Corona-Pandemie 29. Juli: Mehr als 150.000 Corona-Tote in den USA

In den USA sind inzwischen mehr als 150.000 Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, gestorben. Die Bundesregierung rät dazu, die Corona-App mindestens einmal am Tag zu öffnen. Italien verlängert den Corona-Ausnahmezustand. Und der Bund will die Kosten für die geplanten Corona-Tests für Reiserückkehrer übernehmen – über einen erhöhten Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung. Alle Infos im Ticker.

Krankenwagen in der US-Metropole in New York
DIe US-Metrolole New York ist mit am stärksten von der Pandemie betroffen. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Mittwoch, 29.Juli 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie ab dem Morgen in unserem Ticker vom Donnerstag, 30. Juli 2020, und unter mdr.de/coronavirus.

22:11 Uhr | Mehr als 150.000 Corona-Tote in den USA

In den USA sind inzwischen mehr als 150.000 Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, gestorben. Die Schwelle wurde nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität am Mittwoch überschritten. Demnach wurden bis zum Nachmittag (Ortszeit) 150.034 Todesopfer und knapp 4,4 Millionen Infektionsfälle registriert. Das sind die mit Abstand höchsten Zahlen weltweit.

20:20 Uhr | Monatshoch bei Neuinfektionen in Frankreich

In Frankreich melden die Behörden 1.392 neue Coronavirus-Fälle. Das ist der höchste Anstieg seit über einem Monat. Insgesamt haben sich damit 185.196 Menschen mit dem Erreger angesteckt. Die Zahl der Toten, die mit dem Coronavirus infiziert waren, stieg auf 30.238.

18:45 Uhr | Virologe drängt auf Corona-Schnelltest

Der Virologe Friedemann Weber hofft angesichts steigender Corona-Infektionszahlen auf eine baldige Verfügbarkeit von Schnell-Tests. Weber sagte MDR AKTUELL, es gebe solche Tests, die innerhalb einer halben Stunde ein Ergebnis lieferten. Sie seien aber noch in der Entwicklungsphase. Mit solchen Schnell-Tests könnte man direkt an den Flughäfen diejenigen rauswinken, die sich infiziert hätten.

Weber betonte, gerade im Urlaub verhielten sich Menschen zunehmend sorglos und schleppten dann bei der Rückkehr das Virus ein. Aber auch durch Nachlässigkeiten in Deutschland selbst komme es immer wieder zu lokalen Ausbrüchen. Weber betonte aber, von einer zweiten Welle könne man nicht reden. Auch halte sich der Großteil der Menschen an die Regeln. Das mache ihn optimistisch, dass eine zweite Welle vermieden werden könne.

18:31 Uhr | Regierung rät: Corona-App einmal täglich anklicken

Die Bundesregierung rät Nutzern der Corona-App, die Anwendung mindestens einmal am Tag zu öffnen. Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer sagte, dann sei gesichert, dass sich die Informationen aktualisierten. Das sei im Moment die einfachste Lösung für die technischen Probleme. Demmer räumte ein, das Zusammenspiel zwischen der App und dem Betriebssystem funktioniere nicht so wie geplant. Die Entwicklung sei sieben Wochen nach dem Start noch nicht beendet. Man arbeite rund um die Uhr an der Lösung. Inzwischen hätten 16,5 Millionen Bürger die App heruntergeladen.

17:27 Uhr | Zahl der Infizierten in St. Wolfgang gestiegen

Salzkammergut - St. Wolfgang
St. Wolfgang am Wolfgangsee im Salzkammergut Bildrechte: dpa

Im Touristenort St. Wolfgang in Oberösterreich ist die Zahl der Corona-Infektionen um sechs Fälle auf 68 gestiegen. Die Behörden teilten mit, die Infizierten seien durch das Aufspüren von Kontaktpersonen gefunden worden.

Als Ausgangspunkt der Infektionen gelten Feiern junger Saisonmitarbeiter. Die Zahl der betroffenen Betriebe stieg von 17 auf 18. Einige Schutzmaßnahmen wurden um eine Woche bis zum 9. August verlängert. So müssen abreisende Gäste ihre Kontaktdaten hinterlassen. Auch die Sperrstunde ab 23 Uhr bleibt den Angaben zufolge zunächst bestehen.

16:50 Uhr | Weitere Tests in Mamming negativ

Nachdem auf einem niederbayerischen Gemüsehof in Mamming mehr als 170 Erntehelfer positiv auf das Coronavirus getestet worden sind, sind weitere Tests von Anwohnern negativ ausgefallen. Das Landratsamt teilte mit, von 543 am Dienstag in Mamming getesteten Gemeindemitgliedern sei kein einziger Befund positiv gewesen. Die bisherigen Ergebnisse seien ein weiteres Indiz dafür, dass es sich bei dem Ausbruch auf einem landwirtschaftlichen Betrieb um einen geschlossenen Personenkreis gehandelt habe.

16:33 Uhr | Weimar verschärft seine Corona-Verordnung

Die Stadt Weimar hat ihre Corona-Verordnung verschärft. Ab Freitag muss demnach auch Verkaufspersonal eine Maske tragen - außer es ist ein Plexiglasschutz vorhanden. Diese Ausnahme gilt allerdings nicht in Bereichen mit offenen Lebensmitteln. Gaststätten müssen jetzt auch von Gästen im Außenbereich die Adresse erfassen. Für die Besucher gilt innen Maskenpflicht, außer an den Tischen. Die Stadt reagiert damit auf einen deutlichen Anstieg der nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus seit einer Woche.

15:47 Uhr | Italien verlängert Corona-Ausnahmezustand

Das Parlament in Italien hat einer Verlängerung des Corona-Ausnahmezustands bis zum 15. Oktober zugestimmt. Normalerweise wäre er am 31. Juli ausgelaufen. Der Ausnahmezustand gibt der Regierung größere Befugnisse im Kampf gegen die Pandemie. Ministerpräsident Giuseppe Conte sicherte zu, dass die Verlängerung des Ausnahmezustands nicht automatisch zu erneuten Ausgangssperren führen werde.

Italien zählt zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern Europas. Bisher steckten sich dort knapp 246.500 Menschen mit dem Virus an, mehr als 35.100 starben an den Folgen.

15:30 Uhr | Bund übernimmt Kosten für Reiserückkehrer-Tests

Der Bund will die Kosten für die geplanten zusätzlichen Testmöglichkeiten auf das Coronavirus für Reiserückkehrer übernehmen. Das teilte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums mit. Die Kosten würden durch einen erhöhten Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Dasselbe gilt der Sprecherin zufolge für die freiwilligen Tests, die Urlauber oder andere Reisende nach ihrer Rückkehr machen können.

Gesundheitsminister Jens Spahn hatte zuvor erklärt: "Wir müssen vermeiden, dass das Virus durch den Reiseverkehr unbemerkt nach Deutschland eingetragen wird. Darum kann sich jeder testen lassen, der nach Deutschland einreist." Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten am Montag freiwillige Tests für alle Rückkehrer aus dem Ausland beschlossen, die für die Reisenden kostenfrei sein sollen. Für Rückkehrer aus Risikogebieten soll es Pflichttests geben.

13:35 Uhr | EU-Kommission kauft für 63 Millionen Euro Remdesivir

Die EU-Kommission hat für 63 Millionen Euro das bei Covid-19 einsetzbare Medikament Remdesivir gekauft, mit dem ab Anfang August Tausende von Patienten behandelt werden könnten. Der Vertrag mit dem Pharmaunternehmen Gilead über das unter dem Namen Veklury vertriebene Mittel sei am Dienstag geschlossen worden, erklärte die Behörde. Veklury werde den EU-Mitgliedstaaten und dem ehemaligen EU-Land Großbritannien zur Verfügung gestellt.

Die jetzt gesicherte Menge soll der EU-Kommission zufolge die Behandlung von ungefähr 30.000 Patienten mit schweren Symptomen der vom Coronavirus ausgelösten Covid-19-Krankheit erlauben. Das werde den Bedarf mehrerer Monate decken.

13:04 Uhr | Bund fördert Impfstoffsuche mit 750 Millionen

Winfried Kretschmann und Reiner Haseloff informieren sich beim Pharmahersteller IDT Biologika über die Herstellung von Impfstoffen.
Winfried Kretschmann und Reiner Haseloff Mitte Juli beim Pharmahersteller IDT Biologika in Dessau. Bildrechte: dpa

Bei der Suche nach einem Impfstoff gegen das Corona-Virus will das Bundesforschungsministerium drei deutsche Unternehmen finanziell unterstützen. Forschungsministerin Anja Karliczek erklärte, die Firmen IDT Biologika aus Dessau, Biontech aus Mainz und Curevac aus Tübingen böten aussichtsreiche Ansätze bei der Impfstoff-Entwicklung. Das Ministerium stelle insgesamt 750 Millionen Euro aus einem Sonderprogramm bereit.

Mit der Förderung sollen Produktionskapazitäten ausgeweitet und klinische Studienkapazitäten erhöht werden. Karliczek warnte bei der weltweiten Suche nach einem Impfstoff zugleich vor zu hohen Erwartungen. Man müsse nach wie vor davon ausgehen, dass Impfstoffe für die breite Bevölkerung erst frühestens Mitte nächsten Jahres zur Verfügung stünden.

12:03 Uhr | Viele Krankenhauspatienten gestorben

Rund ein Fünftel der Corona-Patienten, die in deutschen Kliniken behandelt wurden, sind gestorben. Das geht aus einer Studie der AOK hervor.

11:44 Uhr | Zahl der Neuinfektionen nimmt um ein Drittel zu

Binnen Wochenfrist hat die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland von reichlich 3.100 Fällen in der Vorwoche auf mehr als 4.000 zugelegt. Das Infektionsgeschehen liegt damit auf dem gleichen Niveau wie Ende Mai.

10:56 Uhr | Indischer Slum: Über die Hälfte der Bewohner hatte Corona

Blick auf einen Slum in Mumbai, in dem einige Gebiete wegen der Corona-Pandemie unter Quarantäne stehen.
Slum in Mumbai: Die beängten Wohnverhältnisse führen zu vielen Infektionen. Bildrechte: dpa

Indien ist offenbar weit stärker vom Coronavirus heimgesucht als bislang angenommen. Einer Studie zufolge haben mehr als die Hälfte der Slumbewohner in der indischen Finanzmetropole Mumbai Antikörper gegen das Virus, wie die Zeitung "Times of India" berichtete. Für die Untersuchungen wurden 7.000 Einwohner in drei Gebieten der 20-Millionen-Stadt getestet.

Bei 57 Prozent der Untersuchten in den Slums wurden Antikörper gegen das SARS-CoV-2-Virus gefunden, außerhalb der Armensiedlungen lag die Rate nur bei 16 Prozent. Offenbar beförderten die beengten Wohnverhältnisse in den Slums eine raschen Weitergabe der Infektion.

10:15 Uhr | Flüchtlingsunterkunft unter Quarantäne

Die Landesaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge in Magdeburg steht unter Corona-Quarantäne. Laut Landesverwaltungsamt dürfen die 257 Bewohner das Haus für zwei Wochen nicht verlassen.

Ein neu angekommener Mann aus Syrien sei positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er und seine Frau seien mittlerweile in die Unterkunft nach Quedlinburg verlegt worden, wo es eine Außenstelle speziell für Quarantäne-Fälle gibt.

09:21 Uhr | Bisher keine Resonanz auf Corona-Teststation am Flughafen Leipzig/Halle

Ein Aufsteller weist auf eine Teststation für Urlaubsrückkehrer hin
Corona-Teststation am Flughafen Leipzig/Halle. Bildrechte: dpa

Am Flughafen Leipzig-Halle hat bis gestern kein Reiserückkehrer das Angebot der Stadt Halle für einen Corona-Test genutzt. Das teilte ein Sprecher der Stadt MDR AKTUELL mit. Insgesamt seien seit Wochenstart acht Flugzeuge gelandet. Rund sieben Prozent der Passagiere seien Hallenser gewesen.

Bürger der Stadt können sich seit Montag bei ihrer Rückkehr aus dem Ausland am Flughafen auf das Coronavirus testen lassen. Allerdings wird pro Test eine Gebühr von etwa 150 Euro fällig. Für Reise-Rückkehrer aus Risiko-Gebieten will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ab nächster Woche Tests verpflichtend machen.

08:49 Uhr | Arbeitsagentur erwartet Defizit auch 2021

Die Bundesagentur für Arbeit rechnet nach dem für 2020 prognostizierten Defizit von rund 30 Milliarden Euro auch im nächsten Jahr mit keinem ausgeglichenen Haushalt. "Die Beitragseinnahmen werden bei dem Beitragssatz, den wir jetzt haben, bei der erwarteten Arbeitslosenzahl und bei den hohen Ausgaben beim Kurzarbeitergeld nicht reichen, um den Haushalt zur Deckung zu bringen", sagte der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele.

Die derzeit noch vorhandene Rücklage von fast 26 Milliarden Euro wird bereits zur teilweisen Deckung des Haushalts 2020 benötigt. "Dann wird man für die Lücke einen Bundeszuschuss oder ein Darlehen brauchen", sagte Scheele. Er wünsche sich einen Zuschuss.

08:36 Uhr | Studie: Jugendliche deutlich länger am Computer

Kinder und Jugendliche haben während der Corona-Krise mehr Zeit an Handy und Spielkonsole vebracht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Krankenkasse DAK.

07:35 Uhr | Wieder mehr Infektionen in China

Pendler tragen Gesichtsmasken zum Schutz vor der Coronavirus-Pandemie während sie mit einem U-Bahn-Zug fahren
In Peking gab es den ersten bestätigten Coronafall seit drei Wochen. Bildrechte: dpa

Trotz strenger Vorsichtsmaßnahmen erlebt China die höchste Zahl neuer täglicher Infektionen seit drei Monaten. Die Gesundheitskommission meldete am Mittwoch rund 100 neue Fälle. Größere Ausbrüche gibt es in Ürümqi in der Nordwestregion Xinjiang und in Dalian, in der Hauptstadt Peking wurde der erste Fall seit drei Wochen verzeichnet.

In China war das Virus vermutlich erstmals auf den Menschen übergesprungen. Das Land hatte die Infektionszahlen nach massiven Ausbrüchen Anfang des Jahres senken können. Immer noch gelten strenge Maßnahmen, außerdem gibt es großflächige Testaktionen. In Dalian etwa, wo der Ursprung des aktuellen Ausbruchs in einer Fischfabrik vermutet wird, wurde schon die Hälfte der sechs Millionen Einwohner getestet.

07:15 Uhr | DGB Sachsen sieht Homeoffice für alle skeptisch

Der Deutsche Gewerkschaftsbund Sachsen sieht Überlegungen für dauerhaftes Homeoffice skeptisch. DGB-Landeschef Markus Schlimbach sagte MDR AKTUELL, nicht alle könnten ins Homeoffice. Zum Beispiel seien Menschen in Produktionsberufen oder im sozialen Bereich ausgenommen. Das ergebe dann eine Spaltung, auch innerhalb der Belegschaft. Das Recht auf Homeoffice dürfe außerdem nicht zur Pflicht werden.

06:35 Uhr | Juristen: Corona-Pflichttests rechtlich möglich

Verpflichtende Corona-Tests sind nach Ansicht von Juristen rechtlich möglich. Der Bochumer Professor für Gesundheitsrecht, Stefan Huster, sagte MDR AKTUELL, die Tests für Menschen aus Risikogebieten seien gerechtfertig. Denn der Staat sei verpflichtet, die Gesundheit der Bevölkerung sicherzustellen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. Juli 2020 | 06:00 Uhr