Beschäftigungsstatistik Mehr Rentner in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gehen arbeiten

Die meisten Beschäftigten freuen sich auf den Ruhestand in der Altersrente. Das sind aber nicht alle. Einige müssen auch nach Renteneintritt weiter arbeiten, weil das Geld knapp ist. Es gibt auch auch einige, die machen das, weil der Job Spaß macht. Egal warum, die Zahl der arbeitenden Ruheständler wächst.

Älterer Mann überprüft ein Gerät.
Die Zahl der arbeitenden Senioren ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Bildrechte: imago/Westend61

Zahl der arbeitenden Rentner steigt

In den mitteldeutschen Ländern ist die Zahl der arbeitenden Rentnerinnen und Rentner in den vergangenen vier Jahren um 13 Prozent auf rund 113.000 gestiegen. Das ergab eine aktuelle Auswertung der Bundesagentur für Arbeit (Stichtag: 30. Juni 2021) für den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). Damit liegt ihr Anteil an allen Erwerbstätigen in Mitteldeutschland bei drei Prozent. Das entspricht dem Bundesdurchschnitt. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen arbeiten die meisten Senioren (80 Prozent) in Minijobs, 20 Prozent in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen.

Größter Zuwachs bei SV-pflichtigen Stellen

Hier war in Mitteldeutschland der Anstieg besonders groß. Im Vergleich zu 2017 stieg die Zahl um 33 Prozent. Dabei war der Zuwachs in Sachsen-Anhalt mit fast 40 Prozent am höchsten. Hier arbeiteten 2021 5.800 Senioren sozialversicherungspflichtig. In Thüringen sind es mit aktuell 5.600, in Sachsen mit rund 11.000 jeweils rund 30 Prozent mehr als vor vier Jahren. Bei den Minijobs - gab es in Mitteldeutschland einen Zuwachs um rund zehn Prozent auf zirka 91.000 Arbeitsverhältnisse für Senioren.

Auch atypische Rentner-Jobs

Besonders viele Frauen und Männer, die schon im Ruhestand sein könnten, arbeiten in den Bereichen Medizin, Pflege und Bildung. Laut der Auswertung sind aber auch viele Rentnerinnen und Rentner in Berufen beschäftigt, die von den Anforderungen her scheinbar nicht unbedingt zum höheren Alter passen. Dazu gehören die Baubranche, der Autoreparaturbereich, das verarbeitende Gewerbe mit Maschinenbau und chemischer Industrie oder der Gütertransport.

Geldnot nicht immer Grund

Für die Älteren ist das zusätzliche Einkommen ein Grund, nach dem Erreichen der Rente weiterzuarbeiten.

Oliver Stettes
Dr. Oliver Stettes, Arbeitsmarkt-Experte beim IW Köln Bildrechte: IW Köln / Dennis Strassmeier

In vielen Fällen ist das Geld aber nicht der Hauptgrund. "Der Großteil macht das aus eigenem Antrieb: Weil die Menschen Spaß an der Tätigkeit haben und weil sie aktiv sein wollen", sagt Oliver Stettes vom arbeitgebernahen Institut der Deutschen Wirtschaft (IW). Wenn Geld als Motiv genannt werde, sei nicht zwingend Altersarmut der Grund für die Beschäftigung.

Quelle: MDR UMSCHAU

Dieses Thema im Programm: Das Erste | Plusminus | 26. Januar 2022 | 21:45 Uhr

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