußpflegestudios sind unter strengen Auflagen wieder geöffnet.

Kinder

  • Ferienlager mit bis zu 50 Personen sind mit entsprechendem Hygienekonzept wieder möglich.
  • Kita-Kinder in Sachsen werden wieder voll in ihren Einrichtungen betreut - ohne die Gruppen strikt zu trennen. Schutzmaßnahmen sind aber bindend, jede Kita muss dafür ein Konzept vorlegen.
  • Eltern müssen weiter täglich eine schriftliche Bescheinigung vorlegen, dass ihre Kita-Kinder nicht unter typischen Symptomen der Infektion leiden. Erzieherinnen haben keinen Anspruch auf Corona-Tests.
  • Beim Bringen und Abholen der Kinder müssen Eltern die Abstandsregeln einhalten und eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.
  • Grund- und Förderschulen, Horte und weiterführende Schulen sollen nach den Sommerferien wieder zum Normalbetrieb zurückkehren.
  • Spielplätze sind geöffnet.

Freizeit

  • Jahrmärkte und Volksfeste mit maximal 1.000 Besuchern sind wieder möglich, wenn ein genehmigtes Hygienekonzept vorliegt. Ab 1. September sollen auch mehr als 1.000 Personen erlaubt sein, wenn eine Kontaktverfolgung möglich ist.
  • Der Mindestabstand in Theatern, Kinos, Opern, Kongresszentren, Kirchen, Musikclubs und Zirkussen kann seit 18. Juli verringert werden. Voraussetzung ist aber eine verpflichtende Kontaktverfolgung und ein genehmigtes Hygienekonzept.
  • Auch für Literaturhäuser, Kleinkunst-Spielstätten, Soziokultur und Gästeführungen sind Hygienekonzepte die Voraussetzung für eine Öffnung.
  • Musikclubs können bei Vorlage von Hygienekonzepten öffnen – allerdings bleibt das Tanzen dort tabu.
  • Auch Fitnessstudios, Tanz- und Musikschulen, Fahr-, Flug- und Bootsschulen und Freibäder dürfen ihre Dienste anbieten. Spielbanken, Spielhallen, Wettannahmestellen sowie Freizeit- und Vergnügungsparks dürfen ebenfalls öffnen.
  • Vereinssportler in Mannschafts- und Kontaktsportarten können trainieren. Alle Sportstätten dürfen öffnen, auch Schwimmhallen. Wettkämpfe sind ebenfalls erlaubt, auch mit bis zu 1.000 Zuschauern unter Einhaltung der Hygienevorschriften. Das gilt allerdings noch nicht für den Profi-Fußball. Dort sind Lockerungen ab dem 1. September im Gespräch. Wettkämpfe im Breiten- und Vereinssport mit bis zu 50 Besuchern benötigen kein Hygienekonzept.
  • Ab 1. September sollen wieder mehr als 1.000 Personen bei Groß- und Sportveranstaltungen zugelassen werden, sofern eine Kontaktverfolgung möglich ist und die Hygieneregeln eingehalten werden. Alle anderen Großveranstaltungen sind bis 31. Oktober untersagt.
  • Geschlossen sind weiterhin Saunen und Dampfbäder, Messeveranstaltungen und Prostitutionsstätten.
  • Busreisen sind unter Auflagen möglichen. Eine Mund-Nasenbedeckung ist nur noch dann Pflicht, wenn der Mindestabstand von 1,50 Metern nicht eingehalten werden kann.

Öffentliches Leben

  • Kundgebungen nach dem Versammlungsrecht sind auf keine bestimmte Anzahl von Teilnehmern begrenzt. Es gelten aber weiter Hygienevorschriften wie ein Mindestabstand und Maskenpflicht. Der Veranstalter muss die Einhaltung sicherstellen.
  • Tagungen, Kongresse und kleinere Messen mit höchstens 1.000 Besuchern sind wieder zulässig - Voraussetzung sind entsprechende Hygienekonzepte.
  • Besuche in Alten- und Pflegeheimen müssen ermöglicht werden.
  • Gottesdienste, Eheschließungen, Trauerfeiern und Beerdigungen sind bei Einhaltung der Abstandsregeln erlaubt.
  • Zoos und Botanische Gärten sowie Museen, Bibliotheken und Ausstellungsräume dürfen öffnen.
  • Angebote in der Kinder- und Jugendhilfe, Seniorentreffpunkte sowie Fachberatungen im sozialen und psychosozialen Bereich dürfen unter Hygienebestimmungen stattfinden.
  • Besuchsverbote in Krankenhäusern, Reha-Kliniken u.ä. gelten nicht mehr. Die Einrichtungen müssen aber Vorgaben z.B. zu Besucherzahl und Besuchszeit erlassen.
  • Sachsen will sicherstellen, dass in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen sofort wieder ein konsequentes Beschränkungskonzept umgesetzt wird.

Tägliches Leben

  • Ein Kontaktverbot gibt es nicht mir. Es wird empfohlen, sich mit nicht mehr als zehn Menschen zu treffen und möglichst wenige wechselnde Kontakte zu haben.
  • Zu privaten Feiern dürfen bis zu 50 Menschen kommen. Bei professionell organisierten Festen wie Hochzeiten, Trauerfeiern oder bei Veranstaltungen wie Fachtagungen, Vereinstreffen oder Parteiversammlungen sind unter freiem Himmel bis zu 1.000 Menschen erlaubt. In geschlossenen Räumen ist die Teilnehmerzahl für derartige Veranstaltungen auf 250 begrenzt, vom 29. August an dürfen bis zu 500 kommen. Damit will die Landesregierung zum Beispiel Einschulungsfeiern ermöglichen.
  • Generell bleibt es bei den Geboten zur Abstandsregel von 1,50 Metern und zur strengen Einhaltung von Hygienemaßnahmen (Händewaschen, Nies-Etikette etc.)
  • Die Maskenpflicht in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln besteht weiter, bei Kindern erst ab sechs Jahren.
  • Geschäfte dürfen bereits wieder seit der sechsten Verordnung öffnen, unabhängig von der Verkaufsfläche, wenn sie die Schutzstandards (etwa Zugangsbeschränkungen und Einlasskontrollen) einhalten.
  • Friseursalons, Kosmetik-, Fußpflegestudios, Massagestudios, Solarien, Sonnenstudios, Piercing- und Tattoostudios sind unter strengen Auflagen geöffnet. Das heißt: Mundschutzpflicht für Anbieter und Kunden.

Kinder

  • Kindergärten arbeiten im eingeschränkten Regelbetrieb. In den kommenden Wochen sollen sie zum Normalbetrieb zurückkehren. Die Schulen sollen nach den Sommerferien Ende August ebenfalls vom Wechselmodus in den Regelbetrieb wechseln.
  • Spielplätze dürfen öffnen, wenn die Landkreise das im Einzelfall oder per Allgemeinverfügung erlauben.
  • Auch Ferienlager sind wieder erlaubt.

Freizeit

  • Theater und Kinos haben geöffnet, auch der Besuch in Kneipen oder Spielhallen ist erlaubt. Öffnen dürfen unter anderem ebenfalls: Schwimmbäder, Saunen, Fitness- und Sportstudios, Indoor-Spielplätze, Tanz- und Ballettschulen, Freizeitparks, Volkshochschulen und Jugend- und Familienbildungsstätten.
  • Sport im Freien ist möglich. Gruppen bis fünf Personen dürfen trainieren, wenn dabei das Abstandsgebot eingehalten werden kann. Auch Sportwettkämpfe können wieder angesetzt werden. Dabei liegt die Maximalgrenze für Sportwettkämpfe bei 1.000 Teilnehmern. Auch Kontaktsport ist wieder möglich, sofern die Teilnehmerzahl auf maximal 50 begrenzt ist. 
  • Touristen aus anderen Bundesländern und den EU-Mitgliedsstaaten sowie aus Island, Liechtenstein, Norwegen, der Schweiz und Großbritannien dürfen wieder für Ausflüge und Übernachtungen nach Sachsen-Anhalt reisen. Ferienhäuser und Ferienwohnungen dürfen wieder vermietet werden. Teil der neuen Verordnung ist aber die bereits gesondert erlassene Beherbergungsvorgabe für Reisende aus Risikogebieten. Sie müssen ein höchstens 48 Stunden altes negatives Testergebnis vorlegen.

Öffentliches Leben

  • Für Kliniken, Krankenhäuser und Pflegeheime gilt kein generelles Besuchsverbot mehr. Allerdings ist pro Patient maximal ein Besucher am Tag erlaubt – und das auch nur für eine Stunde am Tag. Das gilt auch für Behinderten-Werkstätten oder Wohngemeinschaften. Einzelne Einrichtungen können aber am Besuchsverbot festhalten.
  • Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sollen auf eine maximale Teilnehmerzahl von 250 Menschen begrenzt werden. Ab dem 29. August wird die Zahl auf 500 Menschen erhöht. Die Regelungen gelten den Angaben zufolge für "fachkundig organisierte Veranstaltungen". Dazu zählen etwa Kongresse, Fortbildungen und Delegiertenversammlungen. Ausgeschlossen bleiben weiterhin Clubs und Diskotheken sowie Volksfeste und Jahrmärkte.
  • Versammlungen und Kundgebungen nach dem Versammlungsgesetz sind unter Einhaltung strenger Hygienevorschriften erlaubt.

Tägliches Leben

  • Kontaktbeschränkungen gelten nicht mehr. Allerdings wird empfohlen, sich nur mit Personen eines weiteren Haushalts beziehungsweise mit nicht mehr als zehn weiteren Personen zu treffen.
  • Private Feiern müssen mindestens zwei Tage vorher angemeldet werden, wenn in geschlossenen Räumen mehr als 30 Gäste oder unter freiem Himmel mehr als 75 Menschen erwartet werden.
  • Das Abstandsgebot von mindestens 1,50 Metern ist weiterhin einzuhalten.
  • Wer in Geschäften oder im Nahverkehr keine Maske trägt, muss mit einem Bußgeld von 50 Euro rechnen.
  • Einrichtungen mit Publikumsverkehr in geschlossenen Räumen müssen die Kontaktdaten der Besucher erfassen. Dazu zählen Gaststätten, öffentliche Veranstaltungen, Messen, Spezialmärkte, Ausstellungen, Hallen- und Freizeitbäder, Thermen, Saunen sowie kulturelle Einrichtungen wie Museen oder Kinos.
  • Im Außenbereich müssen Gaststätten und Restaurants keine Daten ihrer Gäste mehr erfassen.
  • Wer aus dem Ausland nach Thüringen einreist, muss nur noch in Quarantäne, wenn er aus einem ausgewiesenen Risiko-Gebiet für das Coronavirus kommt.

Kinder

  • In Kindergärten und Grundschulen gibt es keine Abstandsregel mehr. Stattdessen gibt es feste Gruppen und Klassen in nicht wechselnden Räumen und mit einer festen Bezugsperson. Das gilt auch für die Ferienbetreuung in Grundschulen.
  • Kindern mit Erkältungssymptomen darf der Besuch in Kita und Hort nicht mehr verweigert werden. Damit müssen Eltern nicht mehr bei jedem Schnupfen zum Kinderarzt.
  • Nach dem Sommerferien soll der Schulunterricht wieder völlig normal laufen.

Freizeit

  • Gaststätten und Kneipen können wieder öffnen. Betreiber müssen dafür ein Hygiene- und Schutzkonzept entsprechend den Landesvorgaben vorlegen. Das gleiche gilt für das Gastgewerbe wie Hotels.
  • Schwimmbäder, Fitnessstudios, Saunas und andere Sport- und Freizeiteinrichtungen haben ebenfalls wieder geöffnet.
  • Konzerthäuser und Kinos dürfen öffnen, Orchester- und Theateraufführungen in geschlossenen Räumen stattfinden. Neben den grundsätzlichen Infektionsschutzmaßnahmen müssen hier ein kontrollierbarer Zu- und Abgang und eine Teilnahme ausschließlich auf Sitzplätzen gewährleistet werden. Die vom Land institutionell geförderten Theater und Orchester nehmen ihren Betrieb aber erst nach dem 31. August wieder auf.
  • Diskotheken und Prostitutionsstätten sind weiter geschlossen.
  • Freizeitsport ohne Kontakt ist im Freien erlaubt. Organisierter Vereinssport darf stattfinden, und Vereine können in Hallen trainieren. Voraussetzung ist, dass sich die Sporttreibenden in Gemeinschaftsräumen oder in Sanitäranlagen nicht begegnen.
  • Sportveranstaltungen mit bis zu 200 Zuschauern sind wieder möglich, wenn ein genehmigtes Infektionsschutzkonzept vorliegt.

Öffentliches Leben

  • Besuche von Patienten in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Senioren- und Behinderteneinrichtungen sind gestattet: pro Tag zwei Besuche pro Bewohner oder Patient für maximal zwei Stunden. 
  • Versammlungen und Veranstaltungen sind wieder erlaubt, es gibt unter freiem Himmel keine Beschränkungen der Teilnehmerzahl.
  • Großveranstaltungen ab 1.000 Teilnehmern bleiben aber zunächst bis zum 31. August untersagt.
  • Geburtsvorbereitungskurse und Tagesgruppen für Kinder und Jugendliche mit sozialem Unterstützungsbedarf sind erlaubt.
  • Zoos, Botanische Gärten, Museen und Galerien sind wieder offen.
  • Messen, Ausstellungen und Spezialmärkte sind erlaubt, wenn genehmigte Infektionsschutzkonzepte vorliegen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 13. Juni 2020 | 19:30 Uhr