Corona-Krise Deutsche Wirtschaft wächst 2021 um 2,7 Prozent

Das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland hat im zweiten Jahr der Corona-Pandemie wieder zugelegt. Allerdings fiel das Wachstum mit 2,7 Prozent schwächer aus als lange erhofft. Und: Einen außergewöhnlich hohen Anteil an den guten Zahlen hatte das Mainzer Unternehmen Biontech.

BioNTech-Büro und Laborgebäude in Mainz
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Die deutsche Wirtschaft ist im Jahr 2021 um insgesamt 2,7 Prozent gewachsen. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte, hat sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach dem Corona-Tief des Vorjahres wieder etwas erholt. Allerdings: Den Konjunktureinbruch von 4,6 Prozent aus dem Jahr 2020 konnte der Zuwachs nicht wettmachen.

Demnach fiel das Wachstum geringer aus als lange erwartet. "Die konjunkturelle Entwicklung war auch im Jahr 2021 stark abhängig vom Corona-Infektionsgeschehen", sagte Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes. Das Vorkrisenniveau sei in den meisten Wirtschaftsbereichen so noch nicht in Sicht. Auch die privaten Konsumausgaben reichten längst noch nicht wieder an die Werte vor der Pandemie heran.

Biontech spielt Schlüsselrolle

Die Prognosen für das laufende Jahr waren in den vergangenen Wochen von Ökonomen nach unten korrigiert worden. Grund hierfür waren vor allem Liefer- und Materialengpässe. Eingeschränkte Reise- und Freizeitaktivitäten führten zudem dazu, dass viele Haushalte auf hohen Sparguthaben sitzen würden. Erst im Frühjahr wird die Konjunktur laut Volkswirten wieder richtig anspringen, weil Unternehmen wegen steigender Planungssicherheit wieder mehr investieren würden. Nach jüngsten Prognosen sind für 2022 so insgesamt 3,5 bis 4 Prozent Wachstum zu erwarten.

Eine Schlüsselrolle für die Erholung der Wirtschaft im Jahr 2021 spielte derweil das Unternehmen Biontech aus Mainz: Laut dem Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) dürfte die Impfstoffentwickler-Firma einen Anteil von 0,5 Prozent beigetragen haben. "Es gibt einen deutlichen Biontech-Effekt", sagte der Wissenschaftliche Direktor des IMK, Sebastian Dullien. Ohne den Erfolg der Mainzer Firma hätte es demnach höchstens zu einem BIP-Anstieg von 2,2 Prozent gereicht. "Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ein einzelnes deutsches Unternehmen jemals so stark zum Wachstum beigetragen hat."

Quellen: dpa,AFP,Reuters

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. Januar 2022 | 14:11 Uhr

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