Gerichtsurteil "Geflügel Salami" darf keinen Schweinespeck enthalten

Die Bezeichnung "Geflügel Salami" auf einem Produkt ist irreführend, wenn in der Wurst auch Schweinespeck enthalten ist. Das hat das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht entschieden. Der Hersteller hatte darauf verwiesen, dass Schweinespeck kein Fleisch sei, sondern eine erforderliche Fettquelle, die von den Verbrauchern als Zutat einer Salami erwartet werde.

Eine Platte mit verschiedenen Sorten von Wurst und Salami.
In Geflügelsalami darf kein Schweinespeck enthalten sein Bildrechte: dpa

  • Gericht kritisiert den entstandenen falschen Eindruck.
  • Hinweis auf Schweinespeck nur auf der Rückseite.
  • Hersteller verweist auf Erwartungen der Verbraucher.

Wo Geflügel draufsteht, darf auch nur Geflügel drin sein. Die Bezeichnung "Geflügel Salami" ist nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen irreführend, wenn das Produkt auch Schweinespeck enthält.

Die Richter betonten, die Verpackung des beklagten Produkts habe beim Verbraucher den "falschen Eindruck" erweckt, dass die Wurst ausschließlich aus Geflügelfleisch bestehe. Das OVG bestätigte damit eine vorinstanzliche Entscheidung des Verwaltungsgerichts Minden. (Az. 9 A 517/20)

Hinweis auf Schweinespeck nur auf der Rückseite

Auf der Verpackung der im Einzelhandel verkauften Wurst war lediglich auf der Rückseite unter der Bezeichnung "Geflügel Salami" in kleinerer Schrift der Hinweis "mit Schweinefleisch" aufgedruckt. Bei den Zutaten war aufgelistet, dass für die Produktion von 100 Gramm Salami 124 Gramm Putenfleisch und 13 Gramm Schweinespeck eingesetzt werden (durch den Entzug von Feuchtigkeit verliert das Produkt am Ende Gewicht).

Hersteller: Verbraucher erwartet diese Fettquelle

Salami beim Fleischer
Salami in einer Auslage Bildrechte: dpa

Der Hersteller aus dem Kreis Gütersloh hatte argumentiert, dass es sich bei Schweinespeck nicht um Fleisch, sondern um eine verkehrsübliche, technologisch erforderliche Fettquelle handele, die von Verbrauchern als Zutat in einer Salami erwartet werde.

Das Oberverwaltungsgericht folgte dieser Argumentation nicht. Durch die Angaben auf der Rückseite werde dieser Eindruck nicht berichtigt. Entscheidend sei die Vorderseite, hieß es. Das Urteil ist rechtskräftig und nicht mehr anfechtbar.

Quellen: AFP, dpa (isc)

MDR AKTUELL RADIO

Mehr aus Panorama

Mehr aus Deutschland

Josef Trabert musste sein Dorf in Thüringen nahe der innerdeutschen Grenze 1952 verlassen 4 min
Bildrechte: mdr
4 min 04.10.2022 | 14:20 Uhr

"Aktion Ungeziefer" hieß im Stasi-Jargon die Zwangsevakuierung von Menschen, die im Bereich der innerdeutschen Grenze lebten. Tausende Menschen wurden ins Landesinnere gebracht, viele flohen.

Fr 30.09.2022 15:11Uhr 04:20 min

https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/deutsche-einheit-zeitzeugen-zwang-evakuierung-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Nachrichten

Eine Fabrikhalle in Steinbach-Hallenberg von oben mit zahlreichen hochautomatisierten Fertigungsmaschinen 4 min
Bildrechte: MDR/Florian Girwert
4 min 04.10.2022 | 13:28 Uhr

Höhere Preise für Rohstoffe und Energie machen derzeit vielen zu Schaffen. Auch die Zulieferer in der Automobilbranche sind betroffen. Ein Stimmungsbild aus Sachsen.

MDR AKTUELL Di 04.10.2022 06:11Uhr 03:51 min

Audio herunterladen [MP3 | 3,5 MB | 128 kbit/s] Audio herunterladen [MP4 | 7,3 MB | AAC | 256 kbit/s] https://www.mdr.de/nachrichten/podcast/beste/inflation-automobil-zulieferer-audio-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio