Arbeitsmarkt Bis 2036 gehen 30 Prozent aller Erwerbstätigen in Rente

Der Fachkräftemangel in Deutschland könnte sich in den nächsten Jahren weiter verschärfen. Bis 2036 fallen knapp 30 Prozent der aktuellen Erwerbstätigen weg. Grund ist, dass die so genannte Babyboomer-Generation in Rente geht.

Die Silhouette eines Bauarbeiters zeichnet sich auf einer Baustelle vor dem verfärbten Morgenhimmel ab.
Viele Erwerbstätige gehen in den kommenden Jahren in Rente. Bildrechte: dpa

Weil die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen, werden dem Arbeitsmarkt in Deutschland bis zum Jahr 2036 insgesamt 12,9 Millionen Menschen verloren gehen. Dies entspreche knapp 30 Prozent der Erwerbstätigen des Jahres 2021, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Junge Altersgruppen können Lücke nicht schließen

Demnach wird die sogenannte Babyboomer-Generation der Jahrgänge 1957 bis 1969 in den kommenden 14 Jahren das Renteneintrittsalter überschritten haben. Die Daten gehen aus den Ergebinssen des Mikrozensus 2021 hervor.

Der Fachkräftemangel in Deutschland droht sich aufgrund der Entwicklung weiter zu verschärfen. Denn: Die jüngeren Altersgruppen werden diese Lücke den Angaben zufolge nicht schließen können. So machen die derzeit 15- bis 24-Jährigen der Statistik nach nur rund 8,4 Millionen Erwerbstätige aus.

Höhere Erwerbsquote bei Frauen könnte Entwicklung entgegenwirken

Allerdings handelt es sich dabei nur um einen theoretischen Wert, weil nicht klar ist, wie viele von ihnen tatsächlich künftig voll arbeiten werden. Die 50- bis 59-Jährigen waren zuletzt beispielsweise zu 86 Prozent am Arbeitsmarkt aktiv, die 40- bis 49-Jährigen sogar zu 89 Prozent.

Um der Entwicklung entgegenzuwirken, könnte nach Einschätzung der Statistiker unter anderem eine stärkere Beteiligung von Frauen am Erwerbsleben helfen. Sie liege bei allen Altersgruppen noch immer unterhalb der Quote der Männer. Bei den 30- bis 39-Jährigen lag die Erwerbsquote der Frauen zuletzt rund 11 Prozentpunkte niedriger, bei den den 40- bis unter 65-Jährigen waren es im Schnitt gut 8 Prozentpunkten weniger. "Eine größere Arbeitsmarktpartizipation von Frauen könnte somit zur Aktivierung eines insgesamt größeren Erwerbspersonenpotenzials beitragen", hieß es.

dpa, AFP (fef)

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