Coronavirus-Pandemie Ticker vom Montag: Slowakei verlängert Lockdown

Neue Proteste gegen die Corona-Maßnahmen in Mitteldeutschland. Die Slowakei verlängert angesichts weiter hoher Corona-Fallzahlen den Lockdown. Die Pandemie hat negative Auswirkungen auf den Kampf gegen Malaria. 2020 starben der WHO zufolge deutlich mehr Menschen an der Krankheit. Das Robert Koch-Institut meldet 27.836 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt damit wieder leicht an. Die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Von einer Frau wird eine Probe aus der Nase genommen
Massenschnelltests in der Slowakei Bildrechte: imago images/ZUMA Wire

Unser Ticker am Montag, 6. Dezember 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:22 Uhr | Stiko plant baldige Kinder-Impfempfehlung

Die Ständige Impfkommission will offenbar noch diese Woche eine Empfehlung für die Corona-Impfung von Fünf- bis Elfjährigen aussprechen. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek sagte. dies habe der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens bei einer Videoschalte der Gesundheitsminister in Aussicht gestellt. Diese Empfehlung werde dringend gebraucht, um den Eltern und Ärztinnen und Ärzten im Land Sicherheit zu geben. Thema sei auch gewesen, ob für Menschen mit einer Corona-Booster-Impfung bei 2G-plus-Regeln die Testpflicht entfallen könne. An der Sitzung habe erstmals auch der designierte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach teilgenommen.

21:51 Uhr | Mehr Tote nach Corona-Ausbruch in Residenz in Rudolstadt

Nach dem Corona-Ausbruch in einer Seniorenresidenz in Rudolstadt ist die Zahl der Toten weiter gestiegen. Nach Angaben des Landratsamtes sind acht weitere Bewohner im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Damit stieg die Zahl der Toten seit Anfang November auf 26. Das geht aus den Totenscheinen hervor, die dem Gesundheitsamt inzwischen vorliegen. Am vergangenen Freitag hatte das Gesundheitsamt insgesamt 18 verstorbene Heimbewohner gemeldet, die meisten von ihnen waren nicht geimpft. Dass die Zahl sich nun noch einmal so erhöht hat, liegt daran, dass die Totenscheine erst jetzt beim Gesundheitsamt eingegangen sind.

21:00 Uhr | Corona-Proteste in Mitteldeutschland

In Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt hat es am Abend erneut Proteste gegen die Corona-Regeln gegeben. In Sachsen unterband die Polizei mehrere unerlaubte Versammlungen.

In Freiberg versammelten sich Reportern zufolge mehr als 1.000 Menschen. Die Polizei kesselte sie in einer Nebenstraße ein. Dabei sei die Stimmung sehr aufgeheizt und aggressiv gewesen, vereinzelt hätten Teilnehmende Pyrotechnik gezündet. Unerlaubte "Spaziergänge" gab es auch in Bautzen, Chemnitz und Zwönitz.

In Thüringen registrierte die Polizei in Altenburg einen Protest mit etwa 600 Teilnehmern, in Bad Salzungen mit 500. Weitere Demonstrationen gab es den Angaben zufolge unter anderem in Eisenach, Nordhausen und Jena. Die Beamten hätten versucht, keine Aufzüge zuzulassen und die Verantwortlichen in den nicht angemeldeten Demos ausfindig zu machen. In Sachsen-Anhalt gab es Proteste in Magdeburg und Halberstadt.

20:47 Uhr | Frankreich schließt Clubs und Diskotheken

Angesichts einer neuen Corona-Welle werden in Frankreich für vier Wochen Nachtclubs und Diskotheken geschlossen. Premierminister Jean Castex teilte am Abend mit, die betroffenen Einrichtungen müssten ab Freitag bis Anfang Januar zu bleiben. Die geschlossenen Unternehmen würden vom Staat unterstützt. In den Grundschulen gilt während des Unterrichts wieder eine Maskenpflicht, da vor allem die Infektionszahlen bei unter Zwölfjährigen stark angestiegen sind.

20:27 Uhr | Alarmstufe Rot in zwei Thüringer Landkreisen

In den Landkreisen Hildburghausen und Saalfeld-Rudolstadt liegt die Sieben-Tage-Inzidenz kurz vor der 2.000er-Marke. Die Intensivstationen der Kliniken sind voll. Die Kreisverwaltungen sehen die Lage außer Kontrolle.

20:10 Uhr | Weihnachtsmarkt in Quedlinburg wieder geschlossen

Nach nur wenigen Tagen ist der Weihnachtsmarkt in Quedlinburg geschlossen worden. Der Markt hatte unter der Regelung 2G+so wenige Gäste angelockt, dass die Veranstalter die Reißleine zogen.

19:56 Uhr | Lieferengpässe im Weihnachtsgeschäft

Laut Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung erwarten 74 Prozent aller Einzelhändler in Deutschland bis zum Sommer 2022 anhaltende Lieferschwierigkeiten. Daher könnte es mit den Weihnachtsgeschenken teilweise eng werden.

18:55 Uhr | Impfen in der Semperoper

Die Dresdner Semperoper bietet am Freitag eine Impfaktion an. Künstlerinnen und Künstler der Semperoper und der Sächsischen Staatskapelle unterstützen das Event mit musikalischen Beiträgen. Zudem gibt es am Sonnabend im Staatsschauspiel noch eine weitere Impfaktion. Die Initiative steht unter dem Motto "Impfen schützt auch die Kultur".

In der Semperoper wird am Freitag von 15 bis 19 Uhr geimpft, im Staatsschauspiel am Sonnabend von 10:30 Uhr bis 16 Uhr.

18:28 Uhr | Weniger Umsätze für Bau- und Gartenmärkte

Nach dem Ausnahmejahr 2020 haben die Bau- und Gartenfachmärkte in Deutschland in diesem Jahr deutliche Umsatzeinbußen verzeichnet. Der Corona-bedingte Lockdown im Frühjahr, aber auch schlechtes Wetter und Materialengpässe hätten in den ersten neun Monaten dieses Jahres zu einem Gesamtumsatzrückgang von über elf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum geführt, teilte der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten mit. Im vergangenen Jahr hatte das Wachstum der Branche 13,8 Prozent im Vergleich zu 2019 betragen.

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16:11 Uhr | Slowakei will Lockdown verlängern

In der Slowakei soll der Lockdown um eine Woche bis zum 16. Dezember verlängert werden. Das Gesundheitsministerium kündigt an, dass Kabinett um Zustimmung zu den Plänen zu bitten. Angesichts stark steigender Infektionszahlen war am 25. November ein zunächst für zwei Wochen geplanter Lockdown verhängt worden. Die Lage sollte nach zehn Tagen überprüft werden.

Wie die Slowakinnen und Slowaken ihre Situation sehen, erfahren Sie im folgenden Audio:

16:05 Uhr | Grünes Licht für Roche-Medikament

Außenansicht vom Sitz von Roche Diagnostics International AG im Kanton Zug
Grünes Licht für Medikament von Roche Bildrechte: dpa

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht für den Einsatz des Roche-Medikaments RoActemra zur Behandlung von schweren Covid-19-Erkrankungen bei Erwachsenen gegeben. Das Mittel kann demnach bei Patienten eingesetzt werden, die unter anderem zusätzlichen Sauerstoff oder Beatmung benötigen.

Das Roche-Medikament ist in der EU bereits für die Behandlung von Entzündungskrankheiten wie rheumatoide Arthritis zugelassen. In einer Studie hatte der Wirkstoff das Sterberisiko bei schweren Covid-Erkrankungen gesenkt, die Genesungszeit verkürzt und den Bedarf an Beatmungsgeräten verringert. Das Medikament ist auch unter dem Namen Tocilizumab bekannt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO und die USA empfehlen die Anwendung von Tocilizumab bei besonders schwer erkrankten Corona-Patienten schon länger.

15:59 Uhr | Zahl der Omikron-Fälle in Dänemark steigt weiter

Die Zahl der in Dänemark registrierten Omikron-Fälle steigt weiter an. Wie das staatliche Gesundheitsinstitut SSI am Nachmittag mitteilte, wurden mittlerweile insgesamt 261 Infektionen mit der Variante des Coronavirus entdeckt. Am Vortag hatte der Gesamtwert in der täglich aktualisierten Aufstellung bei 183 gelegen.

15:33 Uhr | Landtag stellt epidemische Lage in Sachsen fest

Sachsens Landtag hat die epidemische Lage im Freistaat festgestellt und so die rechtliche Grundlage für eigene Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie geschaffen. Allerdings braucht es dafür auch die Mitwirkung des Bundes. Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte, man müsse erst noch die neue Gesetzeslage auf Bundesebene abwarten. Die neue Koalition in Berlin arbeite jedoch mit Hochdruck daran.

Der künftige Kanzler Olaf Scholz sicherte den Ländern Möglichkeiten für strengere Corona-Regeln zu. Noch in dieser Woche soll der Bundestag über eine Nachbesserung des Infektionsschutzgesetzes beschließen.

14:12 Uhr | Omikron-Verdachtsfall in Sachsen nicht bestätigt

Der erste Verdachtsfall der Coronavirus-Variante Omikron in Sachsen hat sich nicht bestätigt. Die Stadt und das Universitätsklinikum Leipzig teilten am Montag mit, dass die Variante bei einem 37-jährigen Mann aus Leipzig nicht nachgewiesen werden konnte. Die Chefin des Gesundheitsamtes hatte vor einer Woche von dem Verdachtsfalls berichtet. Zu dem Zeitpunkt stand allerdings das Ergebnis der Gesamtgenomsequenzierung noch aus.

14:00 Uhr | WHO-Bericht: Corona-Krise beeinträchtigt Kampf gegen Malaria

Die Corona-Krise wirft den Kampf gegen Malaria nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erheblich zurück. Infolge der Pandemie sei es 2020 zu Einschränkungen bei Prävention, Diagnose und Behandlung der Malaria gekommen. Das teilte die WHO am Montag in Genf mit. Das habe zu einem Anstieg der Krankheitsfälle und der Todesfälle geführt, heißt es im aktuellen Weltmalariabericht der WHO. Im vergangenen Jahr habe es schätzungsweise 241 Millionen Malariafälle gegeben, damit sei die Fallzahl um 14 Millionen gegenüber 2019 gestiegen.

Gleichzeitig seien 2020 rund 627.000 Malaria-Infizierte gestorben. Damit seien im vergangenen Jahr 69.000 mehr Menschen mit Malaria ums Leben gekommen als im Jahr 2019. Rund zwei Drittel dieser zusätzlichen Malaria-Todesfälle seien auf Unterbrechungen in der medizinischen Reaktion auf die Tropenkrankheit zurückzuführen. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus rief die Staaten dazu auf, die Rückschritte im Kampf gegen die Malaria wieder wettzumachen. Durch Lockdowns, Grenzabriegelungen oder Betriebsschließungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sei es beispielsweise zu Lieferengpässen bei Moskitonetzen und medizinischen Geräten gekommen. Zudem suchten weniger Menschen mit Malaria die Gesundheitszentren auf.

13:45 Uhr | Neue Pläne für das Infektionsschutzgesetz

Die Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP wollen ab dem 16. März eine Corona-Impfpflicht für das Personal in Einrichtungen für besonders gefährdete Personen einführen. Zudem sollen die Bundesländer drastische Maßnahmen bis zum 15. Februar verlängern dürfen. Das geht aus einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Entwurf zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes vor. Die Länder sollen darüber hinaus bei hohen Infektionswerten zudem die Möglichkeit zur Schließung bestimmter Einrichtungen bekommen – etwa gastronomische Einrichtungen, Freizeit- oder Kultureinrichtungen, Messen und Kongresse. Voraussetzung für die Schließung soll aber ein Beschluss des jeweiligen Landtags sein. Um die Impfkampagne zu beschleunigen, sollen zusätzliche Berufsgruppen die Impfungen "ausnahmsweise" verabreichen dürfen: Zahnärztinnen und Zahnärzte, Tierärztinnen und Tierärzte sowie Apotheker und Apothekerinnen, sofern sie "entsprechend geschult sind".

Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil (SPD) brachte für die nächste Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag zudem Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte ins Gespräch.

Der Bundestag soll noch in dieser Woche über eine erneute Änderung des Infektionsschutzgesetzes beraten.

12:50 Uhr | Pandemie wirkt sich auch auf die Sprache aus

Die Corona-Pandemie hat auch im zurückliegenden Jahr unsere Sprache wesentlich geprägt. Nach Angaben des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache könnten allein 2.000 neue Wörter aus dem Bereich in das Wörterbuch der Neologismen aufgenommen werden. Voraussetzung sei, dass die Begriffe weiter im Sprachgebrauch blieben. Als Beispiele nannten die IDS-Experten "2G+", "Impfneid" oder "Boostern".

11:55 Uhr | Offener Brief: Freiberger haben kein Verständnis für Proteste

Mehrere Hundert Bürgerinnen und Bürger im sächsischen Freiberg haben mit deutlicher Kritik auf anhaltende Proteste von Gegnern der staatlichen Corona-Maßnahmen reagiert. "Mit Unverständnis, Sorge und immer größerem Zorn beobachten wir die montäglichen 'Corona-Spaziergänge' durch Freiberg", heißt es in einem Offenen Brief der Initiative "Freiberg für alle", der am Montag in der sächsischen Kommune veröffentlicht wurde. Ausgerechnet in einer Zeit, in der sich die Pandemie-Situation zuspitze, gingen einige Freibergerinnen und Freiberger gemeinsam mit Rechtsextremen wie den sogenannten "Freien Sachsen" auf die Straße und trügen damit erst recht zur Verbreitung des Virus bei. "Wir fordern die Spaziergänger auf, dieses weitere Befeuern der Pandemie zu unterlassen", heißt es in dem Brief. Von der Politik werde erwartet, "diese illegalen Demonstrationen nicht länger zu dulden."

11:20 Uhr | Lauterbach zeigt sich optimistisch

Der künftige Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat sich optimistisch gezeigt, dass die Corona-Pandemie überwunden werden kann. Sie werde länger dauern, als viele dächten, sagte der SPD-Politiker am Montag in Berlin, nachdem er vom designierten Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) als künftiger Gesundheitsminister vorgestellt wurde. "Impfen wird die zentrale Rolle spielen, aber nicht nur", sagte der 58-jährige Nordrhein-Westfale. Man werde den Kampf gegen die Pandemie gewinnen. Lauterbach kündigte an, darüber hinaus das Gesundheitssystem zu stärken und robuster zu machen. Für weitere Pandemien werde man besser gerüstet sein.

11:00 Uhr | Scholz verurteilt Fackel-Aufmarsch

Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz hat den Fackelaufmarsch von Gegnern der staatlichen Corona-Politik vor dem Haus der sächsischen Gesundheitsministerin Petra Köpping (beide SPD) scharf kritisiert. "Das dürfen wir uns als Land nicht gefallen lassen", sagte er am Montag. Diese ganz klare Botschaft müsse von allen Demokraten ausgehen. Die Bilder und der Vorgang selbst seien "furchtbar". Man dürfe niemanden damit durchkommen lassen, sagte Scholz. Über unterschiedliche Meinungen dürfe und müsse man auch diskutieren, so Scholz, "aber das ist als Bedrohung gemeint. Und wir sollten nicht so tun, als ob es nicht auch genau das gewesen ist: eine Bedrohung einer demokratischen, fleißigen und ganz tollen Politikerin in Sachsen." Alle Demokraten müssten das zurückweisen.

Am Freitagabend hatten rund 30 Gegner der Corona-Politik laut rufend vor dem Wohnhaus von Köpping in Grimma demonstriert. Sie trugen dabei Fackeln und Plakate.

09:30 Uhr | Extremismusforscher für härteres Vorgehen der Polizei

Der Leipziger Extremismusforscher Oliver Decker fordert, dass die Polizei aktiver gegen Corona-Proteste vorgeht. Decker sagte dem ARD-Morgenmagazin, bei den Demos beobachte man zunehmend Gewalt und Eskalation. Die extreme Rechte sei breit vertreten. Die Polizei sollte nicht nur auf den öffentlichen Plätzen dagegen vorgehen, sondern auch gegen die Strukturen im Hintergrund.

09:25 Uhr | Erster Omikron-Fall in Thailand

In Thailand ist der erste Fall der Omikron-Variante nachgewiesen worden. Bei der infizierten Person handele es sich um einen amerikanischen Staatsbürger, der vor knapp einer Woche aus Spanien in das südostasiatische Urlaubsland eingereist sei, teilte das Gesundheitsministerium in Bangkok am Montag mit.

Das Land hat seine Grenzen Anfang November wieder für Touristen aus Dutzenden Ländern geöffnet, darunter auch Deutschland. Die Angst vor einer Ausbreitung der neuen Variante ist deshalb groß.

09:10 Uhr | Magdeburg boostert nun auch nach fünf Monaten

Die Stadt Magdeburg bietet Corona-Auffrischungsimpfungen ab sofort bereits fünf Monate nach der zweiten Impfung an. Das sagte eine Sprecherin der Stadt am Montagmorgen MDR SACHSEN-ANHALT. Buchbar sind die Termine demnach über ein Portal im Internet.

In mehreren Bundesländern ist die sogenannte Booster-Impfung erst sechs Monate nach dem zweiten Impftermin möglich. Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) hatte zuletzt eine "Impfoffensive" angekündigt.

08:55 Uhr | Sachsen stimmt über epidemische Notlage ab

Der sächsische Landtag will heute über die Feststellung der epidemischen Lage im Freistaat entscheiden. Damit will die Regierung Rechtssicherheit erlangen, um Corona-Schutzmaßnahmen weiterzuführen und zu verschärfen. Alle Parteien im Landtag bis auf die AfD haben Zustimmung signalisiert. Linken-Fraktionschef Rico Gebhardt sagte MDR AKTUELL, er hoffe, dass der Beschluss die Regierung ermutige, konsequenter gegen die vierte Welle vorzugehen. Mit einem Wert von 1.234 hat Sachsen bundesweit mit Abstand die höchste Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen.

08:00 Uhr | Sipri-Bericht: Waffenhandel boomt auch in der Pandemie

Trotz der Corona-Pandemie sind die weltweiten Umsätze der großen Rüstungskonzerne weiter gestiegen. Das geht aus dem Jahresbericht für 2020 hervor, den das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri in der Nacht veröffentlichte. Danach setzten die 100 größten Rüstungshersteller 2020 rund 530 Milliarden Dollar um. Das sind etwa 1,3 Prozent mehr als 2019. Mit Abstand führend sind nach wie vor die US-Konzerne. Dahinter liegen Rüstungsfirmen aus China. Die vier deutschen Hersteller in der Liste legten insgesamt ebenfalls zu. Ihr Anteil am weltweiten Waffenhandel war mit nicht einmal zwei Prozent jedoch marginal.

07:45 Uhr | Hohe Kosten für Corona-Intensivbehandlung

In Thüringen kostet die Behandlung eines Corona-Patienten auf der Intensivstation die Krankenkassen mehr als 1.000 Euro pro Tag. Nach Angaben der Landeskrankenhausgesellschaft fallen für die Versorgung von invasiv beatmeten Patienten täglich bis zu 3.000 Euro an. Bei einer durchschnittlichen Liegezeit von zwei bis drei Wochen bezahlen die AOK Plus und die Barmer eigenen Angaben zufolge im Schnitt etwa 32.000 Euro. Ohne invasive Beatmung seien es etwa 8.000 Euro. Nach Angaben des Divi-Registers wurden in Thüringer Krankenhäusern zuletzt etwa 220 Corona-Patienten auf Intensivstationen behandelt. Etwa 60 Prozent der Patienten mussten invasiv beamtet werden. Die Mehrheit sei nicht geimpft.

07:10 Uhr | RKI meldet 27.836 Neuinfektionen

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet 27.836 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das sind 1.528 Fälle weniger als am Montag vor einer Woche, als 29.364 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 441,9. Am Vortag betrug der Wert 439,2. 81 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus sind registriert worden.

Nach den aktuelleren Daten das Risklayer-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie liegt die deutschlandweite Inzidenz bei 476. Am Sonntagabend meldete das Institut 35.671 neue Coronavirus-Fälle – 6,6 Prozent weniger als im Vergleich zur Vorwoche. Die bundesweit höchsten Inzidenzen haben nach wie vor Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt.

Ob die Stagnation der Zahl der Neuinfektionen und der Inzidenz in den vergangenen Tagen auf ein Abflachen der Pandemie-Welle hinweist oder auf eine verzögerte Erfassung der Daten zurückzuführen ist, ist umstritten. Ärztevertreter verweisen darauf, dass einige Gesundheitsämter teilweise die tagesaktuelle Erfassung der Positivtests nicht mehr bewältigten.

07:00 Uhr | Italien verschärft Corona-Regeln

In Italien müssen sich die Menschen ab heute auf strengere Corona-Richtlinien einstellen. Die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi hatte Ende November die Einführung von 2G-Regeln für bestimmte Bereiche des öffentlichen Lebens beschlossen. Demnach dürfen beispielsweise nur noch Geimpfte und Genese in den Innenbereichen von Restaurants essen, ins Kino, in Diskotheken feiern und zu Fußballspielen ins Stadion gehen. Die Regeln sollen zunächst bis zum 15. Januar gelten. Eine weitere Neuerung ist die Ausweitung der 3G-Regel auf den öffentlichen Nahverkehr und Hotels. Ab Montag ist der Nachweis (geimpft, genesen oder negativ getestet) auch für U-Bahnen, Busse und Züge im Nahverkehr vorgeschrieben. In Italien wird der 3-G-Nachweis "Green Pass" (Grüner Pass) genannt.

Das Zertifikat ist ein digitaler oder ausdruckbarer QR-Code, der per Smartphone-App gescannt und so kontrolliert werden kann. In Italien funktioniert auch der deutsche Code. Wer in den Skiurlaub nach Italien fährt, braucht zwar keinen Grünen Pass, um die Piste runterzufahren, jedoch gilt in geschlossenen Liften und Gondeln die 3G-Regel und in den Hütten 2G. Von den Regelungen ausgenommen sind Kinder unter zwölf Jahren, da sie noch nicht geimpft werden könnten.

06:55 Uhr | Thüringen zieht Konsequenzen aus Corona-Protesten

Thüringens Innenminister Georg Maier hat ein härteres Vorgehen gegen unangemeldete Proteste gegen die Corona-Politik angekündigt. Der SPD-Politiker sagte MDR AKTUELL, oberstes Ziel sei, den Rechtsstaat durchzusetzen und das tue man auch. Die Behörden lernten mit jeder Versammlung dazu und wüssten jetzt, wo die Hotspots seien. Dementsprechend würden auch die Einsatzkräfte disponiert. In Eisenach habe das am Samstagabend funktioniert. Dort sei eine Demonstration gestoppt worden. So solle es auch weitergehen. Der Innenminister drohte außerdem hohe Bußgelder an – vor allem für diejenigen, die zu den Protesten aufrufen.

In Thüringen haben am Abend wieder mehrere Tausend Menschen gegen die Corona-Politik demonstriert. Der Polizei zufolge wurde die größte Kundgebung mit etwa 1.100 Teilnehmern aus Sonneberg gemeldet. Weitere Proteste gab es unter anderem in Erfurt, Gotha und Bad Langensalza.

06:40 Uhr | Dresden bereitet sich auf neue Corona-Proteste vor

Nach einem Aufmarsch mit Fackeln vor dem Privathaus von Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping bereitet sich die Polizei in Dresden auf einen Großeinsatz vor. Am Montag rechnen die Einsatzkräfte mit einem Protest von Gegnern der Corona-Politik vor dem Sächsischen Landtag. Der Grund: Das Parlament will am Mittag über die Feststellung der epidemischen Lage im Freistaat entscheiden. Insbesondere in sozialen Netzwerken wurde zu dem Protest aufgerufen. "Auch Extremisten mobilisieren für einen Protest vor dem Sächsischen Landtag", sagte Polizeipräsident Jörg Kubiessa und kündigte eine "härtere Gangart der Polizei" an. Wasserwerfer sollen im Stadtzentrum bereit stehen. Die Polizei in Sachsen schritt am Sonntagabend in mehreren Städten erneut gegen nicht genehmigte Kundgebungen mit Hunderten Gegnern der Corona-Politik ein.

06:25 Uhr | Kurzfristig keine Impfungen durch Apotheker und Tierärzte

Zahn- und Tierärzte sowie Apotheker werden sich nur mittelfristig an den Impfungen gegen das Coronavirus beteiligen können. Das haben Nachfragen von MDR AKTUELL bei den Berufsverbänden ergeben. Der Präsident der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalts, Carsten Hünecke, sagte, grundsätzlich sei man bereit, beim Impfen mitzumachen. Allerdings müsse dafür die Haftungsfrage geklärt sein. Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende des Thüringer Tierarztverbands, Bodo Kröll. Neben der geklärten Haftungsfrage brauche es aber auch genügend Impfstoffe. Apothekerinnen und Apotheker müssten sich außerdem noch schulen lassen. Reinhard Groß, Inhaber dreier Apotheken in Zwickau, sagte, viele Apotheken in Sachsen seien jetzt schon an der Belastungsgrenze. Sie müssten Corona-Schnelltests durchführen und digitale Impf-Zertifikate ausstellen. Zugleich seien viele Angestellte krank.

06:15 Uhr | Ab heute Maskenpflicht an Schulen in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalts Schulen gilt ab heute Maskenpflicht. In allen Klassenstufen muss der Mund-Nasen-Schutz auch im Unterricht getragen werden. Das ist in der neuen Corona-Schutzverordnung des Landes festgelegt, die jetzt in Kraft getreten ist. Entsprechend der Bund-Länder-Vereinbarungen sieht sie auch in vielen anderen Bereichen Einschränkungen vor. So wird die 2G-Regel auf weite Teile des Einzelhandels ausgeweitet. Ausgenommen sind Supermärkte und andere Geschäfte des täglichen Bedarfs. Bei Volksfesten, Kultur- oder Sportveranstaltungen gilt 2G+. Das heißt, dass auch Geimpfte und Genesene einen negativen Test vorlegen müssen.

Zudem gelten für Ungeimpfte künftig strenge Kontaktbeschränkungen für Treffen im öffentlichen und privaten Raum: Laut der Verordnung dürfen sich nur noch Personen eines Haushalts mit bis zu zwei weiteren Personen eines anderen Haushalts treffen. Die neue Regelung gilt bis zum 23. Dezember.

06:00 Uhr | Der Ticker am Montag, 6. Dezember 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. Dezember 2021 | 06:00 Uhr

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