Coronavirus-Pandemie Ticker vom Montag: Offenbar Kontaktbeschränkungen noch vor Silvester

Bund und Länder planen wegen der Omikron-Variante des Coronavirus offenbar schärfere Kontaktbeschränkungen noch vor Silvester. Die EU-Kommission lässt nach einer Empfehlung der EMA den Corona-Impfstoff von Novavax zu. Das RKI stuft das Ansteckungsrisiko für Geimpfte ohne Booster auf "hoch" hinauf. In Karlsruhe ist eine erste Klage gegen die Impfpflicht im Gesundheitswesen eingegangen. In Thüringen sind verschärfte Regelungen in Kraft getreten.

Silvesterparty
Zu Silvester sollen offenbar schärfere Kontaktbeschränkungen greifen. Bildrechte: imago images/Cavan Images

Unser Ticker am Montag, 20. Dezember 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:45 Uhr | Was kann der Novavax-Impfstoff?

Ab Januar soll in der EU der Impfstoff der US-Firma Novavax verfügbar sein. Wie wirksam ist das Vakzin, und wird es noch einige Skeptiker überzeugen? MDR AKTUELL fragt den Dresdner Virologen Alexander Dalpke.

21:45 Uhr | Wer zur kritischen Infrastruktur zählt

Das RKI warnt angesichts der Omikron-Ausbreitung, dass durch Erkrankungen und Quarantäne-Anordnungen der kritischen Infrastruktur das Personal ausgehen könnte. Wer damit genau gemeint ist, sehen Sie hier.

20:46 Uhr | Mehrere tausend Menschen demonstrieren in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt sind erneut Tausende Menschen gegen die Corona-Politik auf die Straße gegangen. Allein in Magdeburg trafen sich laut Polizei am Montag rund 3.000 Menschen zu einer nicht angemeldeten Demonstration am Domplatz. Sie seien auf Abstand gelaufen und hätten sich friedlich verhalten, sagte eine Polizeisprecherin.  

In Halle zogen nach ersten Angaben der Polizei mehrere Hundert Teilnehmer durch die Stadt. Im Vergleich zur Vorwoche seien es mehr geworden, schätzte die Polizei ein. In Halberstadt zählte die Polizei 1.200 Teilnehmer , in Wittenberg 2.400, in Bitterfeld knapp 1.000 und in Köthen 450. Auch in Dessau und Zerbst gab es Protestaktionen.

20:42 Uhr | 2.000 Menschen protestieren in Gera

Gegen die Corona-Maßnahmen haben in Thüringen in zahlreichen Orten erneut Menschen protestiert. In Gera beteiligten sich nach Angaben der Polizei rund 2.000 Teilnehmer an einer Demonstration. In Erfurt zogen den Angaben zufolge rund 400 Menschen bei einer nicht angemeldeten Aktion durch die Stadt, trafen sich teils an verschiedenen Orten. Auch in anderen Städten gab es Proteste mit jeweils mehreren Hundert Teilnehmern. Dazu gehörten laut Polizei Altenburg, Arnstadt, Bad Salzungen, Eisenach und Gotha.

20:30 Uhr | Demos gegen Corona-Regeln in vielen sächsischen Städten

In zahlreichen sächsischen Städten haben sich Gegner der Corona-Politik am Montagabend wieder zu Demonstrationen getroffen. Nach Angaben der Polizei versammelten sie sich unter anderem in Dresden, Bautzen, Weißwasser, Kamenz und Freiberg zu nicht genehmigten Aufzügen, die als angebliche Spaziergänge deklariert wurden. In Leipzig, Markranstädt, Torgau und Böhlen registrierte die Polizei ebenfalls größere Personenansammlungen. In mehreren Städten gelang es der Polizei nach eigenen Angaben, die Aufzüge zu stoppen - etwa in Chemnitz, Grimma, Werdau, Torgau und Hoyerswerda. Wegen extrem hoher Infektionszahlen erlaubt die Corona-Verordnung in Sachsen derzeit nur Stand-Kundgebungen mit maximal zehn Teilnehmern.

20:11 Uhr | Update: Bundesliga droht Rückkehr zu Geisterspielen

Dem deutschen Sport inklusive der Fußball-Bundesliga drohen nach Weihnachten die Rückkehr zu Wettkämpfen vor leeren Rängen. Das berichten mehrere Nachrichtenagenturen übereinstimmend unter Berufung auf die Beschlussvorlage für das morgige Bund-Länder-Treffen. Demnach sollen "überregionale Sport-, Kultur- und vergleichbare Großveranstaltungen" spätestens ab dem 28. Dezember ohne Zuschauer stattfinden. In einer ersten Version des Beschlussentwurfs war demnach noch von Obergrenzen bei Teilnehmern die Rede. Derzeit dürfen zu Fußballspielen in einigen Bundesländern noch bis zu 15.000 Personen. Sachsen und Bayern haben den Fußball-Profis schon seit Wochen Geisterspiele verordnet.

19:52 Uhr | WHO-Chef kritisiert Booster-Impfungen in reichen Ländern

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, hat die Corona-Auffrischungsimpfungen in einigen reichen Ländern kritisiert. Tedros sagte, bestimmte Länder hätten sehr aggressive Boosterkampagnen gegen Covid-19, ohne die globale Ungleichheit bei den Impfungen zu beachten. Statt gesunde Menschen zu boostern, sollten die Länder mehr tun, um Ungeimpfte im eigenen Land und im Rest der Welt zu erreichen. Vor wenigen Tagen hatte der WHO-Chef erklärt, dass in den Staaten Afrikas nur acht Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Covid-19 geimpft seien.

19:28 Uhr | Protest gegen Anti-Corona-Demos

Die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen halten an, immer öfter gibt es aber auch Gegenprotest, zum Beispiel am Montag in Bautzen und Freiberg.

19:07 Uhr | London will trotz Omikron keine strengeren Regeln

Die britische Regierung will trotz des massiven Anstiegs an Corona-Infektionen mit der Omikron-Variante vorerst keine schärferen Regeln einführen. Premierminister Boris Johnson berichtete, seine Regierung habe beschlossen, "die Daten von jetzt an unter ständiger Beobachtung halten und sie stündlich [zu] bewerten". Man behalte sich aber weitere Maßnahmen vor.

Großbritannien registrierte am Montag offiziell mehr als 90.000 Neuinfektionen. Schätzungen gehen von mehrere hunderttausend Infektionen aus. Auch bei den Krankenhauseinweisungen ist ein Anstieg zu verzeichnen. Ohne schärfere Maßnahmen drohen nach Ansicht des britischen Expertenrats allein in England 3.000 Krankenhauseinweisungen pro Tag und damit die Überlastung des Gesundheitssystems. Die Zahl der Todesfälle blieb zuletzt relativ stabil bei rund 800 Fällen innerhalb von sieben Tagen.

18:12 Uhr | Landsberg erneuert Forderung nach Impfregister

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, hat seine Forderung nach einem zentralen Corona-Impfregister erneuert. Landsberg sagte MDR AKTUELL, wenn man eine Impfpflicht im Gesetz verankere, sei ein allgemeines Impfregister die logische Konsequenz. Das hätte den Vorteil, dass man genau wüsste, wer, wo und wann geimpft worden sei. Bisher sei die Datenlage eher dünn. Landesberg betonte, etwas Ähnliches gebe es in Deutschland bereits. Das zentrale Fahrerlaubnis-Register verzeichne genau, wer, wann und wo welchen Führerschein gemacht habe. Das könne auch ein Impfregister leisten - auch im Einklang mit dem Datenschutz.

18:02 Uhr | Sachsen-Anhalt verschärft Corona-Regeln

In Sachsen-Anhalt werden die Corona-Regeln ab Donnerstag weiter verschärft. Die Landesregierung beschloss am Montag, Clubs und Diskotheken zu schließen. Zudem wird nach Angaben der Staatskanzlei den Landkreisen und kreisfreien Städten erlaubt, weitere Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte und Genesene zu verordnen. Auch können die Kommunen über Silvester und Neujahr Ansammlungsverbote auf öffentlichen Plätzen erlassen.

Die Änderung der aktuellen Landesverordnung tritt am Donnerstag in Kraft und gilt bis vorerst zum 18. Januar.

17:53 Uhr | RKI: Risiko für Geimpfte ohne Booster nun "hoch"

Das Robert Koch-Insititut hat angesichts der Omikron-Variante des Coronavirus die Risikobewertung verschärft. Das RKI erklärte, für zweifach Geimpfte und Genesene werde die Gefahr einer Ansteckung nun als hoch angesehen. Für Geimpfte mit Auffrischimpfung schätzt das Institut die Gefährdung als moderat ein. Für Ungeimpfte bleibt die Gefahr weiter "sehr hoch".

Das RKI fügte hinzu, die aktuelle Entwicklung sei "sehr besorgniserregend". Zu befürchten sei bei einer weiteren Verbreitung von Omikron eine weitere Zunahme schwerer Erkrankungen und Todesfälle und ein Überschreiten der deutschlandweit verfügbaren intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten.

17:11 Uhr | EU-Kommission lässt Impfstoff von Novavax zu

Der Corona-Impfstoff des US-Herstellers Novavax ist offiziell in der EU zugelassen. Nach einer entsprechenden Empfehlung der EU-Arzneimittelbehörde EMA erteilte die EU-Kommission dem Impfstoff am Montag die bedingte Marktzulassung. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte: "In einer Zeit, in der sich die Omikron-Variante rasch ausbreitet und Impfungen und Auffrischungen beschleunigt werden müssen, freue ich mich ganz besonders über die heutige Zulassung des Impfstoffs Novavax." Sie fügte hinzu: "Möge diese Zulassung all denjenigen, die noch nicht geimpft sind oder noch keine Auffrischungsimpfung erhalten haben, starker Ansporn dafür sein, nun dafür zu sorgen."

16:56 Uhr | Dänemark kommt mit dem Testen nicht hinterher

Die Testcenter in Dänemark sind an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen. Testcenter-Chefin Anne-Marie Vangsted erklärte, Grund sei eine Rekordzahl von Menschen, die vor den Weihnachtstagen sicherstellen wolle, dass sie sich nicht mit Corona infiziert haben.

Fortan können deshalb nur noch Menschen einen PCR-Test buchen, die tatsächlich Symptome haben, in Kontakt mit einer infizierten Person kamen oder in einem Schnelltest positiv auf Corona getestet wurden.

In dem 5,8-Millionen-Einwohner-Land waren am Montag rund 10.500 neue Corona-Fälle gemeldet worden. Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl waren das mehr als fünf mal so viele wie in Deutschland.

16:29 Uhr | Einige Regelungen in alter Corona-Verordnung verfassungswidrig

Einige Regelungen in einer Thüringer Corona-Verordnung vom Dezember 2020 widersprachen der Verfassung. Das entschied der Thüringer Verfassungsgerichtshof in Weimar. Bemängelt wurden das thüringenweite Ausschankverbot von Alkohol im öffentlichen Raum sowie ein Passus zur nächtlichen Ausgangsbeschränkung. Die Richter beanstandeten, dass während des nächtlichen Ausgangsverbots auch  das Verlassen der Wohnung für körperliche Bewegung untersagt gewesen sei. Das Böllerverbot zu Silvester 2020 erklärten sie dagegen für rechtens. (Az.: VerfGH 117/20 )

16:00 Uhr | Offenbar Kontaktbeschränkungen noch vor Silvester

Bund und Länder wollen offenbar noch vor Silvester die Kontakteinschränkungen auch für Genesene und Geimpfte verschärfen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf die Beschlussvorlage für das morgige Bund-Länder-Treffen. So sollen ab dem 28. Dezember private Zusammenkünfte von Geimpften und Genesenen drinnen wie draußen auf maximal zehn Personen begrenzt werden. Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres seien davon ausgenommen. Sobald eine ungeimpfte Person teilnimmt, sollen Treffen auf den eigenen Haushalt und höchstens zwei Personen eines weiteren Haushaltes beschränkt werden.

Auch Bundeskanzler Olaf Scholz hat bereits angekündigt, dass er Einschränkungen bei privaten Kontakten für notwendig hält. Es sei erforderlich, "dass wir jetzt noch weitere Bereiche in den Blick nehmen", sagte Scholz am Montag. Das werde Gegenstand seiner Beratungen mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder am Dienstag sein.

15:42 Uhr | Virologe Stöhr: Noch kein Anlass für harten Lockdown

Klaus Stöhr Epidemiologe 10/20 her Klaus Stöhr am 29. Oktober 2020 in Markus Lanz
Klaus Stöhr, Virologe und Epidemiologe Bildrechte: imago images/teutopress

Der Virologe Klaus Stöhr sieht aktuell keinen Anlass für einen harten Lockdown in Deutschland. Stöhr sagte MDR AKTUELL, jetzt einen Lockdown zu verhängen sei in etwa so, als wenn man einen Regenschirm aufspannte, weil es in drei Wochen gewittern werde. Dass man sich in Deutschland auf die Omikron-Variante vorbereite und plane, sei gut. Aber jetzt schon zu reagieren, halte er für nicht richtig. Stöhr, der viele Jahre für die WHO gearbeitet hatte, verwies auf die ersten Omikron-Studien aus England. Sie zeigten, dass es trotz der neuen Virusvariante keine anteilsmäßige Zunahme von Krankenhaus-Einweisungen gegeben habe.

15:26 Uhr | EU stockt Bestellung bei Biontech/Pfizer auf

Die Europäische Union hat bei Biontech und Pfizer für 2022 mehr als 200 Millionen zusätzliche Dosen ihres Covid-19-Impfstoffs bestellt. Das teilten die Unternehmen mit. Die Impfdosen kämen zu den bereits bestellten 450 Millionen Dosen hinzu, die im kommenden Jahr ausgeliefert werden. Die Hersteller fügten hinzu, sollten an die Omikron-Variante angepasste Impfstoffe nötig werden, würde die Bestellung auch diese umfassen, ohne dass zusätzliche Kosten entstünden.

15:04 Uhr | Weltwirtschaftsforum in Davos verschoben

Das Weltwirtschaftsforum in Davos verschiebt angesichts der Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus sein Jahrestreffen. Die ursprünglich vom 17. bis zum 21. Januar 2022 geplante Zusammenkunft von Führungspersönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft solle im Frühsommer kommenden Jahres stattfinden, teilte das Forum am Montag in Genf mit.

14:06 Uhr | EMA gibt grünes Licht für Impfstoff Novavax

In der Europäischen Union kommt nun ein fünfter Covid-19-Impfstoff auf den Markt. Die Europäische Arzneimittelbehörde gab grünes Licht für das Vakzin des US-Biotechunternehmens Novavax. Der zuständige EMA-Ausschuss empfahl eine bedingte Zulassung für ab 18-Jährige. Die finale Entscheidung muss noch die Europäische Kommission fällen, sie gilt aber als Formsache. In der Europäischen Union sind bisher vier Covid-19-Impfstoffe (Biontech, Moderna, Astrazeneca und Johnson&Johnson). Die Staatengemeinschaft hat sich bei Novavax bis zu 200 Millionen Dosen gesichert.

13:25 Uhr | Österreich: Lockdown scheint gewirkt zu haben

Nach dem drei Wochen langen Lockdown in Österreich wird eine weiter sinkende Zahl von Coronavirus-Neuinfektionen verzeichnet. Knapp 1.800 neue Fälle in 24 Stunden seien der niedrigsten Wert an einem Montag seit zwei Monaten, teilten das Gesundheits- und das Innenministerium mit. Die Zahl der Covid-19-Patienten auf normalen Stationen sei leicht gesunken, auf Intensivstationen stabil geblieben, die Sieben-Tage-Inzidenz aber auf 215 Fälle pro 100.000 Einwohner gefallen. Sie lag damit jetzt unter dem Wert von Deutschland.

13:19 Uhr | Update: Drei Kinder von Impfpanne betroffen

Von der Panne bei Covid-19-Impfungen im Kreis Olpe sind nach Angaben des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums drei Kinder betroffen. Am Sonntag sei es im Impfzentrum des Kreises in Attendorn zu einer Verwechslung gekommen, teilte das Ministerium mit. Drei Kinder zwischen sieben und elf Jahren hätten versehentlich den Booster-Impfstoff von Moderna in halber Dosierung erhalten, statt das für ihre Altersgruppe zugelassene Mittel von Biontech. Nach vorliegenden Informationen gehe es den Kindern gut, hieß es aus Düsseldorf. Ein Elternpaar mit zwei Kindern hatte nach Angaben der Polizei eine Anzeige wegen Körperverletzung erstattet.

12:28 Uhr | Einschränkungen für private Treffen

Gegen eine befürchtete massive fünfte Pandemie-Welle erwägen Bund und Länder deutliche Kontaktbeschränkungen bei privaten Treffen und im Freizeitbereich. Bund und Länder tauschten sich über weitere Beschränkungen aus, sagte Vize-Regierungssprecher Wolfgang Büchner heute in Berlin: "Es ist naheliegend, dass es da insbesondere um private Zusammenkünfte geht."

12:16 Uhr | Erste Klage gegen Impfpflicht in Karlsruhe

Beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe ist eine erste Verfassungsbeschwerde gegen die Covid-19-Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegepersonal eingegangen. Damit verbunden sei auch ein Eilantrag, sagte ein Sprecher heute auf Anfrage. Die Klage sei am vergangenen Dienstag von 23 Personen eingereicht worden. Wann entschieden werde, sei noch nicht absehbar, ein Aktenzeichen noch nicht vergeben. Die ab März geltende Impfpflicht für Beschäftigte in Einrichtungen wie Kliniken, Pflegeheimen und Arztpraxen war vor zehn Tagen beschlossen worden.

12:01 Uhr | Bundesbank: Dämpfer für die Wirtschaft

Die Omikron-Variante könnte die Konjunktur auch in Deutschland stärker dämpfen als bisher von der Bundesbank erwartet. Sollten die Coronavirus-Mutanten jetzt weitere Einschränkungen für die Wirtschaft bringen, könne das privaten Konsum bremsen, erklärte die Notenbank heute in ihrem Monatsbericht. Auch könne eine schwächere Weltwirtschaft die deutschen Exporte und Investitionen belasten, zusätzliche Störungen der globalen Wertschöpfungs- und Logistikketten nach sich ziehen und "die Wirtschaft in einem solchen ungünstigen Szenario einen größeren Rückschlag erleiden".

11:43 Uhr | Kritiker des "Corona-Regimes" gestorben

Der baden-württembergische AfD-Landtagsabgeordnete Bernd Grimmer ist im Alter von 71 Jahre an Covid-19 gestorben. Er erlag in der Nacht zum Sonntag seiner Erkrankung, teilte sein Kreisverband Pforzheim-Enz mit. In den vergangenen Monaten hatte Grimmer die Eindämmungsmaßnahmen der Regierung wiederholt kritisiert. Im September noch hatte er auf seiner Facebookseite geschrieben, das "Corona-Regime" könne "nur noch als krank bezeichnet" werden.

11:20 Uhr | Optimistische Daten von Moderna

Der Impfstoff von Moderna scheint Studiendaten zufolge nach drei Dosen immer noch effektiv gegen die Omikron-Variante zu sein. Der Booster mit einer Dosierung von 50 Mikrogramm erhöhe den auch Omikron-neutralisierenden Antikörperspiegel um das rund 37-fache, teilte Moderna heute unter Verweis auf vorläufige Daten mit. Eine Booster-Dosis mit 100 Mikrogramm erhöhe den Spiegel um das rund 83-fache im Vergleich zum Niveau vor der Auffrischung. Weiter hieß es dazu, Moderna werde die Entwicklung eines spezifischen Omikron-Impfstoffs weiter vorantreiben und in die klinische Phase bringen, "falls dieser in Zukunft notwendig werden sollte".

11:15 Uhr | Städte sehen Lockdown kommen

Der Städte- und Gemeindebund sieht durch die Ausbreitung der Omikron-Variante die Funktionsfähigkeit des Staates bedroht. Wenn viele Feuerwehrleute, Polizisten sowie Beschäftigte in Gesundheits-, Ordnungsämtern und Krankenhäusern ausfielen, "sind unsere Reaktionsmöglichkeiten beschränkt", sagt Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: "Es kann sein, dass als letzter Ausweg nur ein flächendeckender Lockdown als Reaktionsmöglichkeit bleibt." Dafür gebe es aktuell aber keine Rechtsgrundlage, weshalb der Bundestag noch vor Silvester erneut die epidemische Lage von nationaler Tragweite feststellen solle.

10:55 Uhr | Mehr als 1.000 Tote am Tag in Russland

In Russland haben die Gesundheitsbehörden innerhalb von 24 Stunden jetzt 1.019 Todesfälle in Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen gemeldet. Insgesamt sind es in dem Land mit rund 144 Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie nach offiziellen Angaben der russischen Behörden rund 596.000 gewesen.

10:20 Uhr | Lufthansa fliegt vorerst unverändert weiter

Bei der Lufthansa führen wieder schärfere Reisebeschränkungen bisher nicht zu Flugausfällen. Die Sonnenziele über die Feiertage wie Spanien, die Kanarischen Inseln und Portugal seien gut gebucht, hieß es: "Der Flugplan bleibt erhalten." Das gelte auch für Flüge nach Großbritannien, das seit heute wieder Virusvariantengebiet ist. Die Airline beobachte die Lage aber genau.

10:07 Uhr | Demonstrationen in Dresden und Plauen

Auch am vierten Adventswochenende hat es in Sachsen wieder Proteste gegen die Pandemie-Schutzmaßnahmen gegeben. Nach einem Autokorso am Sonnabend in Dresden, zogen hunderte Teilnehmer am Sonntag durch den Ortsteil Laubegast. Kritik an der Polizei gab es, da diese den unerlaubten Aufzug nicht stoppte. Auch in Plauen gab es zwei Demonstrationen am Wochenende.

10:05 Uhr | Debatte um härtere Einschränkungen

Politiker, Experten und Mediziner stimmen wegen der Omikron-Variante des Coronavirus auf härtere Einschränkungen auch in Deutschland ein. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft warnte vor weiteren Verschlimmerungen der Lage in den Kliniken.

Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, sagte der Zeitung "Augsburger Allgemeine", er sehe "leider einen Lockdown auf uns zukommen, der uns alle betreffen wird". Der Vorstandschef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, warnte in der "Rheinischen Post", vor einer Lage, "die über all das hinausgeht, was wir bisher erlebt haben", auch weil jetzt deutlich mehr selbst erkrankte Beschäftigte ausfallen könnten.

Gestern hatte der neue Corona-Expertenrat vor einer "explosionsartigen Verbreitung" der neuen Virusvariante gewarnt, die noch infektöser sei und bestehenden Immunschutz unterlaufen könne. Eine Überlastung des Gesundheitssystems und der kritischen Infrastruktur könne nur zusammen mit Kontakteinschränkungen eingedämmt werden. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) schloss indes einen "harten Lockdown" noch vor Weihnachten aus und richtete den Blick auf den Januar. Doch auch danach glaube er nicht an einen "harten Lockdown", sagte Lauterbach gestern. Schulen blieben wohl geöffnet, und es sei jetzt auch nicht davon auszugehen, dass Restaurants wieder schließen müssen.

09:39 Uhr | Habeck spricht über Lockdown ab Januar

Vizekanzler Robert Habeck rechnet angesichts der Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus mit deutlichen zusätzlichen Einschränkungen Anfang Januar. Der Grünen-Politiker sagte heute Morgen im Deutschlandfunk, er gehe davon aus, dass dies "Gegenstand der Beratungen von Bund und Ländern morgen ist und das dann auch verabredet wird für den Januar". Ein umfassender Lockdown solle aber möglichst vermieden werden. Es gebe Möglichkeiten, "differenzierter vorzugehen", sagte Habeck. Er sei aber sicher, "dass Clubs und Diskotheken schließen" und "dass wir die Kontakte auch für Geimpfte in Innenräumen reduzieren".

09:15 Uhr | Menschen mit Omikron-Variante gestorben

In Großbritannien sind zwölf Menschen gestorben, die nach Infektionen mit der Omikron-Mutante des Coronavirus an Covid-19 erkrankt sind. Wie Vizepremier Dominic Raab dem "Times Radio" sagte, liegen aktuell 104 Menschen in Krankenhäusern, die sich damit angesteckt hätten und erkrankt seien. In Großbritannien breitet sich die Omikron-Variante derzeit besonders aus.

08:48 Uhr | Israel verbietet Reisen nach Deutschland

Israel verbietet Reisen seiner Bürger wegen der Pandemie-Lage nach Deutschland. Die Maßnahme zur Eindämmung der Omikron-Variante des Coronavirus solle in der Nacht zum Mittwoch in Kraft treten, teilte die Regierung heute mit. Sie bestätigte damit eine entsprechende Empfehlung des Gesundheitsministeriums. Zudem gelten ab Mittwoch auch Italien, die USA, Belgien, Ungarn, Marokko, Portugal, Kanada, die Türkei und die Schweiz als "rote Länder", für die auch Einreiseverbote in Israel gelten. Als solche galten schon zuvor mehr als 50 Staaten vor allem in Afrika.

08:18 Uhr | Mehr Intensivbetten 2020

Im Pandemie-Jahr 2020 ist die Zahl der Intensivbetten in den deutschen Krankenhäusern um rund fünf Prozent gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte, war nach vorläufigen Ergebnissen die Kapazität gegenüber dem Vorjahr 2019 mit 1.400 auf rund 27.000 angewachsen. Zugleich sei die Gesamtzahl der Krankenhausbetten um rund 1,5 Prozent oder 7.400 auf 486.700 zurückgegangen. Der Behörde zufolge zeigen diese Zahlen einen Jahresdurchschnitt und keine Veränderungen im Jahresverlauf.

07:45 Uhr | Tausende demonstrieren wieder

In Thüringen haben am Sonntag etwa 2.900 Menschen gegen die Pandemie-Schutzmaßnahmen demonstriert. Von insgesamt 17 Demonstrationen waren nur drei angemeldet, teilte die Polizei mit. Mit etwa 900 die meisten Menschen versammelten sich demnach in Eisenach. Etwa 800 sollen es in Gotha gewesen. Bei einem Einsatz dort seien fünf Polizeikräfte leicht verletzt worden, hieß es. Bei den Demonstrationen auch in Erfurt, Friedrichroda, Jena, Mühlhausen, Greußen, Bad Langensalza, Schleusingen, Bad Liebenstein und Wandersleben seien insgesamt elf Anzeigen wegen Straftaten und 179 wegen Ordnungswidrigkeiten aufgenommen worden.

Unterdessen haben rund 5.000 Menschen gestern in Saarbrücken demonstriert. Die angemeldete Veranstaltung sei friedlich verlaufen, hieß es dort von der Polizei. Einige Teilnehmer habe man auf die geltende Maskenpflicht hinweisen müssen. Auch eine kleine, zuvor nicht angemeldete Gegendemonstranten habe es in Saarbrücken gegeben. Zu Konfrontationen sei es aber nicht gekommen.

07:30 Uhr | Kliniken dürfen Masken-Verweigerer rauswerfen

Wer als Patient gegen die Pandemie-Regeln einer Rehaklinik verstößt, muss damit rechnen, seine Behandlung vorzeitig beenden zu müssen. In bestimmten Fällen seien vorzeitige Entlassungen in Ordnung, sagte die Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation (Degemed), Julia Peters, der dpa. Dafür gebe es eine rechtliche Grundlage. Aus dem Sozialgesetzbuch leite sich eine Mitwirkungspflicht der Patienten ab, deren Entlassung bei Verstößen auch dem Schutz anderer Patienten diene.

Die "Neue Deister-Zeitung" hatte Anfang dieses Monats berichtet, dass in Bad Münder im Landkreis Hameln-Pyrmont in Nordrhein-Westfalen einige Patienten "trinkend und schmusend" bei einem Spieleabend erwischt worden seien. Laut Deister-Weser-Kliniken wurden neun von ihnen entlassen. In der Rehaklinik werden vor allem psychotherapeutische Behandlungen angeboten.

07:00 Uhr | Neue Regeln in Thüringen

In Thüringen sind heute neue Regeln zum Schutz vor der Coronavirus-Pandemie mit strengeren Kontaktbeschränkungen in Kraft getreten. Sobald eine ungeimpfte Person an einem Treffen teilnimmt, dürfen nur noch zwei Personen aus einem weiteren Haushalt dabei sein, unabhängig von deren Impfstatus. Bisher waren geimpfte und genesene Menschen nicht mitgezählt worden. Die Verordnung sieht aber auch Erleichterungen vor. So entfällt bei 2G Plus die Testpflicht für Menschen mit einer Booster-Impfung oder einer noch nicht lange zurückliegenden zweiten Impfung.

06:30 Uhr | Impfpanne: Kinder bekommen Moderna

In Nordrhein-Westfalen haben Kinder in einem Impfzentrum das Präparat von Moderna bekommen, obwohl für sie nur das Mittel von Biontech/Pfizer zugelassen ist. Wie der Kreis Olpe mitteilte, wurden die Eltern sofort informiert. Bei den betroffenen Kindern seien beim Verlassen des Impfzentrums keine Auffälligkeiten festgestellt worden. Auf Wunsch der Eltern sei der Vorfall aber bei der Polizei angezeigt worden. Um wie viele Kinder es geht und wie alt sei sind, wurde nicht mitgeteilt. Der Moderna-Impfstoff ist bisher in der EU nur für Kinder ab zwölf Jahren zugelassen.

06:15 Uhr | Polizeichef "klatscht für die Querdenker"

Nach einem Bericht der "Mitteldeutschen Zeitung" ist der Leiter eines Polizeireviers im Saalekreis von seinen Aufgaben entbunden worden. Grund sei, dass der "hochrangige Beamte" in Merseburg am Freitag seine Sympathien für eine Kundgebung von Gegnern der Pandemie-Regeln rund um den Hauptbahnhof gezeigt habe. Dem Beamten werde vorgeworfen, gegen das Neutralitätsgebot der Polizei verstoßen zu haben. Augenzeugen kritisierten auf Twitter: Der örtliche Polizeichef "klatscht für die Querdenker".

06:10 Uhr | Schärfere Einreisebestimmungen

Die Bundesregierung hat Großbritannien wieder als Virus-Variantengebiet eingestuft. Die Regelung trat um Mitternacht in Kraft. Grund ist die massive Ausbreitung der Omikron-Variante. Wer aus Großbritannien nach Deutschland kommt, muss damit für zwei Wochen in Quarantäne, auch wer geimpft oder genesen ist. Die Quarantäne kann auch nicht durch Tests verkürzt werden. Fluggesellschaften dürfen im wesentlichen nur noch deutsche Staatsbürger oder in Deutschland lebende Personen von Großbritannien nach Deutschland befördern.

Auch Österreich hat seine Einreise-Bestimmungen verschärft. Ab sofort gilt 2G plus: Ins Land darf nun nur noch, wer dreifach geimpft ist. Für doppelt Geimpfte und Genesene gilt zusätzlich eine Pflicht zum PCR-Test. Sonderregeln gelten unter anderem für Schwangere, Kinder, Jugendliche und Pendler.

06:00 Uhr | Der Ticker am Montag, 20. Dezember 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. Dezember 2021 | 06:00 Uhr

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