Corona Besuche in Pflegeheimen sollen im Winter nicht eingeschränkt werden

In einer gemeinsamen Erklärung haben sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und Pflegeverbände auf Maßnahmen zum Schutz von Pflegebedürftigen im kommenden Winter verständigt. Beschäftigte in Einrichtungen sollen dabei vor Überlastung geschützt und Bürokratie abgebaut werden. Eine konkrete Verabredung lautet, dass Besuche nicht eingeschränkt werden sollen.

Eine Hand hält die Hand einer älteren Person im Bett.
Besuche sollen in Pflegeeinrichtungen den Plänen zufolge nicht eingeschränkt werden. Bildrechte: dpa

Pflegebedürftige sollen auch in diesem Winter verstärkt vor einer Corona-Infektion geschützt werden. Die Pflegebranche sowie Wohlfahrts- und Kommunalverbände haben sich mit Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach darauf geeinigt, Schutzmaßnahmen aufrechtzuerhalten und die pflegerische Versorgung zu unterstützen. Der SPD-Politiker sagte, man habe mit allen Verantwortlichen ein gemeinsames Verständnis entwickelt, wie der Gefahr von Infektionen begegnet werden könne, ohne die Pflegekräfte zu überlasten oder die Pflegebedürftigen auszugrenzen. In der gemeinsamen Erklärung heißt es, man wolle Einrichtungen und Dienste bei den kommenden Herausforderungen unterstützen.

Vereinbart wurde, dass Schutz- und Hygienekonzepte fortgeführt werden. Die Einrichtungen müssen den Plänen zufolge Beauftragte bestimmen, die sich etwa um Hygieneanforderungen, Medikamente und um Corona-Tests für Personal, Besucher und Bewohner kümmern.

Lauterbach verteidigt Maskenpflicht

Die Erklärung sieht auch ein flächendeckendes Impfangebot mit den neu zugelassenen, angepassten Impfstoffen vor. Zur Verringerung der Corona-Bürokratie sollen Meldungen an die Gesundheitsämter über die Impfquoten in den Heimen vereinfacht werden.

Karl Lauterbach (M, SPD), Bundesminister für Gesundheit, äußert sich zusammen mit Gernot Kiefer (l), stellv. Vorstandsvorsitzender GKV-Spitzenverband, und Isabell Halletz (r), Geschäftsführerin des Arbeitgeberverbands Pflege, bei einer Pressekonferenz im Bundesgesundheitsministerium zu Corona-Schutzmaßnahmen in Pflegeeinrichtungen.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach (Mitte) äußerte sich zusammen mit Gernot Kiefer (l.) vom Krankenkassenverband und Isabell Halletz (r.) vom Arbeitgeberverband Pflege zu Schutzmaßnahmen in Pflegeeinrichtungen. Bildrechte: dpa

Festgelegt wurde außerdem, dass Besuche nicht eingeschränkt werden und Schutzmaßnahmen nicht zur Isolation von Gruppen oder einzelnen Personen führen dürfen. Bundesgesundheitsminister Lauterbach warb erneut für eine vierte Impfung und verteidigte die Maskenpflicht in Pflegeheimen, die seit Oktober in den Gemeinschaftsräumen gilt.

Lauterbach erklärte, wenn einer der alten Menschen infiziert sei, sei dies sehr gefährlich für die ganze Einrichtung. Solange noch nicht alle Bewohnerinnen und Bewohner die vierte, an die jüngsten Virusvarianten angepasste Corona-Impfung hätten, seien FFP2-Masken ein guter Schutz. Unklar bleibt in der Erklärung unterdessen, ob die Corona-Impfpflicht für das Personal Ende des Jahres auslaufen soll.

epd,KNA(fef)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 06. Oktober 2022 | 19:30 Uhr

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