Pandemie Die Chronik der Corona-Krise

Von ersten seltsamen Krankheitsfällen in China zur globalen Herausforderung historischen Ausmaßes: Binnen weniger Monate haben sich weltweit Millionen Menschen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 angesteckt. Eine Chronologie der wichtigsten Ereignisse.

Ein Arzt arbeitet auf der Covid-19-Intensivstation des San Matteo Krankenhauses, auf der ein Patient stationiert ist.
Der Kampf gegen das Coronavirus wird vor allem in den Krankenhäusern und insbesondere auf den Intensivstationen geführt. Bildrechte: dpa

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Dezember 2019

Ende November beziehungsweise Anfang Dezember treten in der chinesischen Stadt Wuhan erste Fälle einer unbekannten Lungenerkrankung auf. Am 31. Dezember 2019 meldet China die Fälle offiziell der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Januar

9. Januar: Die Lungenkrankheit gehe auf ein neuartiges Coronavirus zurück, melden die chinesischen Behörden. Am selben Tag gibt es dort den ersten erfassten Todesfall im Zusammenhang mit dem Virus.

15. Januar: Die WHO registriert eine Infektion in Thailand, die erste außerhalb Chinas.

21. Januar: Der erste Fall in den USA wird publik.

24. Januar: Das neuartige Virus erreicht Europa. In Frankreich gibt es erste Nachweise.

27. Januar: Die erste erfasste Erkrankung in Deutschland wird aus dem bayerischen Landkreis Starnberg gemeldet.

30. Januar: Die WHO erklärt eine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite".

Februar

11. Februar: Die WHO nennt die neuartige Lungenerkrankung Covid-19. Das Virus erhält den Namen Sars-CoV-2.

14. Februar: Mit Ägypten hat das Virus das erste Land in Afrika nachweislich erreicht.

15. Februar: Frankreich meldet den ersten Todesfall in Europa.

19./20. Februar: Erste gemeldete Todesfälle in Iran und Südkorea.

23. Februar: In Europa ist Italien am stärksten betroffen, es gibt mehr als 150 nachgewiesene Infektionen. Das Land riegelt Städte im Norden ab.

27./28. Februar: Der neu eingerichtete Krisenstab der Bundesregierung tagt zum ersten Mal, die Schweiz verbietet vorerst Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Menschen.

März

2. März: Sachsen und Thüringen melden die ersten Fälle. Es gibt Infektionen in rund 60 Ländern. Laut WHO zählt rund 3.000 Todesopfer.

4. März: Die Leipziger Buchmesse wird abgesagt. Tausende weitere Veranstaltungen werden in den folgenden Tagen und Wochen ebenfalls gestrichen oder verschoben.

5. März: Italien schließt alle Schulen.

6. März: Sachsen verbietet Klassenfahrten. In Deutschland kommt es zunehmend zu Hamsterkäufen.

8. März: Es wird bekannt, dass erstmals ein Deutscher am Coronavirus gestorben ist. Der Mann war eine Woche zuvor nach Ägypten gereist.

9. März: Italien erklärt das ganze Land zur Sperrzone. Der Dax verzeichnet den höchsten Verlust seit den Terroranschlägen vom 11. September.

10. März: Einen ersten Nachweis gibt es nun auch in Sachsen-Anhalt, damit sind alle Bundesländer betroffen.

11. März: Die WHO ruft eine Pandemie aus. Kanzlerin Angela Merkel warnt vor einer Überlastung des Gesundheitssystems.

13. März: Tschechien, Polen und Dänemark riegeln ihre Grenzen ab. US-Präsident Donald Trump ruft den nationalen Notstand aus.

16. März: In den meisten Bundesländern sind Schulen und Kitas bereits geschlossen, andere folgen. An den Grenzen zu Frankreich, Österreich, Luxemburg, Dänemark und der Schweiz setzt die Bundesregierung umfassende Kontrollen und Einreiseverbote in Kraft.

17. März: Die Stadt Halle ruft den Katastrophenfall aus. Die für den Sommer 2020 geplante Fußball-Europameisterschaft wird um ein Jahr verschoben.

18. März: In einer Fernsehansprache spricht Bundeskanzlerin Angela Merkel von einer Herausforderung von "historischem Ausmaß". Sie mahnt Solidarität und Disziplin im Kampf gegen das Coronavirus an. Soziale Kontakte müssten minimiert werden. Die EU verhängt einen Einreisestopp. Fast zeitgleich startet das Auswärtige Amt eine Rückholaktion für mehr als 160.000 deutsche Urlauber aus dem Ausland.

19. März: Italien ist jetzt das Land mit den meisten offiziell gemeldeten Toten weltweit. Bisher seien 3.405 mit dem Erreger infizierte Menschen gestorben, teilt der Zivilschutz mit.

22. März: Bund und Länder einigen sich auf strenge Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen. Millionen Deutsche können nicht mehr arbeiten oder arbeiten im Homeoffice.

23. März: Die Bundesregierung kündigt ein Hilfspaket für die Wirtschaft im Umfang von 156 Milliarden Euro an. Nach langem Zögern erlässt auch die britische Regierung weitreichende Ausgangsbeschränkungen und folgt anderen europäischen Staaten.

24. März: Die Olympischen Spiele in Tokio werden um ein Jahr verschoben. Die USA kündigen Wirtschaftshilfen im Umfang von zwei Billionen Dollar an.

25. März: Als zweites Land in Europa meldet Spanien mit 3.434 Fällen mehr Tote, als in China erfasst wurden. Der US-Senat beschließt ein Konjunkturpaket in Billionenhöhe, um die wirtschaftlichen Folgen der Krise zu mindern.

29. März: Mit über 140.000 sind in den USA jetzt mehr Infektionen bekannt, als in jedem anderen Land der Welt offiziell erfasst wurden. Allein in New York City gibt es kurz darauf mehr Infizierte als in Deutschland insgesamt. Spanien schließt "nicht lebensnotwendige Unternehmen".

31. März: Zum Monatsende sind nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität weltweit über 800.000 Menschen infiziert. Fast 40.000 Menschen sind demnach an Covid-19 gestorben. Rund 172.000 Menschen gelten als geheilt. Für Deutschland melden die Experten über 67.000 Fälle und über 680 Tote.

April

1. April: Die bundesweit geltenden Kontaktbeschränkungen werden bis zum 19. April verlängert.

2. April: Für Reisen, Konzerte, Fußballspiele oder andere Veranstaltungen, die wegen der Corona-Krise abgesagt werden, sollen Verbraucher nur noch Gutscheine erhalten. Die Veranstalter sollen so vor der Insolvenz bewahrt werden.

 

6. April: Der britische Premierminister Boris Johnson wird wegen der Covid-19-Infektion auf einer Intensivstation behandelt. In Deutschland gibt es erstmals mehr als 100.000 Infizierte.

9. April: Die EU-Finanzminister einigen sich auf Hilfen in der Corona-Krise von einer halben Billion Euro.

10. April: Infolge einer Infektion mit dem Coronavirus sind weltweit mehr als 100.000 Menschen gestorben.

17. April: US-Präsident Trump stellt einen Drei-Stufen-Fahrplan zur Wiederbelebung des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft vor. Die Umsetzung überlässt er den Gouverneuren der Bundesstaaten.

20. April: In Deutschland treten die ersten vorsichtigen Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen in Kraft. Viele Bundesländer erlauben wieder das Einkaufen in Geschäften bis zu einer Größe von 800 Quadratmetern. In Berlin, Brandenburg und Sachsen wird der Schulbetrieb schrittweise wieder aufgenommen. In Bayern und Sachsen werden die strikten Ausgangsbeschränkungen gelockert. Gleichzeitig führt Sachsen als erstes Bundesland eine Mundschutzpflicht im Einzelhandel und im öffentlichen Nahverkehr ein. Bundeskanzlerin Angela Merkel warnt zugleich vor zu schnellen und zu weitreichenden Lockerungen.

23. April: Die EU beschließt Kredithilfen in Höhe von bis zu 540 Milliarden Euro.

26. April: Weltweit sind mehr als 200.000 Menschen nach einer Corona-Infektion gestorben.

27. April: In allen deutschen Bundesländern gilt inzwischen eine Mundschutzpflicht, meist für Einkäufe sowie in Bus und Bahn, teils nur im ÖPNV.

29. April: In Deutschland beginnen die Pharmaunternehmen Biontech und Pfizer damit, einen Corona-Impfstoff an Menschen zu testen.

30. April: Bund und Länder einigen sich auf weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Im Zentrum steht die Öffnung von Spielplätzen, Museen, Zoos und Gotteshäusern.

Mai

1. Mai: Die USA erteilen eine Sonderzulassung für die Behandlung von Covid-19-Patienten mit dem Wirkstoff Remdesivir. Zuvor hatten Studien darauf hingedeutet, dass Remdesivir die Genesungsdauer verkürzen könnte.

2. Mai: In Mitteldeutschland demonstrieren erstmals hunderte Menschen an mehreren Orten gleichzeitig gegen die Beschränkungen und Regelungen zur Eindämmung des Virus. In Sachsen wird der Protest von verschiedenen rechten Gruppierungen organisiert. Es kommt zu diversen Verstößen gegen Abstandsgebote und andere Auflagen. Schon am 1. Mai war es vereinzelt zu Protesten gekommen, in Berlin gab es Krawalle.

4. Mai: Sachsen-Anhalt lockert als erstes Bundesland die Kontaktbeschränkungen. Dort dürfen nun bis zu fünf Personen zusammen draußen sein, auch wenn sie nicht zum selben Haushalt gehören. Lockerungen gibt es auch in weiteren Ländern. Vielerorts dürfen etwa Museen, Bibliotheken und Zoos wieder öffnen, teils auch Spiel- und Sportplätze.

5. Mai: Tests älterer Proben ergeben, dass sich das neue Coronavirus möglicherweise schon im Dezember in Europa ausgebreitet hat.

6. Mai: Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigt nach einem Gespräch mit den Ministerpräsidenten der Länder weitere Lockerungen der Corona-Bechränkungen an. Bundesweit dürfen sich nun wieder Menschen aus zwei Haushalten im öffentlichen Raum treffen. Menschen in Pflegeheimen dürfen wieder Besuch von "einer festen Kontaktperson" erhalten. Merkel sagt: "Wir können uns ein Stück Mut leisten, aber wir müssen vorsichtig bleiben."

9. Mai: Im mehreren deutschen Städten demonstrieren tausende Menschen gegen die Kontaktbeschränkungen und Hygieneauflagen. Das Bundeskriminalamt warnt in der Folge vor einer Radikalisierung der Proteste, die auch von Verschwörungstheoretikern und Rechtsextremen getragen werden.

11. Mai: In Thüringen dürfen viele Schüler wieder in die Schule. In mehreren besonders schwer betroffenen europäischen Staaten werden die Einschränkungen gelockert. In Frankreich etwa dürfen die Menschen ihre Häuser erstmals nach Wochen wieder ohne Auflagen verlassen, in Spanien gilt das zumindest für einen Teil der Bevölkerung.

13. Mai: Die Bundesregierung beschließt, die systematischen Kontrollen an den deutschen Außengrenzen schrittweise zu beenden.

14. Mai: Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf melden, dass das Virus neben der Lunge auch andere Organe befällt, insbesondere die Niere, aber auch Herz, Leber und Gehirn.

15. Mai: Der Bundesrat billigt zahlreiche Gesetzesvorhaben der Bundesregierung in der Krise. Unter anderem werden Corona-Tests sowie Meldepflichten von Laboren und Gesundheitsämtern ausgeweitet. Zahlreiche Sozialleistungen werden ausgebaut, darunter das Kurzarbeiter-, Eltern- und Arbeitslosengeld.

16. Mai: Wieder demonstrieren in mehreren Städten Tausende gegen die Einschränkungen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sorgt überregional für Aufsehen, weil er in Dresden ohne Mundschutz das Gespräch mit Demonstranten sucht, die ihn teils wüst beschimpfen. Nach kontroverser Debatte startet wieder der Spielbetrieb in der Bundesliga, allerdings ohne Zuschauer.

17. Mai: Brasilien meldet 15.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Das Land entwickelt sich zu einem Brennpunkt der Pandemie.

18. Mai: Nach rund achtwöchiger Corona-Zwangspause läuft der reguläre Betrieb in den Kindertagesstätten in Sachsen und Thüringen an. Sachsen-Anhalt verschiebt dies noch bis nach Pfingsten. In Sachsen öffnen außerdem die Grundschulen. In Sachen-Anhalt beginnen die Pfingstferien. In allen drei mitteldeutschen Ländern hat die Gastronomie wieder geöffnet. Deutschland und Frankreich schlagen einen 500-Milliarden-Wiederaufbaufonds für die EU vor.

19. Mai: Die Zahl neuer Coronavirus-Infektionen in Deutschland liegt den zehnten Tag in Folge unter der Marke von 1.000. Die mitteldeutschen Länder melden zwischen einer und zehn Neuinfektionen.

20. Mai: Die WHO registriert weltweit innerhalb eine Tages 106.000 Infektionen – so viele wie nie binnen 24 Stunden.

21. Mai: Die Zahl der weltweit registrierten Infektionen überschreitet die Schwelle von fünf Millionen.

22. Mai: Erste Tests mit neuen Impfstoffen werden erfolgreich am Menschen getestet.

24. Mai: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow stößt mit seinen Plänen, die allgemeinen Corona-Beschränkungen ab dem 6. Juni aufzuheben, bundesweit auf Kritik. Ramelow präzisiert in der der Folge, dass er keinesfalls die Mindestabstands- und Maskenpflicht außer Kraft zu setzen wolle. Vielmehr sollten Entscheidungen stärker auf kommunaler Ebene getroffen werden. Sachsens Regierung unterstützt diesen Kurs.

25. Mai: Die Bundesregierung rettet die Lufthansa mit einem Hilfspaket in Milliardenhöhe vor der drohenden Pleite. Nach wochenlanger Zwangspause empfängt Mecklenburg-Vorpommern wieder Urlauber. Der Neustart wurde zwar herbeigesehnt, doch die Sorge vor Feriengästen mit Corona-Infektion bleiben.

29. Mai: Um ein umfassendes Bild über die Corona-Pandemie braucht es Daten. Um die zu erhalten wurden in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zuletzt 44.000 Corona-Tests pro Woche durchgeführt.

Juni

1. Juni: Das Pfingstwochende nutzen viele Menschen zu Ausflügen. An der Ostsee müssen einige Orte abgesperrt werden, damit Abstandsregeln noch eingehalten werden können.

2. Juni: In Deutschland werden noch 689 Menschen mit Covid-19 auf Intensivstationen behandelt. Mitte April waren es zeitweise rund 2.900.

3. Juni: Die Bundesregierung beschließt nach langen Verhandlungen ein Konjunkturpaket mit einem Volumen von rund 130 Milliarden Euro, um die Wirtschaft nach dem Lockdown anzukurbeln. Unter anderem vorgesehen sind eine vorübergehende Absenkung der Mehrwertsteuer und ein sogenannter Kinderbonus.

4. Juni: Die Lufthansa fliegt aus dem Dax, in dem sie seit Gründung des deutschen Leitindex im Jahr 1988 durchgehend gelistet war.

5. Juni: Die EU-Innenminister einigen sich darauf, in Europa bis zum 1. Juli wieder die "volle Freizügigkeit" (Horst Seehofer) herzustellen. Tschechien öffnet wieder seine Grenze zu Deutschland.

6. Juni: In Sachsen treten weitere Lockerungen des Infektionsschutzes in Kraft. Zum Beispiel sind wieder Besuche in Pflegeheimen und größere Familienfeiern möglich. Auch in Sachsen-Anhalt und Thüringen ändern sich die Regeln fortlaufend und immer mehr Aktivitäten werden erlaubt.

7. Juni: Nach einem Coronavirus-Ausbruch in einen Hochhaus in Göttingen werden mehrere Schulen und Kitas geschlossen und ein Massentest angeordnet.

8. Juni: Eine Studie bestätigt die Schutzwirkung von Atemmasken gegen das Coronavirus. Dabei verglichen Wissenschaftler die Entwicklung der Corona-Infektionen in Jena mit der in an anderen Städten. Jena hatte am 6. April bundesweit als erste Stadt eine Mundschutzpflicht im öffentlichen Raum eingeführt.

9. Juni: Deutschlands Exporte sind im April im Vergleich zum Vorjahresmonat um 31,1 Prozent eingebrochen. Binnen eines Monats ging es um 24 Prozent nach unten.

10. Juni: Bundesinnenminister Horst Seehofer kündigt die weitgehende Aufhebung der Kontrollen an den deutschen Grenzen für Bürger fast aller EU-Staaten ab 13. Juni an. Die Bundesregierung verlängert zugleich die Reisewarnung für Touristen wegen der Corona-Pandemie für mehr als 160 Länder außerhalb Europas.

11. Juni: In Magdeburg müssen eine Grundschule und ein Hort wegen mehrerer Corona-Infektionen schließen. Tags darauf kommen weitere Infektionen hinzu und insgesamt sechs Schulen und ein Jugendzentrum werden geschlossen.

13. Juni: Thüringen hebt als erstes Bundesland die Kontaktbeschränkungen auf. Die neue Grundverordnung enthält nur noch Empfehlungen zur Beschränkung sozialer Kontakte, aber auch eine Verpflichtung zum Abstandhalten sowie einer Mund-Nase-Bedeckung beim Einkauf und im ÖPNV.

14. Juni: China meldet den höchsten Anstieg bei Neuinfektionen mit dem Coronavirus seit April, binnen eines Tages 57 Ansteckungen. Am Vortag waren in Peking bereits mehrere Wohnviertel wegen Dutzender Infektionen abgeriegelt worden.

16. Juni: Die Corona-Warn-App zur besseren Nachverfolgung von Infektionsketten startet in Deutschland.

20. Juni: In Spanien endet der Corona-Notstand. Damit können sich die 47 Millionen Einwohner nach 14 Wochen wieder frei im ganzen Land bewegen. Bis dato zählt Spanien mehr als 28.000 Tote im Zusammenhang mit dem Virus und 245.000 Infizierte.

23. Juni: Nordrhein-Westfalen verhängt im Landkreis Gütersloh einen erneuten Lockdown. Später treten auch im Nachbarkreis Warendorf wieder umfassende Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen in Kraft. Anlass sind hunderte Infektionen in einem großen Schlachthof der Firma Tönnies.

26. Juni: Angesichts lokaler Coronavirus-Ausbrüche und der beginnenden Ferienzeit einigen sich Bund und Länder auf innerdeutsche Einreise-Restriktionen. Reisende aus Landkreisen mit hohen Infektionszahlen dürfen nur in Hotels untergebracht werden, wenn ihnen ein ärztliches Zeugnis bestätigt, dass sie keine Infektion haben.

28. Juni: Weltweit haben sich nach Zählungen der Johns-Hopkins-Universität mehr als zehn Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Mehr als 497.000 Menschen starben demnach an beziehungsweise mit einer Infektion.

29. Juni: Sachsens Kindergärten und Krippen nehmen wieder den Regelbetrieb auf.

Juli

1. Juli: Der UN-Sicherheitsrat fordert in einer Resolution einen weltweiten Waffenstillstand – mit Ausnahme von Militäreinsätzen gegen Dschihadisten.

2. Juli: Der Bundestag beschließt einen zweiten Nachtragshaushalt. Die Regierung darf damit fast 218 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen. Zur Einordnung: Der gesamte Bundeshaushalt des Jahres 2019 hatte ein Volumen von rund 356 Milliarden Euro.

3. Juli: Die EU-Kommission erlaubt unter Auflagen den Einsatz des Arzneimittels Remdesivir gegen die Lungenkankheit Covid-19. Das Mittel war ursprünglich gegen Ebola entwickelt worden. Studien zeigten aber, dass Remdesivir die Genesung von Covid-19-Patienten unter Umständen verkürzen kann.

7. Juli: Die europäische Wirtschaftsleistung sinkt laut einer Prognose der EU-Kommission durch die Corona-Krise im Jahr 2020 um gut acht Prozent. Für Deutschland wird ein Rückgang von 6,7 Prozent angenommen. Zugleich warnt die Welthungerhilfe vor einer Milliarde Hungernder weltweit. Die USA treten derweil offiziell aus der WHO aus.

8. Juli: Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro steckt sich mit dem Coronavirus an.

15. Juli: Nach illegalen Feiern ohne Mundschutz und Sicherheitsabstand werden auf Mallorca mehrere Partymeilen am "Ballermann" geschlossen.

21. Juli: Nach vier Tagen Verhandlungen einigen sich die Staats- und Regierungschefs der EU auf ein Haushalts- und Hilfspaket im Volumen von insgesamt 1,8 Billionen Euro. Das Konjunktur- und Investitionsprogramm gegen die Folgen der Pandemie hat einen Umfang von 750 Milliarden Euro. Das übrige Geld bildet den Rahmen für den EU-Haushalt in den kommenden sieben Jahren.

24. Juli: Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern vereinbaren kostenlose Test für heimkehrende Flugreisende. In Weimar infizieren sich neun Mitglieder einer Familie mit Sars-CoV-2. Über 120 Menschen müssen in der Folge in Quarantäne.

25. Juli: Nach Ansicht des Sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer hat eine zweite Infektionswelle in Deutschland begonnen. Der CDU-Politiker sagt, es gebe jeden Tag Infektionsherde, aus denen sehr hohe Zahlen werden könnten. Die Aufgabe der Gesundheitsämter bestehe darin, die Welle jeden Tag neu zu brechen. Das gelinge "erstaunlich gut".

26. Juli: Auf einem Bauernhof in Mamming in Bayern infizieren sich zahlreiche Erntehelfer. Zunächst werden 174 Fälle bestätigt.

27. Juli: Die WHO bezeichnet die Coronavirus-Pandemie als den schwersten globalen Gesundheitsnotstand in ihrer Geschichte. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kündigt Pflichttests für Reiserückkehrer an.

28. Juli: Das RKI ist besorgt über die wieder schneller steigenden Fallzahlen in Deutschland. Forscher auf der ganzen Welt arbeiten zeitgleich unter großem Einsatz an einem Impfstoff. Fünf Mittel werden laut WHO in größeren Studien getestet, darunter der Impfstoff der deutschen Firma Biontech.

29. Juli: Eine Studie kommt zu dem Ergebnis, dass gut ein Fünftel der Coronavirus-Patienten, die im Frühjahr in deutschen Kliniken aufgenommen wurden, nicht überlebt hat. Besonders hoch war die Sterblichkeit demnach mit 53 Prozent bei Patienten, die beatmet werden mussten.

31. Juli: Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die beliebten spanischen Urlaubsregionen Katalonien, Aragón und Navarra. Zuvor hatte das Robert Koch-Institut die drei Regionen zu Risikogebieten erklärt.

August

1. August: Erstmals seit Mai werden in Deutschland mehr als 1.000 Neuinfektionen pro Tag registriert. In Berlin demonstrieren etwa 20.000 Menschen gegen die Politik der Bundesregierung in der Pandemie. Die Teilnehmer missachten dabei alle Hygieneauflagen.

3. August: Nach Hamburg will auch das Bundesland Nordrhein-Westfalen mit dem Schulbeginn eine Mundschutzpflicht an Schulen einführen. Einer Studie der Universitätsklinik Leipzig zufolge ist die Ansteckungsgefahr an sächsischen Schulen offenbar sehr gering.

7. August: Erneut werden in Deutschland mehr als 1.000 Neuinfektionen binnen eines Tages registriert. In Mecklenburg-Vorpommern mussten wenige Tage nach Schulstart bereits zwei Schulen wegen Corona-Fällen wieder schließen. An sächsischen Flughäfen wurden inzwischen elf Rückkehrer positiv getestet.

8. August: Für Reisende, die aus Corona-Risikogebieten zurückkehren, gilt ab sofort eine Pflicht, sich auf das Virus testen zu lassen. Teststationen gibt es an Flughäfen, Banhöfen und grenznahen Autobahn-Raststätten, auch bei Hausärzten kann man sich bis zu 72 Stunden nach der Rückkehr testen lassen.

9. August: Der Kabarettist Florian Schroeder sorgt mit einem Auftritt auf einer Anti-Corona-Demo in Stuttgart bundesweit für Aufsehen. Der Satriker spielt dabei mit den Erwartungen des Publikums, das eine Rede gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung erwartet. Unter Buhrufen erklärt Schröder schließlich, dass er Maskentragen und Abstand für vernünftig halte.

10. August: Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern lehnen Bundesligaspiele mit Zuschauern vorerst ab. Die Deutsche Fußball-Liga hatte zurvor ein Konzept dazu vorgestellt und auf eine schrittweise Öffnung der Stadion gedrängt.

11. August: Russland lässt weltweit den ersten Coronavirus-Impfstoff für eine breite Anwendung zu. Allerdings erfolgt die Zulassung nicht nach internationalen Standards, weil zuvor keine großen Versuchsreihen durchgeführt wurden. Das Auswärtige Amt weitet seine Reisewarnung für Spanien auf die Hauptstadt Madrid und das Baskenland aus. Beide Regionen waren vom Robert Koch-Institut zu Risikogebieten erklärt worden.