Coronavirus Neuinfektionen überspringen 1.000er-Marke

Am Freitag wurden mehr als 1.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Das gab es zuletzt Anfang Mai. Wegen des Anstiegs fordert Wirtschaftsminister Altmaier härtere Strafen bei Verstößen gegen Corona-Regeln.

Ein Rettungsassistent der Berufsfeuerwehr Halle hält einen Coronatest.
Medizinisches Personal verarbeitet einen Coronatest. Bildrechte: dpa

Am Freitag haben die Kreise und Städte in Deutschland etwa 1.012 neue Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 gemeldet. Das geht aus der Datenbank des am Karlsruher Institut für Technologie angesiedelten Projekts "Risklayer" hervor. Zuletzt gab es am 17. Juni im Zusammenhang mit dem Ausbruch beim Schlachter Tönnies mehr als 1.000 gemeldete Neuinfektionen, davor wurde die Schwelle zuletzt am 8. Mai überschritten.

Die meisten neuen Fälle wurden den Angaben nach erneut in Nordrhein-Westfalen registriert (389), gefolgt von Bayern (174) und Baden-Württemberg (121). In Mitteldeutschland wurden 21 neue Fälle registriert, neun in Sachsen-Anhalt, sieben in Thüringen, fünf in Sachsen.

Die täglichen Neuinfektionen im 7-Tage-Schnitt sind damit ebenfalls weiter gestiegen – und zwar auf 672 neu gemeldete Fälle pro Tag. Dieser Wert war zuletzt Mitte Mai auf einem ähnlichen Stand.

Altmaier fordert härtere Strafen

Angesichts der steigenden Zahlen hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sich für härtere Strafen bei Verstößen gegen Corona-Regeln ausgesprochen. "Wer andere absichtlich gefährdet, muss damit rechnen, dass dies für ihn gravierende Folgen hat", sagte der Minister der Deutschen Presse-Agentur.

Peter Altmaier
Bildrechte: dpa

Wir dürfen den gerade beginnenden Aufschwung nicht dadurch gefährden, dass wir einen erneuten Anstieg der Infektionen hinnehmen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier

Die ganz große Mehrheit der Bevölkerung verhalte sich nach wie vor außerordentlich verantwortlich. "Was wir im Augenblick an Risikoanstieg erleben, geht im Wesentlichen zurück auf das achtlose und manchmal auch unverantwortliche Fehlverhalten einer sehr kleinen Zahl von Menschen", sagte Altmaier. Das müsse man wirksamer als bisher unterbinden und wirksam ahnden: "Das schließt Bußgelder und Strafen mit ein, wenn es sich um Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit handelt."

In den Ländern gibt es unterschiedliche Bußgeldkataloge für Verstöße gegen Corona-Regeln, etwa wenn der Mindestabstand nicht eingehalten wird, im öffentlichen Nahverkehr kein Mund-Nasen-Schutz getragen wird oder Corona-Partys gefeiert werden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 01. August 2020 | 19:30 Uhr

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