Wahlkampf in den USA Biden und Harris attackieren Trump scharf

Der erste Auftritt der beiden demokratischen Präsidentschaftskandidaten hat die heiße Phase im US-Wahlkampf eingeläutet. Biden und Harris machten Trump für die vielen Corona-Toten in den USA sowie Chaos im In- und Ausland verantwortlich.

Kamala Harris (r), demokratische Senatorin von Kalifornien und Vize-Präsidentschaftsbewerberin der Demokraten für die Präsidentschaftswahlen 2020, lächelt während einer Presskonferenz als Joe Biden, designierter Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, seine Maske vom Rednerpult nimmt.
Kamala Harris, demokratische Vize-Präsidentschaftsbewerberin und der Präsidentschaftskandidat Joe Biden. Bildrechte: dpa

Die designierten US-Präsidentschaftskandidaten der Demokraten, Joe Biden und Kamala Harris, haben bei ihrem ersten gemeinsamen Wahlkampfauftritt den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump scharf kritisiert. Biden und Harris machten Trump für die hohe Opferzahl der Corona-Pandemie verantwortlich.

Harris: Trump Schuld an schwerster Wirtschaftskrise

Der Grund, warum das Virus die USA besonders hart getroffen habe, sei, dass "Trump es von Anfang an nicht ernst genommen hat", sagte die Anwärterin auf den Vizepräsidenten-Posten, Kamala Harris, bei ihrer Rede in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware. Das Fehlmanagement Trumps im Umgang mit der Pandemie habe die USA in "die schwerste Wirtschaftskrise seit der Großen Depression gestürzt" - und das, während das Land mit sozialer Ungerechtigkeit und Benachteiligung von Minderheiten zu kämpfen habe.

Wer ist Kamala Harris? Kamala Harris ist erst die zweite schwarze Frau, die jemals in den US-Senat gewählt wurde. Harris gehört zu den bekanntesten schwarzen Politikerinnen des Landes und gilt seit Langem als eine Hoffnungsträgerin der Demokraten. Sie wird als kämpferische, aber pragmatische Politikerin gesehen, die eher einen Kurs der Mitte vertritt. Harris hatte sich selbst um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten beworben, konnte sich jedoch nicht durchsetzen. Die 55-Jährige war vor ihrer politischen Karriere Bezirksstaatsanwältin von San Francisco. Später wurde sie zur kalifornischen Justizministerin und der Generalstaatsanwältin (Attorney General) gewählt. 2017 zog sie für Kalifornien in den US-Senat ein.

Joe Biden (l), designierter Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, und Kamala Harris, Senatorin in Kalifornien, kommen zu einer Pressekonferenz.
Joe Biden hat sich wegen der Corona-Pandemie zuletzt mit Auftritten zurückgehalten, bei der Vorstellung seiner Vize-Präsidentschaftskandidatin trugen er und Kamala Harris eine Mund-Nasen-Maske. Bildrechte: dpa

Biden: Trump und Pence sorgen für Chaos im In- und Ausland

Auch Biden attackierte Trump scharf. Statt die Krisen anzugehen, verbringe der frühere Immobilienmogul seine Zeit "auf dem Golfplatz". "Jammern ist, was Donald Trump am besten kann", sagte Biden als Reaktion auf Trumps anhaltende Beleidigungen in seine Richtung. Trump nennt Biden stets "schläfriger Joe" und bezeichnete Harris am Vortag als eine "Schwindlerin".

Biden hatte erst am Dienstag Harris als potentielle Vizepräsidentin vorgestellt. "Sie ist bereit, vom ersten Tag an diesen Job zu machen. Wir beide sind bereit, an die Arbeit zu gehen und diese Nation wieder aufzubauen", sagte Biden. Gemeinsam mit Harris werde er das Chaos beenden, das Präsident Trump und Vizepräsident Mike Pence im In- und Ausland gestiftet hätten.

Biden in Umfragen weiter vorn

Was die US-Wähler von Bidens Entscheidung für Harris halten, ist noch unklar. Jüngste Umfragen sehen Biden zwar weiter deutlich vor Trump, beruhen aber auf Befragungen die vor der Ernennung Harris' stattfanden. Experten schätzen, dass Harris vor allem in der weiblichen und afroamerikanischen Wählerschaft für die Demokraten punkten könnte.

So geben 60 Prozent der befragten Frauen einer Reuters-Umfrage an, eine positive Meinung über Harris zu haben. Biden erhält von 53 Prozent der Frauen Zuspruch. Auch bei erwachsenen US-Amerikanern unter 35 kommt Harris mit 62 Prozent etwas besser an als Biden. Zudem geben etwa ein Viertel der Anhänger der Republikanischen Partei an, einen positiven Eindruck von Harris zu haben. Über Biden äußert sich nur ein Fünftel dieser Gruppe positiv.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. August 2020 | 06:30 Uhr

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