Urteil Deutsche Bahn muss Kunden gendergerecht anreden

Die Deutsche Bahn muss ihren Kunden künftig beim Ticketkauf im Internet eine geschlechtsneutrale Ansprache anbieten. Der Oberlandesgericht Frankfurt sah in der bisherigen Auswahl "Herr" oder "Frau" eine Diskriminierung.

 Ein Mann zeigt während der Online-Buchung eines Bahnticktets auf den Monitor auf dem gerade die Option zum Selbstausdruck angezeigt wird
Die Bahn muss ab Januar 2023 bei Ticket-Käufen im Internet eine geschlechtsneutrale Ansprache von Kunden gewährleisten. Bildrechte: dpa

Die Deutsche Bahn muss ihre Kundenanrede bei Fahrkartenbuchungen im Internet ändern. Das Oberlandesgericht Frankfurt/Main entschied, das Unternehmen müsse entweder komplett auf "Herr" oder "Frau" verzichten oder geschlechtsneutrale Anreden anbieten.

Alleinige Anrede "Herr" oder "Frau" ist diskriminierend

Geklagt hatte eine Person, die sich weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zuordnet. Nach Auffassung des Gerichts wird sie diskriminiert, da sie bei der Fahrkartenbuchung zwingend eine Anrede als "Herr" oder "Frau" angeben muss. Das Urteil ist nicht anfechtbar.

Gendergerechte Ansprache ab Januar 2023

Dem Urteil zufolge muss die Bahn kommenden Jahr die Anrede ihrer Kunden umstellen. Bei Zuwiderhandlung muss sie ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro zahlen.

Das Gericht sprach der klagenden Person zudem 1.000 Euro plus Zinsen als Entschädigung zu. Sie hatte 5.000 Euro gefordert. Außerdem muss die Bahn die Verfahrenskosten der Person von knapp 500 Euro übernehmen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. Juni 2022 | 17:00 Uhr

Mehr aus Panorama

Mehr aus Deutschland

Nachrichten

Olaf Zimmermann, Geschaeftsfuehrer Deutscher Kulturrat. 6 min
Bildrechte: imago images / Reiner Zensen
ine Ein-Euro Münze steht aufrecht vor einer Gas-Flamme 2 min
Bildrechte: dpa
2 min 15.08.2022 | 13:02 Uhr

Damit die Energie-Unternehmen nicht pleite gehen, zahlen wir ab Oktober alle höhere Gaspreise. Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Höhe nun festgelegt. Hauptstadt-Reporter Lothar Lenz beantwortet Fragen dazu.

MDR SACHSEN Mo 15.08.2022 13:02Uhr 02:02 min

https://www.mdr.de/sachsenradio/audio-gas-umlage-kosten-interview-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio
Bundesumweltministerin Steffi Lemke zum Fischsterben in der Oder 1 min
Bildrechte: MDR
1 min 15.08.2022 | 12:53 Uhr

Bundesumweltministerin Steffi Lemke fordert nach dem massiven Fischsterben in der Oder Aufklärung. Sie kritisiert die fehlerhafte Meldekette seitens der polnischen Behörden.

Mo 15.08.2022 11:42Uhr 00:50 min

https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/video-fischsterben-oder-umweltministerin-lemke-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Ein Mann nutzt die ARD Audiothek auf seinem Smartphone. 4 min
Bildrechte: WDR/Annika Fußwinkel
4 min 15.08.2022 | 12:45 Uhr

Nachrichten kommen aus verschiedenen Quellen: Eigene Berichte, Interviews oder eben Nachrichtenagenturen. Die größte in Deutschland ist die Deutsche Presseagentur. Ein Hörer wollte wissen, wie groß ihr Marktanteil ist.

MDR AKTUELL Mo 15.08.2022 06:21Uhr 03:48 min

Audio herunterladen [MP3 | 3,5 MB | 128 kbit/s] Audio herunterladen [MP4 | 7,2 MB | AAC | 256 kbit/s] https://www.mdr.de/nachrichten/podcast/hoerer-programm/hoerer-programm-frage-marktanteil-nachrichtenagentur-dpa-audio-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio