Aufarbeitung Fraktionen sagen Kramp-Karrenbauer bei Afghanistan-Debatte ab

Am kommenden Mittwoch will Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer eine Debatte zur politischen Aufarbeitung des Afghanistan-Einsatzes starten. Doch die vier größten Bundestagsfraktionen geben der Ministerin einen Korb. Zugleich gibt es Kritik am Kommunikationsstil der CDU-Politikerin.

Annegret Kramp Karrenbauer
Erntet Kritik und Absagen für Afghanistan-Debatte mitten in der Sondierungszeit: Annegret Kramp-Karrenbauer Bildrechte: imago images/BeckerBredel

Die Bundestagsfraktionen von Union, SPD, Grünen und FDP haben ihre Teilnahme an der Auftaktveranstaltung des Verteidigungsministeriums für die Aufarbeitung des Afghanistan-Einsatzes am Mittwoch abgesagt. Das erfuhr das ARD-Hauptstadtstudio aus Parlamentskreisen. Zur Begründung hieß es, der Zeitpunkt sei völlig unpassend. Ein solch wichtiges Thema wie die Aufarbeitung von 20 Jahren Engagement in Afghanistan mitten in der Sondierungsphase für eine neue Regierung zu beginnen, sei deplatziert.

Kramp-Karrenbauer will Debatte zur politischen Aufarbeitung

Kramp-Karrenbauer hat für Mittwoch eine ganztägige Veranstaltung mit dem Titel "20 Jahre Afghanistan – Startschuss für eine Bilanzdebatte" geplant. Zugesagt haben unter anderem Außenminister Heiko Maas und der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn. Für den Nachmittag war laut Zeitplan auch eine Diskussion mit Bundestags-Abgeordneten zur Frage "Was sind die Lehren aus Afghanistan?" vorgesehen.

Schon länger Kritik an Kommunikationsstil

Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios hatten Bundestagsabgeordnete in den letzten Monaten wiederholt den Kommunikationsstil der Verteidigungsministerin beklagt – etwa bei der Bundeswehr-Reform oder dem Umbau der Eliteeinheit KSK. Auch am geplanten Zeitpunkt der Afghanistan-Aufarbeitung so kurz nach der Bundestagswahl war schon vor Wochen Kritik laut geworden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Oktober 2021 | 13:00 Uhr

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